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Italien/Neckarsulm

Audi-Tochter Lamborghini verkauft erstmals mehr als 10.000 Autos in einem Jahr

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Lamborghini fährt in der Erfolgsspur. Im vergangenen Jahr hat die italienische Audi-Tochter Absatz, Umsatz und Gewinn gesteigert. Ein Modell ist gar bis Ende 2026 ausverkauft.

Lambroghini-Chef Stephan Winkelmann freut sich über den Absatzrekord. Mehr als die Hälfte der Verkäufe entfallen auf den Geländewagen Urus (links).
Lambroghini-Chef Stephan Winkelmann freut sich über den Absatzrekord. Mehr als die Hälfte der Verkäufe entfallen auf den Geländewagen Urus (links).  Foto: Lamborghini

Ein schöneres Geschenk hätte sich Lamborghini zum 60. Geburtstag im vergangenen Jahr kaum machen können: 2023 hat die Sportwagenmarke, die seit 1998 zu Audi gehört, erstmals mehr als 10.000 Fahrzeuge ausgeliefert. Ein Absatz von exakt 10.112 Autos bedeutet ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Größter Einzelmarkt sind weiterhin die USA mit 3000 Einheiten. Dahinter rangieren Deutschland (961) und China (845). „Ich bin sehr stolz, dass wir mit mehr als 10.000 Fahrzeugen einen historischen Meilenstein erreicht haben“, sagt Lamborghini-Chef Stephan Winkelmann. „Das ist ein Verdienst des gesamten Teams.“


Audi-Tochter Lamborghini: Revuelto ist bis 2026 ausverkauft

Mehr als die Hälfte des Absatzes entfiel im vergangenen Jahr auf den Geländewagen Urus. Er teilt sich die Plattform mit dem Audi RS Q8 der Audi Sport GmbH. Im März 2023 haben die Italiener den Nachfolger des Topmodells Aventador vorgestellt. Der Revuelto ist bereits bis Ende 2026 ausverkauft. Das heißt: Wer jetzt den elektrifizierten V12-Supersportwagen bestellt, wird sein Auto erst in fast drei Jahren erhalten. 

Zum Gewinn wird sich Lamborghini erst im März äußern. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres hatte der Umsatz zum ersten Mal in der Geschichte von Lamborghini die Schwelle von zwei Milliarden Euro überschritten.

Der Gewinn lag bei 618 Millionen Euro – das entspricht einem Betriebsergebnis, das bereits jetzt über dem gesamten Vorjahr liegt. Damit liegt die Umsatzrendite bei 30,5 Prozent. Lamborghini ist folglich einer der profitabelsten Hersteller der Welt. Der Gewinn dürfte Hochrechnungen zufolge zwischen 800 und 900 Millionen Euro fürs Gesamtjahr liegen.

Kooperation mit Audi in Neckarsulm

Audi und Lamborghini – diese Verbbindung hat tiefe Wurzeln in der Region. Bereits der erste Audi R8 aus Neckarsulm aus dem Jahr 2007 teilte sich Plattform und Technik mit dem Lamborghini Gallardo. Gleiches gilt seit 2015 für die zweite Generation des R8 und den Lamborghini Huracan.

Im ersten Quartal läuft der R8, der am Audi-Standort Böllinger Höfe in Heilbronn gefertigt wird, aus und erhält keinen direkten Nachfolger. Die italienische Tochter Lamborghini arbeitet hingegen an einem Huracan-Nachfolger. Der soll spätestens Ende des Jahres auf den Markt kommen. Stark getarnte Prototypen drehen bereits längere Zeit ihre Runden in Italien und auf dem Nürburgring.

Audi ist erneut am Projekt beteiligt: Ingenieure aus Neckarsulm arbeiten zusammen mit den Kollegen von Lamborghini an der Karosserie. Die Entscheidung, wie es mit einem Supersportwagen von Audi weitergeht, ist hingegen weiter offen. Unter dem Projektnamen RNext werden derzeit zwei mögliche Optionen für einen Sportwagen geprüft – vollelektrisch oder als Plug-in-Hybrid. Eine Entscheidung soll dem Vernehmen nach noch im ersten Quartal fallen.

Ausblick in die Zukunft

„Bis Ende des Jahres elektrifizieren wir unsere gesamte Palette“, sagt Lamborghini-Chef Winkelmann. „Denn neben dem Plug-in-Hybrid, den der Urus mit seiner Modellpflege bekommt, wird auch der Nachfolger des Huracan einen Hybridantrieb bekommen.“ Über die genauen Leistungsdaten hält sich Lamborghini bei beiden Modellen noch bedeckt.

Kein Geheimnis ist aber, dass neben dem aufgefrischten Urus auch Huracan-Nachfolger einen Plug-in-Hybrid erhält, der auf der Verbrennerseite von einem aufgeladenen Achtzylinder mit vier Litern angetrieben wird. Dieses Aggregat wurde von der Motorenabteilung im Audi-Werk Neckarsulm entwickelt und kommt heute bereits in einigen Modellen wie dem RS 6 Avant oder dem RS Q8 der Audi Sport GmbH zum Einsatz. 2028 soll dann das erste E-Auto von Lamborghini auf den Markt kommen.

 

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