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Ilshofen

Aus Maas Profile wird Maas Profilzentrum

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Auch für Maas Profile gibt es eine Lösung: Das letzte der drei Unternehmen aus der Ilshofener Bauzulieferer-Gruppe geht aus der Insolvenz. Der Fokus liegt nun auf Süddeutschland.

Von Heiko Fritze
Bereit für den Neustart: Ein Großteil der Mitarbeiter der Maas Profilzentrum GmbH hat sich vor einem der eigenen Lastzüge auf dem Hof des Firmengeländes in Ilshofen-Eckartshausen postiert. Rechts Geschäftsführer Wolfgang Maas.
Bereit für den Neustart: Ein Großteil der Mitarbeiter der Maas Profilzentrum GmbH hat sich vor einem der eigenen Lastzüge auf dem Hof des Firmengeländes in Ilshofen-Eckartshausen postiert. Rechts Geschäftsführer Wolfgang Maas.  Foto: privat

Die Sonne strahlt wieder über Eckartshausen. Aus gutem Grund: Auf dem weitläufigen Gewerbegelände am Eingang des Ilshofener Ortsteils ist wieder Zuversicht eingekehrt.

Etwas mehr als ein Jahr nach der Insolvenz der Maas-Gruppe ist auch für den letzten Firmenteil, die Maas Profile GmbH, eine Lösung gefunden worden: Mit etwa 120 von einst 180 Mitarbeitern startet der alte und neue Geschäftsführer Wolfgang Maas den Neubeginn. Das Unternehmen heißt nun Maas Profilzentrum GmbH.

Zwei große Walzstraßen stehen bereit

Dachelemente werden hier hergestellt: Well- und Trapezbleche, häufig bereits auf die Maße des Kundenprojekts zugeschnitten. Dazu stehen zwei lange Walzstraßen in der zentralen Fertigungshalle: Hier werden die Metallbänder aus Aluminium oder Stahl, im Fachjargon Coils genannt, abgewickelt, zugeschnitten und in Form gebracht. Die fertigen Profilteile werden dann an die Kunden geliefert – und dabei handelt es sich vor allem um Fachhandelsverbünde und Profi-Handwerker, erläutert Wolfgang Maas.

"Wir haben einen sehr guten Namen und ein sehr gutes Netzwerk in den Profi-Baustoffmärkten", ergänzt Vertriebsleiter Alexander Brichta, einer der drei neuen Bereichsleiter. Die Kunden hätten dem Unternehmen auch während der Insolvenzverwaltung die Treue gehalten. Der Umsatz werde dieses Jahr zwar um etwa 20 Prozent sinken. Das Ziel von 25 Millionen Euro werde aber nach derzeitigem Stand erreicht.

Damit sind Maas und Brichta auch zufrieden: "Wir machen eben nicht mehr alles", sagt der alte und neue Geschäftsführer. Große Renommierprojekte im Ausland würden jetzt zurückgefahren, dafür im Schwerpunkt vor allem Abnehmer im süddeutschen Raum – der Radius reicht von Koblenz über Kassel bis Chemnitz – beliefert.

Die Zeit der Insolvenz war ein Auf und Ab

Aus der Insolvenz der Gruppe hat Wolfgang Maas Konsequenzen gezogen – und auch gelernt. "Was mir leid tut: Man wurde geblendet, etwa durch ein Fußballstadion in Brasilien. Da hat man die bodenständigen Handwerker teilweise vernachlässigt", sagt der 59-Jährige. Die Zeit der Insolvenz habe er erlebt "wie in der Achterbahn: Es gab immer wieder Aufs und Abs." Nun freue er sich auf die Zukunft mit den verbliebenen Mitarbeitern. "Sie sind hoch motiviert", erzählt er. Kunden-Zielgruppe seien nun die Qualitäts-Handwerker. "Da setzen wir die Messlatte ein Stück weit höher", macht Brichta klar.

Die Unternehmens-Geschichte

Die Maas Holding bestand einst aus den Sparten Profile, Fassadenbau und Baustoffhandel und kam mit 370 Mitarbeitern 2016 noch auf 90 Millionen Euro Umsatz. Gegründet wurde das Unternehmen 1948 als Händler von Sand und Schüttgütern. Die Herstellung von Trapezprofilen kam 1977 hinzu, 1992 entstand daraus eine eigene Firma. Bemo wurde 2000 übernommen.

Vor allem durch Großprojekte im Ausland geriet die Gruppe aber schließlich in Schwierigkeiten. Nach der Insolvenz Ende August vergangenen Jahres wurde die Fassadenbau-Tochter Bemo zu Jahresbeginn an eine Investorengruppe um den bisherigen Geschäftsführer Hans Wiedemann verkauft. Die zehn Baumärkte in der Region machen seit April unter dem Namen Maas Bauzentrum GmbH weiter - die Kette mit 130 Mitarbeitern ging an Investoren unter der Führung von Wolfgangs Maas" Bruder Reinhard Maas. Nun gibt es auch für die letzte Sparte eine Lösung.

 

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