Erlenbacher Unternehmen DeinBus ist insolvent
Die inzwischen im Nahverkehr tätige Firma des Erlenbacher Multi-Unternehmers Tillmann Raith ist insolvent. Nach der Pleite des Versorgers Deutsche Energie im Dezember ist dies für ihn die zweite Insolvenz in weniger als einem Jahr. Doch davon lässt er sich nicht unterkriegen.

Es sind schwierige Tage für Tillmann Raith. Mit der Insolvenz der Deinbus Verkehrs-GmbH ist der Erlenbacher Unternehmer zum zweiten Mal innerhalb von neun Monaten mit einem seiner Engagements in Schieflage geraten. Ende Dezember war der Energieversorger Deutsche Energie über Streit mit den Netzbetreibern gestürzt - der Betrieb ist inzwischen eingestellt. Nun stolperte der Offenbacher Nahverkehrsbetreiber, der aus dem ersten Fernbusanbieter Deutschlands hervorgegangen ist.
Auslöser ist eine Pleite in Calw
Ursache für den Insolvenzantrag, der vor mehr als zwei Wochen beim Amtsgericht Offenbach von Co-Geschäftsführer Walter Schützenhofer eingereicht worden war, ist nach Darstellung von Raith eine andere Insolvenz - jene des Calwer Busunternehmens Rexer. Dessen Tochterfirma Verkehrsbetriebe Nagoldtal (VBN) hatte zusammen mit Deinbus zuletzt zwei Ausschreibungen gewonnen, in Langenselbold in Hessen sowie im Hunsrück.
Während der Betrieb im Hessischen im Februar startete und nach Aussagen Raiths problemlos laufe, habe die Rexer-Insolvenz Anfang Juli bedeutet, dass zum Auftakt im Hunsrück - unter anderem wird dort der Flughafen Hahn angefahren - nur noch einer der beiden Partner übrig war. Rexer sei dabei für die Beschaffung der mehr als 30 nötigen Busfahrer über einen Personaldienstleister zuständig gewesen - und dieser habe seine Mitarbeiter nach Bekanntwerden der Nachricht wieder abgezogen. "Wir haben noch probiert, den Betrieb alleine zu starten, aber es hat nicht funktioniert", räumt Raith ein. Die Folge: Mehr als drei Wochen lang sei kein Nahverkehr in jener Region gefahren.
Statt Fernbussen nur noch Nahverkehr
Längst Geschichte ist der Fernbusverkehr, mit dem Deinbus im Jahr 2011 als erstes Unternehmen in Deutschland an den Start ging. Tillmann Raith stieg 2014 als Investor ein, nachdem die Firma erstmals insolvent geworden war. Angesichts des erdrückenden Marktanteils von Flixbus sei der Betrieb Ende 2017 eingestellt worden, berichtet er. Deinbus habe sich anschließend auf den Nahverkehr konzentriert und schon 2017 mit Friedberg/Hessen eine erste Ausschreibung gewonnen. Auch dieser Linienverkehr laufe während des vorläufigen Insolvenzverfahrens planmäßig weiter. Sowohl der Betrieb in Langenselbold als auch in Friedberg rechne sich, berichtet der Geschäftsführer.
Für ihn persönlich sei die Insolvenz eines weiteren seiner Unternehmen "keine schöne Situation, weil ja immer auch Arbeitsplätze dahinterhängen", sagt der 38-Jährige. Ein Trost sei, dass nach der Insolvenz der Deutschen Energie mit Sitz in Erlenbach alle Mitarbeiter wieder eine Stelle gefunden hätten. "Aber so ist das Unternehmertum", sagt Tillmann Raith. "Man muss mit diesem Risiko umgehen." Daher bereite er gerade den Start einer neuen Unternehmung vor, zudem betreibe er einige kleinere Firmen. Ein Ende der Selbstständigkeit ist für ihn keine Option.
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