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Obersulm

Industriekamerahersteller IDS wächst und investiert

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Das Hightech-Unternehmen aus Obersulm peilt im laufenden Jahr zweistelliges Wachstum an. Im Ausland ist die Firma zuletzt stark gewachsen. Ein neues Produkt mit künstlicher Intelligenz soll zusätzliche Kunden ansprechen.

Am Stammsitz in Obersulm werden die Kameras entwickelt und produziert. 
Fotos: IDS
Am Stammsitz in Obersulm werden die Kameras entwickelt und produziert. Fotos: IDS  Foto: IDS

Der Industriekamerahersteller IDS Imaging Development Systems peilt nach einem guten Jahr 2019 weiteres Wachstum an. Wie das Obersulmer Unternehmen mitteilte, soll es im laufenden Jahr ein zweistelliges Umsatzwachstum geben. Im Geschäftsjahr 2019 lag das Plus "im höheren einstelligen Prozentbereich", genaue Umsatzzahlen veröffentlicht das Unternehmen nicht. Man sei damit aber gegen den Trend gewachsen, betont IDS. Der Maschinenbauerverband VDMA hatte für den Bereich industrielle Bildverarbeitung ein Umsatzminus von sieben Prozent prognostiziert.

Der Sohn des Gründers rückt in die Geschäftsführung

Mit der Ertragslage zeigte sich Jan Hartmann zufrieden. "Wir können nicht klagen", sagte der älteste Sohn von Firmengründer Jürgen Hartmann. Jan Hartmann, Geschäftsführer des kürzlich gegründeten Schwesterunternehmens IDS Innovation, rückt zum 1. März in die Geschäftsführung von IDS auf. Er folgt auf Daniel Seiler, der das Unternehmen nach 14 Jahren auf eigenen Wunsch verlässt. Mit dem künftigen Führungs-Duo aus Vater und Sohn soll die Zukunft des Familienunternehmens gesichert werden.

Mehr Platz für die Auslandsniederlassungen

Im zurückliegenden Jahr sind die Obersulmer vor allem in Nordamerika stark gewachsen. Auch an den anderen Auslandsstandorten in Japan, Südkorea und in Großbritannien lief es sehr gut für IDS, so dass überall zusätzliche Mitarbeiter für Vertrieb und Systemberatung eingestellt wurden. Außerdem zogen alle vier Auslandsniederlassungen in größere Räume, um Platz für das erwartete weitere Wachstum zu haben.

In der neuen Kamera IDS NXT steckt künstliche Intelligenz.
In der neuen Kamera IDS NXT steckt künstliche Intelligenz.  Foto: IDS

Trotz der dynamischen Entwicklung im Ausland schlägt das Herz von IDS weiterhin in Obersulm. Hier werden die Hightech-Industriekameras entwickelt und produziert, 300 der insgesamt 325 Mitarbeiter sind am Stammsitz beschäftigt - Tendenz steigend, wie Jan Hartmann berichtet.

Zweistelliges Plus bei den Aufträgen

Für das laufende Jahr sind die Geschäftsführer angesichts der großen Kundennachfrage optimistisch. IDS hat derzeit 16 Prozent mehr Aufträge in den Büchern stehen als vor Jahresfrist. "Für das zweite Quartal erwarten wir die Auslieferung der 1,5-millionsten Kamera", blickt Jan Hartmann voraus.

Das Unternehmen

IDS wurde 1997 gegründet und hat sich zu einem international tätigen Spezialisten für Industriekameras mit 325 Mitarbeitern entwickelt. Das Obersulmer Unternehmen hat Niederlassungen in den USA, Japan, Südkorea und Großbritannien sowie weitere Repräsentanzen. Die Kameras kommen in industriellen Bereichen zum Einsatz, aber auch in der Medizintechnik, der Sicherheitsbranche oder der Forschung.

Viel Potenzial sehen die Obersulmer in ihrer neuen Kamera IDS NXT, die mit künstlicher Intelligenz (KI) ausgestattet ist. Diese neuartigen Kameras besitzen eine integrierte Recheneinheit und müssen somit nicht mehr an einen Computer angeschlossen werden. Die Bildverarbeitung kann dann direkt in der Kamera erfolgen. Und ein KI-Prozessor ermöglicht es Hartmann zufolge, neuronale Netzwerke direkt auf die Kamera zu laden. Als potenzielle Kunden für die Neuentwicklung hat IDS die Agrartechnologie und auch den Bereich Qualitätssicherung im Visier.

Innovations- und Technologiezentrum B39 ensteht

Das Unternehmen investiert nicht nur in neue Produkte und in die Auslandsexpansion. Am Stammsitz entsteht gerade das größte Erweiterungsprojekt der Firmengeschichte. B39 heißt das Innovations- und Technologiezentrum, das Ende September eröffnet werden soll.

Der 4500 Quadratmeter große Komplex bietet Arbeitsplätze für 200 Mitarbeiter, dazu kommt ein Betriebsrestaurant und ein Veranstaltungsraum für 200 Besucher. Außerdem wird dort die B39-Akademie angesiedelt, in der Schulungen für IDS-Mitarbeiter und Startups angeboten werden sollen. Auch an die Einrichtung einer Kita denkt das Unternehmen - allerdings erst im nächsten Ausbauschritt.

 

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