Audi BKK: Vorstand Manfred Bischof wird verabschiedet
Neckarsulm - Am 1. April beginnt für den Vorstand der Audi Betriebskrankenkasse, Manfred Bischof, nach 40-jähriger Berufstätigkeit die Freistellungsphase der Altersteilzeit. Stimme.de sprach mit Manfred Bischof.

Neckarsulm - Am 1. April beginnt für den Vorstand der Audi Betriebskrankenkasse, Manfred Bischof, nach 40-jähriger Berufstätigkeit die Freistellungsphase der Altersteilzeit. Die offizielle Verabschiedung findet am 22. März 2010 im Audi Forum in Neckarsulm statt. Stimme.de sprach mit Manfred Bischof (Foto: Audi BKK).
40 Jahre beruflich tätig zu sein, ist eine lange Zeit. Die durchschnittliche Lebensarbeitszeit lag im Jahr 2007 bei 37 ½ Jahren. Glauben Sie, dass sich perspektivisch gesehen die Lebensarbeitszeit wieder verlängern wird?
Manfred Bischof: Diese Frage kann man nicht generell mit ja oder nein beantworten, da viele Faktoren auf dieses komplexe Thema einwirken und die Politik die Zielrichtung vorgibt. Auf Grund der demografischen Entwicklung wird die Diskussion einer wieder verlängerten Lebensarbeitszeit sicherlich ein Dauerbrenner bleiben. Allerdings sollten die Möglichkeiten aus meiner persönlichen Sicht flexibel ausgestaltet sein. Jeder sollte für sich selbst entscheiden können, ob er für ein mehr an Lebensqualität auf einen Teil seines Einkommens verzichten möchte, sofern er es auch kann.
Hier ist ein Wandel in der Gesellschaft zu beobachten. Der Trend zeigt deutlich hin auf den Wunsch einer individualisierten Lebensweise. Der Mensch möchte selbst entscheiden und nicht fremdbestimmt werden, d. h. der Begriff Verzicht ist wieder positiver besetzt als in der Vergangenheit.
Zu meiner persönlichen Lebensarbeitszeit kann ich sagen, dass mir die letzten zehn Jahre wie gefühlte vier vorgekommen sind, sicherlich bedingt durch die zunehmende Geschwindigkeit der Veränderungsprozesse.
In den 40 Jahren habe ich gelernt, dass lebenslanges Lernen eine Freude sein kann, dass man Veränderungen als eine positive Notwendigkeit betrachten sollte, und dass ohne Werte, wie beispielsweise Teamgeist, Kollegialität, die sehr wichtig sind, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein, eine Gesellschaft im Chaos enden würde.
Mein Arbeitsleben war fest geprägt durch die Tätigkeiten bei der AUDI AG und der Audi BKK sowie den Menschen in der Region. Hierfür bin ich sehr dankbar.
Sie sind jetzt zehn Jahre als Vorstand der Audi BKK tätig. Welche Erfahrungen haben Sie in dieser Zeit gemacht?
Bischof: Es ist keine neue Erkenntnis, dass durch die bisherigen Gesundheitsreformen der vergangenen Jahre, die in immer kürzeren Zeitabständen aufeinander gefolgt sind, der Stein der Weisen noch nicht gefunden worden ist.
Blicken wir auf den durchschnittlichen Beitragssatz der Betriebskrankenkassen in Baden-Württemberg zum 1. September 1970 in Höhe von 7,47 Prozent im Vergleich zum heute einheitlichen allgemeinen Beitragssatz von 14,90 Prozent. Hier kann man die Veränderungen und die daraus resultierenden und noch zu lösenden Probleme im Gesundheitswesen ansatzweise erkennen.
Zurückblickend auf Ihr Berufsleben – gibt es besondere Erlebnisse oder Ereignisse, an die Sie sich gerne erinnern?
Bischof: Ja, es wäre beispielsweise heute unvorstellbar, dass man als Auszubildender im Berufsbild Industriekaufmann am Band arbeitet, in der Schmiede Werkzeuge herstellt oder bei Hochwasser der Sulm Sandsäcke aufschichtet.
