Kaufland gibt die Imbisse ab

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Die Supermarktkette der Schwarz-Gruppe verkauft die meisten Standorte ihrer Außengastronomie an einer Leverkusener Gruppe. Für die Beschäftigten dürfte das Folgen haben.

An vielen Filialen betreibt Kaufland auch Imbissstände. Dieser hier in Neckarsulm bleibt als einer von zwei auch weiter in der Hand der Schwarz-Gruppe.
Foto: Heiko Fritze
An vielen Filialen betreibt Kaufland auch Imbissstände. Dieser hier in Neckarsulm bleibt als einer von zwei auch weiter in der Hand der Schwarz-Gruppe. Foto: Heiko Fritze  Foto: Fritze, Heiko

Die mehr als 350 Beschäftigten in den meisten Imbissständen von Kaufland bekommen einen neuen Arbeitgeber. Zum 1. April übernimmt die Leverkusener Curry Nosh GmbH die Einrichtungen. Das belegen Dokumente, die unserer Zeitung vorliegen. Kaufland hatte die Stände bislang über die Tochterfirma Kaufland Gaststätten Betriebs-GmbH selbst betrieben.

Unternehmen der United-Curry-Gruppe

Curry Nosh ist ein erst am 22. Februar ins Handelsregister eingetragenes Unternehmen, das zur United-Curry-Gruppe gehört. Unter ihrem Dach sind mehrere Imbissketten vereint, die unter Namen wie Grillbar, Grillgut, Wurstteufel und Bratwerk auftreten. Sie werden zum Teil in Eigenregie, zum Teil als Franchise betrieben. Einer dieser Standorte befindet sich zum Beispiel in Sinsheim nahe der Shell-Tankstelle gegenüber dem dortigen Kaufland-Markt. Die United Curry Holding wurde auch erst 2019 gegründet.

Zwei Standorte in der Region bleiben bei Kaufland

"Die Nachfrage hat in den vergangenen Jahren an vielen Standorten abgenommen", berichtet eine Sprecherin des Neckarsulmer Unternehmens. Kaufland habe sich daher für einen Gastropartner entschieden, um sich so mehr auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren. Eine Ausnahme bilden zwei regionale Standorte, in Heilbronn und in Neckarsulm: "In der Olgastraße und der Rötelstraße werden die bisherigen Imbissangebote sehr gut angenommen, daher werden wir diese Stände weiterführen", erklärt die Sprecherin. Kaufland führt derzeit rund 90 Imbisse.

Die betroffenen Mitarbeiter wurden Ende Februar schriftlich über den Wechsel informiert. Als Grund für den Verkauf der Imbisse wird in dem Schreiben angegeben, "dass der Betrieb sehr komplex ist und nicht zu den Kernkompetenzen von Kaufland gehört". Beim Gründer von Curry Nosh handele es sich um "einen Partner mit langjähriger Gastronomieerfahrung".

Nach den im Schreiben genannten Daten würde sich die United-Curry-Gruppe durch den Zukauf nahezu verdoppeln: Derzeit betreibt sie demnach Imbiss-Systemgastronomie an etwa 100 Standorten fast ausschließlich in Deutschland und beschäftigt etwa 350 Mitarbeiter in den eigenen Betrieben sowie in der Zentrale in Leverkusen. "Die Produkte werden zusammen mit dem Sterne- und TV-Koch Mario Kotaska entwickelt und in Deutschland bei mittelständischen Metzgern und Zulieferern produziert", heißt es weiter.

Kein Tarifvertrag

Aus Sicht der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten NGG bedeutet der Betriebsübergang für die Beschäftigten mittelfristig voraussichtlich Nachteile. Während die Imbissbetriebe unter Kaufland nach dem Tarif der Systemgastronomie zahlen und die Kaufland-Gastronomie dem Verband Dehoga angehört, ist Curry Nosh weder Mitglied des Arbeitgeberverbands, noch wird dort nach Tarif gezahlt. "Die Betroffenen drohen nach der gesetzlichen Übergangszeit von zwölf Monaten in ein Loch zu fallen", sagt Frank Meckes, Gewerkschaftssekretär in Heilbronn.


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