Klenk wechselt zu Kaco New Energy

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Neckarsulm - Zwei Jahre nach seinem Abschied bei der Neckarsulmer Bechtle AG hat ihr Gründer und ehemaliger Vorstandschef Ralf Klenk eine neue unternehmerische Aufgabe bei Kaco New Energy gefunden

Von Manfred Stockburger
Das neue Führungsduo von Kaco New Energy: Firmengründer und Geschäftsführer Ralf Hofmann (links) und sein neuer Partner Ralf Klenk.Foto: Kaco
Das neue Führungsduo von Kaco New Energy: Firmengründer und Geschäftsführer Ralf Hofmann (links) und sein neuer Partner Ralf Klenk.Foto: Kaco

Neckarsulm - Zwei Jahre nach seinem Abschied bei der Neckarsulmer Bechtle AG hat ihr Gründer und ehemaliger Vorstandschef Ralf Klenk neue Energie getankt − im doppelten Wortsinn. In Sichtweite seines früheren Büros hat er eine neue unternehmerische Aufgabe gefunden, und zwar bei Kaco New Energy. Als Generalbevollmächtigter wird sich der 52-Jährige ab Januar ein Büro mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Ralf Hofmann teilen. Das gemeinsame Ziel: Die weltweite Entwicklung des rasant wachsenden Unternehmens in klare Bahnen zu lenken und die strategische Ausrichtung zu stärken.

Die Stunde Null für Kaco New Energy kam 1998, als die an einen US-Konzern verkaufte Elektronik-Sparte des früheren Heilbronner Traditionsunternehmens Kaco geschlossen wurde. Mit elf Mitarbeitern machte sich der damalige Abteilungsleiter Ralf Hofmann in einer Baracke im Stadtteil Sontheim selbstständig. Ziel war, mit der ausgegründeten Kaco Gerätetechnik GmbH den jungen Sonnenstrommarkt mit Wechselrichtern zu beliefern − also mit Geräten, die den Gleichstrom aus Photovoltaikmodulen in Wechselstrom mit der Netzspannung von 220 Volt umwandeln.

Leistung

Aus der kleinen Abteilung ist ein Konzern geworden, der seinen Umsatz aus dem Jahr 2009 von 200 Millionen Euro mehr als verdoppelt hat. Allein die Neckarsulmer Kernfirma erwirtschaftet 2010 320 Millionen Euro Umsatz. Trotz der schmerzhaften Kürzung der Solarstromförderung hat Ralf Hofmann mit seinem Team den Umsatz mehr als verdoppelt. Gemessen in Leistung hat sich das Produktionsvolumen aus den Neckarsulmer Fabriken verdreifacht: 2010 hat Kaco Wechselrichter mit einer Nennleistung von 1,5 Gigawatt ausgeliefert. In Neckarsulm beschäftigt die sehr profitable Firma mittlerweile 520 Mitarbeiter, weltweit sind es 850.

Parallel zum Umsatz ist auch die Struktur gewachsen. Wildwuchs ist nicht ausgeblieben. Ralf Klenks erste Aufgabe ist es nun, dem Konzern eine klare und modular erweiterbare Firmenstruktur zu geben. Damit einher geht eine Fokussierung auf die Kernbereiche, also die Entwicklung, Produktion, Vermarktung und Wartung von Wechselrichtern. "Die Aufgabe erinnert mich an Bechtle vor 15 Jahren", sagt Klenk, der sich komplett aus dem IT-Unternehmen zurückgezogen hat. "Mit Kaco bietet sich für mich die faszinierende Chance, wieder an einer Technologie teilzuhaben, die alle Menschen betrifft." Hofmann, dessen unternehmerischer Drang schwer zu bändigen ist, ist "dankbar, dass es gelungen ist jemanden zu finden, der die Herausforderung annimmt."

Schon jetzt ist klar, dass die nächsten Monate nicht leicht werden, nachdem seit Oktober die Nachfrage nach Wechselrichtern für kleine Photovoltaikanlagen aus dem Inland weggebrochen ist. In Teilen der Produktion wird es ab Januar deshalb Kurzarbeit geben. Das Unternehmen werde bei den Betroffenen das Kurzarbeitergeld auf 85 Prozent des Nettolohns aufstocken, erklärt Klenk. Bis März geht die Kaco-Führung aber davon aus, dass die Nachfrage wieder steigt.

Neubau

Die Zuversicht drückt sich auch in Beton aus: Der Neubau einer Produktionshalle neben der Zentrale geht weiter. Statt zehn Millionen Euro veranschlagt Hofmann den Neubau jetzt auf 25 Millionen Euro − weil er stärker auf Effizienzgewinne durch Automatisierung setzt. Auch in Kanada und den USA investiert Kaco in neue Kapazitäten. Zwei neue Fabriken starten im Frühjahr. In Korea gibt es ebenfalls ein Kaco-Werk.

Hintergrund: Eigentümerstruktur

Kaco New Energy gehört zu 51 Prozent Ralf Hofmann, 49 Prozent der Anteile hält die Heilbronner Familie Heinrich, der früher der Autozulieferer Kaco gehörte. Der neue Generalbevollmächtigte Ralf Klenk, dessen Vertrag unbefristet ist, strebt mittelfristig ebenfalls eine Beteiligung am Unternehmen an.

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