Besonders in Erinnerung ist mir der Marsch nach Heilbronn im Jahr 1975 geblieben, wo Tausende gegen die drohende Werksschließung bei Audi demonstriert hatten. Hier war ich ebenfalls dabei gewesen, wenn man sich überlegt ein heute historisches Ereignis und für meinen beruflichen Weg richtungweisend.
Als IT-Beauftragte mussten wir in den frühen 80er Jahren eine Datensicherung auf „großen Tortenplatten“ vornehmen, deren einzelne Speicherkapazität nur 300 MB betragen hatte. Bei den heutigen Speicherkapazitäten unvorstellbar.
Der Datenschutz wurde früher in der Art und Weise sichergestellt, dass man eigenständig die Unterlagen in die Verbrennungsanlage der Audi AG überführt hat. Heute haben sich die Sicherheitsauflagen, zum Beispiel Beauftragung von Spezialfirmen, -container, in diesem Bereich vervielfacht.
Die Öffnung und die Fusion der Audi BKK in Neckarsulm und der Audi BKK in Ingolstadt im Jahr 2000 war ein wichtiger Schritt der Audi BKK in eine erfolgversprechende Zukunft. Im Jahr 2006 erfolgte die Fusion mit der BKK der Alcan Singen GmbH. Die Südschiene der Audi BKK konnte somit weiter ausgebaut werden.
Ein besonderes Ereignis war sicherlich der Umzug im Jahr 2006 in die heutigen Geschäftsräume im Gebäude C11 am Tor 10. Hier wurde die ehemalige Fahrzeugauslieferungshalle im Zuge großer Umbauaktivitäten neu gestaltet. Als Provisorium diente damals ein Gebäude, das aus einer Containerlandschaft bestand. Hier war die Flexibilität aller Beteiligten sehr gefragt.
Im gleichen Jahr feierte die Audi AG 100 Jahre Automobilbau in Neckarsulm. An zwei Tagen der offenen Tür waren mehr als 100.000 Audi-Besucher im Werk zu Gast. Davon informierten sich viele bei der Audi BKK im Gebäude C 11 über die Leistungen der
Audi BKK sowie über weitere Gesundheitsdienstleistungen von Geschäftspartnern der Audi BKK.
Ein weiteres Highlight bildete sicherlich im Jahr 2009 die 1. Gesundheitsmesse mit rund 12.600 Besuchern in der Ballei in Neckarsulm. Aus dem letzten Jahr war die Eröffnung des Stadtbüros im Bürgertreff in Neckarsulm ein sehr positives Ereignis.
Haben Sie ein Lebensmotto?
Bischof: Ja, zum einen „Die Bewegung ist die Seele aller Dinge“ (Paul Klee) und zum anderen es ist alles möglich. So betrachte ich meine neue Lebensphase auch als Chance und freue mich auf die neuen Möglichkeiten, die mir gegeben sein werden. Besonders freue ich mich auf die gemeinsame Zeit mit meiner Frau Angelika und meinem Sohn Tobias, die mir in den zurückliegenden Jahren immer den Rücken gestärkt und freigehalten haben. Dies ist nicht selbstverständlich. In diesem Zusammenhang erachte ich eine Lebensweisheit für sehr wichtig: Dankbarkeit, Wertschätzung und Respekt.
Steckbrief
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Name: Manfred Bischof
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Funktion: Vorstand Audi Betriebskrankenkasse in Neckarsulm
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Familienstand: Verheiratet seit 1975, Sohn Tobias
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Ausbildung/Fortbildung: Industriekaufmann, Sozialversicherungsfachangestellter, Betriebswirt VWA
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Beruflicher Werdegang: Gruppenleiter Leistungen, seit dem Jahr 2000 Vorstand
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Freizeitaktivitäten: Reisen, Nordic-Walking, Paragliding, Motorradfahren
Stimme.de
Kommentare
am 21.03.2010 09:50 Uhr
ich mal alles Gute aus der Ferne... ein ex Stift
das geilste war, dass man als Stift in der BKK
seine Krnakmeldung selbst bearbeiten durfte...