Intersport-Chef Alexander von der Preen bekräftigt Ablehnung der AfD
Intersport-Chef und HDE-Präsident Alexander von Preen spricht beim Stimme-Live-Talk "Ohne Ausrede" Klartext und positioniert sich auch politisch eindeutig gegen die AfD.

Alexander von Preen ist bekannt als Mann der klaren Worte. Der Chef des Sportfachhandelsverbundes Intersport ist zugleich Präsident des Handelsverbandes Deutschland (HDE) und weiß daher genau, wie wichtig deutliche Kommunikation ist, wenn man gehört werden will. Das zeigte von Preen auch beim Stimme-Live-Talk "Ohne Ausrede". Am Donnerstag stand der Manager in der Skybar des Heilbronner Park-Hotels Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer Rede und Antwort. Und bezog dabei auch politisch Stellung.
Von Preen ist optimistischer als viele Einzelhändler
Der darbende Einzelhandel und die Verödung der deutschen Innenstädte sind Themen, die sowohl den Intersport-Chef als auch den HDE-Präsidenten von Preen beschäftigen. Doch im Gegensatz zu vielen Handelsexperten und Einzelhändlern ist der 59-Jährige optimistisch. Im Intersport-Verbund hat er sich das Ziel gesetzt, bis 2030 100 neue Läden zu eröffnen. "Das werden wir auch schaffen", sagt von Preen. Allein in diesem Jahr würden 16 neue Intersport-Geschäfte eröffnet. Dabei gehe es nicht nur um Nachfolgeregelungen oder Übernahmen, sondern auch um neue Mitglieder.
Drei Faktoren sind für eine erfolgreiche City zentral
Wie man die Menschen wieder in die Innenstädte locken kann, will Heer wissen. "Wir holen die Leute schon zurück in die Stadt", antwortet von Preen. Seit dem Ende der Corona-Pandemie sei eine deutliche Belebung der Innenstädte festzustellen. Gleichwohl nennt von Preen drei zentrale Erfolgsfaktoren für eine attraktive, belebte City: "Sicherheit, Sauberkeit, Erreichbarkeit." Dass es hier in vielen Städten Defizite gebe, räumt er ein. Heilbronn etwa macht derzeit mit dem florierenden Drogenhandel rund um den Marktplatz Schlagzeilen. Muss die Stadt hier mehr tun, fragt Heer? "Man muss diese Themen angehen, sonst wird man es nicht schaffen, den Wohlfühleffekt zurück in die Stadt zu holen", sagt er.
Die Stadt darf kein Museum sein, sondern ein Eventzentrum
Klar ist für den Verbandschef aber auch, dass die Städte den Besuchern etwas bieten müssen. "Die Stadt darf kein Museum sein, sondern ein Eventzentrum." Vor allem jüngere Menschen würden attraktive Angebote erwarten. "Die Jungen wollen etwas Neues haben", nimmt von Preen Händler und Stadtverantwortliche in die Pflicht. Auch die Immobilienbesitzer müssten ihren Beitrag leisten, etwa durch flexible Mieten, die sich am Umsatz des Händlers orientieren. "Alle müssen gemeinsam nach Lösungen suchen", betont der Manager. Und jede Idee sei erst einmal gut und sollte ausprobiert werden, findet von Preen.
Von Preen kritisiert die AfD als Spaltpilz der Gesellschaft
Mit Blick auf die Landtagswahlen in Ostdeutschland positioniert sich von Preen sehr deutlich. "Ich kann nur alle Akteure davor warnen, die gesellschaftlichen Spielregeln in Richtung Ausgrenzung und Hass zu verschieben. Das führt Gesellschaft und Wirtschaft nicht in eine positive Zukunft, sondern in eine Sackgasse", sagte er vor einigen Tagen.
Bei "Ohne Ausrede" bekräftigte von Preen seine Ablehnung der AfD, der er das Intersport-Eventzentrum Redblue auf keinen Fall zur Verfügung stellen würde. Man dürfe keine Spaltpilze wie die ausländerfeindliche AfD zulassen. "Wir leben gemeinsam mit den Menschen, die zu uns kommen, wir sind angewiesen auf deren Unterstützung und freuen uns über deren Unterstützung. Wir sind ein Team und wollen das in Zukunft auch bleiben", sagt von Preen.
Vor den Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen bezieht der Handel Stellung. Die Supermarktkette Edeka veröffentlichte einen ganzseitigen Aufruf in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", in der" Zeit" sowie in sozialen Netzwerken. Die Anzeige hat den Titel "Warum bei Edeka Blau nicht zur Wahl steht". Dies ist eine Anspielung auf die AfD, die Blau als Parteifarbe benutzt. "In Deutschland sind die Blauen schon heute die größte Bedrohung einer vielfältigen Gesellschaft", heißt es darin.

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