Hohenlohe auf dem roten Teppich
Industrienetzwerk Innovationsregion Hohenlohe strebt die Ausrichtung des regionalen Digital-Hubs an. Generationswechsel im Vorstand: Guido Rebstock ist jetzt Geschäftsführer.

Nur der Name Künzelsau stand auf der Karte im Nordosten Baden-Württembergs, als Guido Rebstock vom Urlaub in Florida aus die Zeremonieverfolgte, bei der die Standorte der Digital-Hubs in Baden-Württemberg bekanntgegeben wurden. Als ehemaliger Ministerialdirektor im Stuttgarter Wirtschaftsministerium weiß er genau, wie bemerkenswert das ist.
Künzelsau war aufgeführt, weil der regionale Digital-Hub seinen Sitz in der Kreisstadt des Hohenlohekreises haben wird - bei der Innovationsregion Hohenlohe, deren geschäftsführender Vorstand Rebstock ist, wird das neue Netzwerk seinen Sitz haben. Nicht nur in Stuttgart, sondern auch in der Region selbst ist der Verein damit eine ganz neue Hausnummer. "Wir haben die Ausrichtung komplett überarbeitet", sagt Mitgründer Thomas Philippiak, der noch Vorsitzender des Vereins ist. "Wir wollten klotzen nicht kleckern." 26 Mitgliedsunternehmen gehören dem Netzwerk an: Von Arnold Umformtechnik über EBM-Papst, LTI, R. Stahl, Rosenberg bis zur Würth-Elektronik-Gruppe und Ziehl-Abegg.
Künftig sollen auch Gründer unterstützt werden
Nicht nur die Schulen sollen das Spielfeld des Netzwerks Hohenloher Industriebetriebe sein, wie es in der Vergangenheit war. Vom Kindergarten bis zum Start-up soll die Unterstützung des Vereins nun reichen - weiterhin mit dem Ziel die Zukunft der Industrie im ländlichen Hohenlohe zu sichern. Die vom bisherigen Geschäftsführer Kurt Finkenberger vorangetriebene Arbeit mit den Schulen, betonen Thomas Philippiak und Guido Rebstock einmütig, solle aber beibehalten werden. Denn: "Nur 15 Prozent der Jugendlichen in Deutschland wollen einen Mint-Beruf erlernen", bedauert Rebstock. Also im naturwissenschaftlich-technischen Bereich arbeiten. Das müsse sich ändern.
Beim geplanten Digital Hub werden die Hohenloher eng mit der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken (WHF), die den Förderantrag stellte, und der Hochschule kooperieren. Im Hintergrund hatte IHK-Präsident Harald Unkelbach die Fäden in der Hand. "Er hat es geschafft, die Region hinter dem Projekt zu einen", sagt Rebstock. Wie die Arbeit im Einzelnen aussehen werde, wird erst noch festgelegt. Klar ist aber: "Es geht immer um Bildung", sagt Philippiak. Darum, geeigneten Nachwuchs für die Betriebe in der Region heranzuziehen. Zugleich erwartet er, dass sich durch die Digitalisierung die Strukturen der Bildung verändern.
Neues Vorstandsteam
Der neue Elan des Vereins geht einher mit dem neu konstituierten Vorstand, dem neben Thomas Philippiak und Guido Rebstock auch Harald Unkelbach sowie Norbert Schuster (Ziehl-Abegg), Elmar Zeitler (Kriwan) der Hohenloher Sparkassen-Chef Bernd Kaufmann angehören. Ausgeschieden sind neben Kurt Finkenberger auch der langjährige Bürkert-Chef Gerhard Hettinger und Ex-Sparkassenvorstand Werner Gassert.
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