Firma MTI hat sich als Zulieferer und Montagebetrieb etabliert
Ingelfingen - Das Jubiläum kommt in einer schwierigen Zeit. Ausgerechnet im zehnten Jahr ihres Bestehens hat die Ingelfinger Firma MTI mit der Wirtschaftskrise zu kämpfen. Als Zulieferer- und Montagebetrieb ist sie unmittelbar von ihrem größten Kunden abhängig - und dort galt einige Monate Kurzarbeit.

Ingelfingen - Das Jubiläum kommt in einer schwierigen Zeit. Ausgerechnet im zehnten Jahr ihres Bestehens hat die Ingelfinger Firma MTI mit der Wirtschaftskrise zu kämpfen. Als Zulieferer- und Montagebetrieb ist sie unmittelbar von ihrem größten Kunden abhängig - und dort galt einige Monate Kurzarbeit.
Firmenchef Michael Liavas blickt dennoch zuversichtlich in die Zukunft. "Wir haben immer darauf geachtet, dass wir schlank bleiben", sagt der gebürtige Grieche. "Wir sind Tschechien in der Nachbarschaft. Wir bieten Flexibilität und Qualität."
Und ein bisschen geht es ja wieder aufwärts: Vor Beginn der Krise hatte MTI 35 Angestellte und 113 Aushilfen an den beiden Standorten Ingelfingen und Öhringen. Bis Sommer war ihre Zahl auf zwölf Angestellte gesunken. Inzwischen beschäftigt Liavas wieder 18 Mitarbeiter, weitere drei Einstellungen sind geplant. Denn die Aufträge steigen wieder. Vor allem das zweite, neue Standbein, das Polieren von Metallteilen für Medizintechnik-Hersteller, verzeichnet gerade Wachstum.
Angebot
Angefangen hat Liavas aber nicht als Unternehmer. 1969 folgte er mit seiner Mutter dem Vater, der 1962 als Gastarbeiter nach Hohenlohe gegangen war. Hier machte Liavas seinen Schulabschluss, absolvierte eine Berufsausbildung bis hinauf zum Maschinenbaumeister. Beim Ventilhersteller Bürkert in Ingelfingen war er als Montageleiter tätig, bis ihm das Angebot gemacht wurde, nebenbei einen eigenen Zulieferer-Betrieb aufzubauen.
Das war 1999, als alle Welt über Firmenverlagerungen nach Osteuropa nachdachte. Das Ingelfinger Familienunternehmen wollte diesen Trend nicht mitmachen und suchte nach inländischen Alternativen, erzählt Liavas. Als Ein-Mann-Betrieb startete er schließlich im Keller des Firmen-Stammsitzes. "Ich habe von Anfang an auf Heimarbeit gesetzt", erzählt er. "Und diese Rechnung ist aufgegangen."
Krisenjahr
Zunächst verlief die Entwicklung behutsam, bis sie sich von 2006 an beschleunigte. Schließlich war der Keller zu eng: Im Juni 2008 zog MTI in die alte Mühle am gegenüberliegenden Kocherufer. "Zum Glück haben wir nicht selbst gebaut", sagt der Geschäftsführer heute. "In dieser Krise hätten wir das Projekt nicht finanzieren können." So sei das Unternehmen nach wie vor solide aufgestellt. "Wir haben überlebt, weil wir keine Schulden haben." Das Krisenjahr wurde auch für Schulungen der Mitarbeiter genutzt, vor allem im Wachstums-Bereich Schleifen und Polieren. Trotz dieses Stresses, trotz der Unwägbarkeit der Selbstständigkeit ist der 48-Jährige zufrieden damit, wie alles gekommen ist. "Ich würde es noch mal so machen", sagt er. "Ich habe zwar mehr Arbeitsstunden, aber für mich ist es auch Freiheit, selbst zu lenken." Wobei er sich für seine Mitarbeiter verantwortlich fühle. "So eine Firma ist ja wie ein eigenes Kind", meint der dreifache Vater. "Und man will ja, dass es in der Familie bleibt."
Stolz ist Liavas auch auf seine Leistung als Grieche. Im weiten Umkreis kenne er keinen Landsmann, der sich in Handwerk oder Industrie selbstständig gemacht habe. "Also dachte ich mir, es ist mal an der Zeit, dass sich einer von uns das traut."
MTI
Die drei Buchstaben stehen für Montage und Teilebearbeitung Ingelfingen: Unter diesem Namen hat die Firma als Ein-Mann-Betrieb im September 1999 ihren Betrieb aufgenommen. Seit Juni 2008 ist sie in der alten Mühle am Kocher ansässig. Das starke Wachstum der vergangenen Jahre drückt sich vor allem in der Personalentwicklung aus: Im ersten Jahr arbeitete Gründer Michael Liavas mit sechs geringfügig Beschäftigten. Auf dem Höhepunkt, 2006, waren es mehr als 140 Aushilfen, von denen dann einige übernommen wurden.

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