Getrag investiert zwölf Millionen in Hohenlohe

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Neuenstein - In eine Vergrößerung der Produktionsfläche im Werk Neuenstein sowie in neue Maschinen investiert der Untergruppenbacher Getriebehersteller Getrag in den kommenden Monaten zwölf Millionen Euro. Das Werk wird dabei komplett umorganisiert.

Von Manfred Stockburger

Neuenstein - Vor einem Jahr galt das Werk Neuenstein des Getriebebauers Getrag im Unternehmen noch als Problemfall. Jetzt hat sich die Lage um 180 Grad gedreht: Getrag nimmt zwölf Millionen Euro in die Hand, vergrößert die Produktionsfläche und kauft zusätzliche Maschinen. Nach dem Umbau soll Neuenstein Vorbild für alle anderen Werke der Gruppe sein. Gleichzeitig sagt Werkleiter Peter Tillmann, dass der Personalstand von aktuell 962 Beschäftigten gehalten werden soll.

Der Erweiterungsbau ist Voraussetzung dafür, dass der sogenannte Masterplan im Werk umgesetzt werden kann. Der beinhaltet nicht weniger, als dass die komplette Pyramide, mit der die Organisation des Werks dargestellt ist, auf den Kopf gestellt wird: Künftig wird es wieder Produktionsteams geben, die für Produktgruppen verantwortlich sind und nicht nur für einzelne Arbeitsschritte.

Neue Strukturen

Außerdem werden die Fertigung und Montagebereiche aufgeteilt in Abteilungen, die für Großseriengetriebe zuständig sind, und in andere, die sich mit Getrieben für Kunden wie den Sportwagenbauer Ferrari oder den Mercedes-Veredler AMG befassen. Den jeweiligen Bedürfnissen entsprechend werden sie mit eigenen Maschinen ausgestattet.

Damit soll die Qualität verbessert und der Logistikaufwand verringert werden. Im Zuge der vielen Umstrukturierungen der vergangenen Jahre war die Produktion auf ein System umgestellt worden, das sich als problematisch und wenig effizient erwiesen hatte. Außerdem war die Produktion dadurch sehr störanfällig geworden.

Mit der Neuausrichtung des Werks einher geht auch eine Verkleinerung des Produktspektrums. Ein wichtiges Ziel hat das Unternehmen bereits in den vergangenen Monaten erreicht: Keines der Produkte, die in Neuenstein gefertigt werden, fährt mehr Verluste ein. Das war vor Jahresfrist noch ganz anders gewesen.

Durch interne Verbesserungen, aber auch Preisverhandlungen mit den Kunden hat Getrag dies erreicht, wie Geschäftsführer Bernd Eckl erklärt. "Die Mitarbeiter in Neuenstein haben Gigantisches geleistet", sagt er. Schließlich sei die Fabrik komplett ausgelastet, so dass es für große Umbauarbeiten eigentlich keinen Freiraum gibt. Die Zusatzbelastung werde sich aber auszahlen: "Neue Aufträge bekommen wir nur, wenn wir wettbewerbsfähig sind."

Motivation

Auch Norbert Büchelmaier, der seit Oktober die Produktion in allen Werken der Getrag Group Transmissions unter sich hat, ist voll des Lobes. "Voraussetzung für die Umsetzung des Masterplans ist eine motivierte Mannschaft." Die neue Fertigungsstruktur ist für Büchelmaier wiederum "die Antwort auf die Frage, wie man in Deutschland künftig noch Getriebe herstellen kann". Die Maschinen umzuziehen, sei der einfachste Teil des Umbaus: Die Mitarbeiter müssten auf dem Weg in die Zukunft mitgenommen werden, damit sie ihre "Fabrik in der Fabrik" auch betreiben können.

Erst Mitte 2012 wird der Umbau des Werks abgeschlossen sein: Nicht nur ein Neubau muss dafür erstellt werden: Die neue Produktionsstruktur bedeutet, das praktisch alle Maschinen in andere Hallen gebracht werden müssen.

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