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Eppingen

Dieffenbacher baut nun auch Kraftwerke

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Der Maschinen- und Anlagenbauer aus Eppingen übernimmt die Energie-Sparte der österreichischen Firma Bertsch. Die Geschäfte liefen zuletzt gut - und nicht nur deshalb dürfte dieses Jahr gefeiert werden.

Kessel, Feuerungsanlagen sowie Turbinen zur Strom- und Dampfproduktion stellt die Firma Bertsch Energy her. Aus einer Insolvenz heraus wurde sie zu Jahresbeginn vom Eppinger Anlagenbauer Dieffenbacher übernommen.
Kessel, Feuerungsanlagen sowie Turbinen zur Strom- und Dampfproduktion stellt die Firma Bertsch Energy her. Aus einer Insolvenz heraus wurde sie zu Jahresbeginn vom Eppinger Anlagenbauer Dieffenbacher übernommen.  Foto: Dieffenbacher

Es ist zwar nur ein Unternehmen mit 150 Beschäftigten - aber für den Maschinen- und Anlagenbauer Dieffenbacher bedeutet es einen Umsatzsprung von etwa 25 Prozent und den Einstieg in ein neues Geschäftsfeld. Zu Jahresbeginn hat das Familienunternehmen die Firma Bertsch Energy mit Sitz in Bludenz in Vorarlberg übernommen.

Bislang war der Hersteller von Feuerungsanlagen, Gas- und Dampfturbinen Teil der Bertsch-Gruppe, die im Schwerpunkt Anlagen für die Milch- und Fleischindustrie herstellt. Im Zuge der Insolvenz des Kraftwerksbauers gelang es dem Eppinger Familienunternehmen nun, die Energiesparte mit der angehängten Service-Gesellschaft zu erwerben.

Bereits vor dem Einstieg zusammen an Projekten gearbeitet

"Wir hatten schon vor der Insolvenz Interesse an einem Einstieg bekundet", berichtet Christian Dieffenbacher, geschäftsführender Gesellschafter der Kraichgauer. Ohnehin hätten beide Firmen bereits gemeinsam an Projekten gearbeitet, bei denen Bertsch zum Beispiel Kessel und Komponenten zur Stromerzeugung beisteuerte. Das Unternehmen solle nun unter dem Namen Dieffenbacher Energy weitergeführt werden, alle Mitarbeiter würden übernommen, der Standort in Österreich bleibe erhalten.


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Dieffenbacher hat weltweit an die 1700 Mitarbeiter, davon mehr als 800 am Stammsitz in Eppingen. Im vergangenen Jahr wuchs der Umsatz nach ersten Ergebnissen von 389 auf 420 bis 450 Millionen Euro - genaue Zahlen liegen erst nach Ostern vor, sagt Christian Dieffenbacher. Den Umsatz von Bertsch Energy beziffert er auf etwa 100 Millionen Euro. Aber auch organisch wolle Dieffenbacher in diesem Jahr die Schwelle von 500 Millionen Euro Umsatz überschreiten, sagt er.

Das Spektrum wird erweitert

Der Schritt zum Kraftwerksbauer ist für die Eppinger ein logischer. Schon für ihre Anlagen zur Herstellung von Spanplatten haben sie auch Energiesysteme im Portfolio, die anfallende Holzabfälle verfeuern. Außerdem sind für diese Produktionsprozesse ohnehin Trocknungsanlagen nötig. Kunden können diese Anlagen dazu nutzen, um ihre Werkshallen zu beheizen - auch solche Systeme werden bereits angeboten.

"Wir hatten bislang aber nur klassische Rostfeuerung im Programm", erklärt der Geschäftsführer. Nun kommen Wirbelschicht-Feuerungsanlagen, Gas- und Dampfturbinen hinzu. Vor allem die Wirbelstrom-Kessel seien ein Zukunftsfeld - sie können auch mit festen Stoffen, von Biomasse bis zu Abfällen, betrieben werden, erläutert Christian Dieffenbacher.

Neues, viertes Geschäftsfeld

Der Eppinger Maschinenbauer erhält mit dem Kraftwerksbau ein neues, viertes Geschäftsfeld. Bislang gibt es die Sparten Recycling, Holz und Umformtechnik, wobei die Recyclingsparte auch erst seit 2019 besteht. Das Unternehmen wurde 1873 vom Schlossermeister Jacob Dieffenbacher gegründet und baute anfangs hydraulische Obst-, Wein- und Speiseölpressen. Über die Jahrzehnte spezialisierte es sich auf Umformtechnik und Anlagen für die Herstellung von Spanplatten.

 

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