Georg Kohl ist jetzt Ricoh

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Brackenheim - Ricoh steht in großen Lettern am Firmengebäude in der Georg-Kohl-Straße. Ein Jahr nach der Insolvenz und zehn Monate nach der Übernahme des Druckdienstleisters durch die Deutschland-Tochter des japanischen Ricoh-Konzerns lässt das Unternehmen den angestammten Namen des Zabergäuer Traditionsunternehmens fallen.

Von unserem RedakteurManfred Stockburger
In roten Ricoh-Shirts führten Mitarbeiter ihre Maschinen vor.Foto: Ricoh
In roten Ricoh-Shirts führten Mitarbeiter ihre Maschinen vor.Foto: Ricoh

Brackenheim - Ricoh steht in großen Lettern am Firmengebäude in der Georg-Kohl-Straße. Ein Jahr nach der Insolvenz und zehn Monate nach der Übernahme des Druckdienstleisters durch die Deutschland-Tochter des japanischen Ricoh-Konzerns lässt das Unternehmen den angestammten Namen des Zabergäuer Traditionsunternehmens fallen.

Das Geschäft läuft unter neuer Flagge aber weiter − und zwar mit Schwung. Etwa 200 Mitarbeiter hat der Brackenheimer Ricoh-Standort mittlerweile wieder. "Wir haben richtig etwas bewegt", freut sich Jan Wirsam, der den Standort als Direktor führt. "Ricoh ist in Brackenheim jetzt angekommen, auch die Mitarbeiter haben das verinnerlicht." Gleich fünf Ausrufezeichen setzt Wirsam hinter sein Ja zur Frage, ob die Akquisition eine richtige Entscheidung gewesen sei.

Vor allem bei mittelständischen Kunden sieht er noch große Wachstumsmöglichkeiten. Allerdings nicht im normalen Druckgewerbe, sondern in dem Geschäftsfeld, das bei Ricoh Dokumentenmanagement genannt wird. Das heißt, dass die Kunden Daten in Brackenheim abliefern, die dort aufbereitet, verarbeitet gedruckt und auf die Post gebracht werden.

Individuell

Wirsam nenne ein Beispiel: Wenn Blutspender vom Roten Kreuz Post bekommen, dann steht auf dem Brief nicht nur der eigene Termin, sondern auch Alternativen in angrenzenden Gemeinden. Diese für jeden Adressaten individuell herauszusuchen, gehört zum Auftragsumfang der Brackenheimer. Weiterhin erstellt das Unternehmen für seine Kunden Telefon- und Stromrechnungen, die aus demselben System heraus per Post oder per E-Mail zugestellt werden.

Es sind die alten Georg-Kohl-Zukunftsthemen, die in der Ricoh-Ära jetzt neu forciert werden. Alleine in Deutschland hat der japanische Konzern, der als Druckerhersteller begonnen hat, etwa 20 000 Kunden, die von 350 Vertriebsmitarbeitern betreut werden. Die bieten jetzt auch die Dienstleistungen des Brackenheimer Ricoh Document Centers, wie die offizielle Bezeichnung des Standorts seit der vergangenen Woche lautet, ihren Kunden andienen. Auch die europäischen Ricoh-Schwestergesellschaften haben jetzt Brackenheimer Dienstleistungen im Angebot.

Das neue Selbstbewusstsein dokumentierten die Brackenheimer ein Jahr und zwei Wochen nach dem Insolvenzantrag mit einer Kundenveranstaltung, bei der sie ihren Besuchern Innovationen im Betrieb vorstellten. Ganz neu sind zum Beispiel mit auf den Empfänger zugeschnittenen Werbebotschaften bedruckte Briefumschläge.

Auf Kundenwunsch kann auch der freie Platz auf Rechnungen mit individualisierten Werbebotschaften bedruckt werden. "Der gesamte Standort wird dabei quasi zu einem einzigen Schauraum", sagt Wirsam über die Aktion "Document Center Live". Das Konzept stammt übrigens auch von Ricoh: In der deutschen Hauptverwaltung in Hannover wird an "Future Office Live"-Tagen die Bürotechnik von morgen vorgestellt.

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