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Die Abfall-Offensive der Schwarz-Tochter Prezero

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Das dritte Standbein der Schwarz-Gruppe hat deutlich zugelegt. Der Entsorger Prezero beschäftigte zum Jahresende bereits 4800 Mitarbeiter – zwölf Monate zuvor waren es 3600. Auch der Umsatz dürfte weit über den 500 Millionen Euro von 2019 liegen.

Die Fahrzeuge von Prezero sind inzwischen in ganz Deutschland unterwegs.
Foto: PreZero
Die Fahrzeuge von Prezero sind inzwischen in ganz Deutschland unterwegs. Foto: PreZero  Foto: prezero

Genaue Zahlen werden allerdings erst genannt, wenn die Schwarz-Gruppe ihre Bilanz präsentiert – und das ist frühestens Ende Juli geplant.

Das starke Wachstum beruhte vor allem auf der Übernahme der Aktivitäten des französischen Entsorgers Suez in Schweden im Dezember, erläutert ein Unternehmenssprecher. Hinzu kamen Übernahmen mehrerer Mittelständler in Polen und Deutschland. Zu Anfang Juni wurden auch Teile von Suez in Deutschland, Luxemburg, den Niederlanden und Polen übernommen. Die Belegschaft stieg dadurch auf aktuell etwa 13.000.


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"Unser Portfolio im Bereich Sortierung und Recycling konnten wir durch die Inbetriebnahme einer Sortieranlage, der Beteiligung an Kunststoffrecycling Grünstadt sowie der Eröffnung einer neuen Recyclinganlage bei Prezero US weiter vorantreiben", wird weiter berichtet. Anfang dieses Jahres wurden dann in Bremen und im belgischen Evergem zwei weitere hochmoderne Sortieranlagen in Betrieb genommen. Offensichtlich will das Unternehmen nun erst einmal verschnaufen: "Zunächst liegt unser Schwerpunkt noch auf der erfolgreichen Integration der neuen Kollegen und Standorte." Immerhin verfügt das Unternehmen nun über 280 Standorte in acht europäischen Ländern – etwa 140 kamen alleine durch die Suez-Übernahmen in Mitteleuropa hinzu, 50 durch den Zukauf in Schweden.

Während der Pandemie entwickelten sich die Müllmengen bei Prezero unterschiedlich. Während es beim Hausmüll ein Plus von etwa 15 Prozent über alle haushaltsnah erfassten Fraktionen gab, sanken die Tonnagen beim Gewerbeabfall. Wichtigste Ursachen dafür waren die Verlegung vieler kaufmännischer Arbeitsplätze in das Homeoffice und die Zunahme des Versandhandels, erläutert der Unternehmenssprecher. In Gewerbe und Industrie und vor allem bei der Gastronomie machten sich die corona-bedingten Schließungen bemerkbar.

Prezero ist aus der 2009 gegründeten Entsorgungssparte Greencycle der Schwarz-Gruppe hervorgegangen. Zunächst war das Unternehmen nur für die Entsorgung von Wertstoffen bei Lidl zuständig, erst drei Jahre später wurden die Aufgaben auch auf Kaufland und die Produktionsbetriebe der Gruppe, etwa die Mineralbrunnen, die Schokoladen- und die Eisfabrik oder die Fleischwerke, erweitert. Der Name Prezero wurde 2018 kreiert, und im gleichen Jahr folgte mit der Übernahme der Tönsmeier-Gruppe aus Porta Westfalica der Aufstieg zum fünftgrößten Entsorger Deutschlands. Weitere kleinere Zukäufe folgten 2019. Vergangenes Jahr ging das eigene Duale System an den Start, zunächst in sieben Bundesländern – inzwischen ist es deutschlandweit aktiv. Mit der Übernahme der Suez-Gesellschaften – übrigens mit Ausnahme der Bereiche Kunststoffrecycling und Entsorgung von gefährlichen Abfällen – ist Prezero ein großer europäischer Player geworden.

 

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