Huber Packaging: Andreas Meister nimmt private Auszeit
Der Familiengeschäftsführer von Huber Packaging kehrt dem Tagesgeschäft den Rücken und sitzt künftig wieder im Beirat.

Andreas Meister zieht sich aus dem operativen Geschäft des Unternehmens zurück. Fotos: Hohl, Archiv/Tschwerwitschke
2010 trat Andreas Meister überraschend in die Geschäftsführung der Öhringer Huber Packaging Group ein, wo er unter dem damaligen Vorsitzenden der Geschäftsführung, Rainer Opferkuch, und inzwischen unter Thomas Hagen für Marketing- und Vertriebsthemen verantwortlich zeichnet.
Nicht minder überraschend hat der 42-Jährige heute Führungskräften und Beschäftigten erklärt, dass er sich Ende Mai aus dem operativen Geschäft des Unternehmens zurückzuziehen wird. "Nach sechs Jahren möchte ich künftig mehr Zeit für andere Dinge haben", heißt es in einem Brief an die Mitarbeiter, in dem er auch seine gesundheitliche Vorgeschichte als Grund für den Schritt anführt.
Internationalisierung
"Diese Entscheidung habe ich mir nicht leicht gemacht", schreibt er. "Es war mir persönlich sehr wichtig, Huber zukunftsorientiert aufzustellen und die Veränderung vom deutschen Dosenhersteller zum internationalen Verpackungsanbieter anzustoßen. Der Bau einer Fabrik in Russland ist zwar gescheitert, von einem Wettbewerber hat das Unternehmen, das bisher in Öhringen, Österreich und Ungarn vertreten war, im vergangenen Jahr vier Standorte in der Schweiz, Finnland, Großbritannien und Frankreich übernommen.
Durch die Übernahme dieser Fabriken stieg der Umsatz im vergangenen Jahr auf über 180 Millionen Euro, die Mitarbeiterzahl auf 1000. Genauere Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr hat das Unternehmen noch nicht vorgelegt. "Mit dem internationalen Wachstum und dem Einstieg in ein profitables Segment für Kunststoffverpackungen haben wir die Grundlage für eine weitere erfolgreiche Entwicklung des Familienunternehmens gelegt", ist er überzeugt.
Andreas Meister werde Huber aber auch künftig eng verbunden bleiben, heißt es bei dem Öhringer Unternehmen: als wichtigster Gesellschafter und "nach einer angemessenen Cooling-Off-Periode" auch wieder im Beirat des Unternehmens. Seinen Sitz im Beirat hatte Meister 2010 einer Cousine überlassen.
Nachfolge offen
Bis auf Weiteres übernehmen seine Aufgaben die beiden Geschäftsführungskollegen Thomas Hagen und Frank Schulten, die Entscheidung über eine Nachfolgeregelung ist noch nicht getroffen. Beiratschef Martin Bertinchamp dankt Meister in seinem Schreiben in aller Form und wünscht dem Hauptgesellschafter alles Gute für den neuen Lebensabschnitt: eine private Auszeit.
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