Ein neues Haus für eine neue Kaco
Der Heilbronner Dichtungshersteller Kaco legt in Kirchardt den Grundstein für künftiges Wachstum. Die neue Firmenzentrale soll schon nächsten Sommer fertig sein.

Große Erdhaufen, Gerüste, Baustahl − im Moment ist schwer vorstellbar, dass dort, wo im Moment bestenfalls die Konturen des Neuen zu erahnen sind, schon in einem Jahr die neue Heimat des bislang in Heilbronn ansässigen Automobilzulieferers Kaco sein wird.
Bisher ist das Unternehmen auf drei Standorte in Heilbronn, Talheim und Kirchardt verteilt. Gut sichtbar sind die Herausforderungen, die Planer und Bauleute durch das abschüssige Gelände zu überwinden haben. Ganz oben entsteht das Technikum mit Platz für Ingenieure und Entwickler, die künftige Produkte für die Zukunft kreieren sollen − erste Schritte in Richtung Elektromobilität hat das Heilbronner Traditionsunternehmen bereits unternommen.
22.000 Quadratmeter Fläche
Eine Terrasse tiefer, auf der Ebene des seit Mitte der 1970er Jahre in Kirchardt ansässigen Gummiwerks, wird die Produktionshalle erweitert. Außerdem entsteht dort ein Logistiklager. Auf der tiefstgelegenen der drei Terrassen baut das Unternehmen eine weitere Produktionshalle. Die insgesamt 22.000 Quadratmeter neue Produktions-, Lager und Bürofläche werden Kirchardt ins Zentrum des weltweit aktiven Unternehmens rücken. Mehrheitsgesellschafter der Firma mit 1900 Beschäftigten ist die chinesische Zhongding-Gruppe.

"Mit der Zusammenlegung der Standorte schaffen wir zusätzliches Wachstumspotenzial", sagte Geschäftsführer Markus Schwerdtfeger gestern bei der Grundsteinlegung. "Die Konzentration der gesamten Produktentstehung in Kirchardt ermöglicht uns die effiziente Entwicklung von neuen Produkten und Prozessen für die weltweiten Märkte. Das ist ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte." 1914 war die Firma als Hersteller von Dichtungen aus Kupfer und Asbest gegründet wurden.
Es sei eine große Herausforderung, das Projekt im extrem engen Zeitfenster zu stemmen − bereits Ende Juni 2018 soll das Areal an der Heilbronner Rosenbergstraße an den neuen Eigentümer Schwarz-Gruppe übergeben werden. Der Standort Talheim hat hingegen etwas länger Zeit für den Umzug.
Rekordwert wird erreicht
Mit Druck umgehen können die Kaco-Leute: Seit dem Krisenjahr 2009 sei der Umsatz um annähernd 300 Prozent gesteigert worden, sagte Schwerdtfeger. Dieses Jahr werde der Rekordwert von 215 Millionen Euro erreicht, für die nächsten Jahre erwartet er ein weiteres Plus von 60 Millionen Euro.

"Wir bauen ein neues Haus und dann eine neue Kaco", sagte er. "Die Branche steht vor einem technologischen Wandel. Dem müssen wir uns stellen." Zusammen mit der Konzernmutter Zhongding sei man auf einem guten Weg. "Wir sind finanziell wieder stabil, so können wir den Neubau meistern", sagte Schwerdtfeger, eine Investitionssumme nannte er nicht.
Größter Arbeitgeber der Gemeinde
"Auch für Vollack ist das ein bedeutendes Projekt, sagte Thorsten von Killisch-Horn von dem Karlsruher Generalunternehmer. "Gerade in der digitalen Welt sind Gebäude ein wichtiger Treffpunkt für Begegnungen zwischen Menschen", ergänzte von Killisch-Horn. Bürgermeister Gerd Kreiter hob hervor, dass Kaco mit dem Umzug der Zentrale in den Kraichgau zum größten Arbeitgeber der Gemeinde werde.
Was aus dem Heilbronner Kaco-Gelände zwischen Cäcilien-, Rosenberg-, und Südstraße wird, ist indes noch offen. Die Schwarz-Gruppe prüfe momentan mehrere Optionen, heißt es. Verschiedene Investoren hatten an dem zentrumsnahen Areal Interesse gehabt, das aber nicht dem Unternehmen, sondern dem Alteigentümer Rainer Heinrich gehörte.
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