Als jüngste Tochter 100 geworden

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Neckarsulm - Mehr als 400 Gäste waren am Freitagabend auf das Betriebsgelände des Sanitärgroßhändlers Schrade gekommen: Geschäftspartner, Vertreter von Verbänden und Kammern, Lokalpolitiker. Sie erlebten ein abwechslungsreiches Programm mit dem Kabarettisten Christoph Sonntag als Höhepunkt..

Von Christian Gleichauf
Schrade-Geschäftsführer Ralf von Briel zeigt, wo alles angefangen hat: 1910 hatte Christian Schrade ein Eisenmagazin in der Marktstraße 12 gekauft.Foto: Gleichauf
Schrade-Geschäftsführer Ralf von Briel zeigt, wo alles angefangen hat: 1910 hatte Christian Schrade ein Eisenmagazin in der Marktstraße 12 gekauft.Foto: Gleichauf

Neckarsulm - Dass der Sanitärgroßhändler Schrade seinen 100. Geburtstag feiern darf, ist nicht selbstverständlich. Schließlich wurde das Unternehmen vor zwei Jahren von der Ludwigsburger Lotter-Gruppe mehrheitlich übernommen. Glücklicherweise haben dort die Geschäftsführer Helmut und Gerhard Ernst seit Jahrzehnten eine ähnliche Firmenkultur wie Schrade gepflegt. Und so behielt die jüngste Tochtergesellschaft der Ludwigsburger viel Eigenständigkeit und durfte diese auch feiern. "Sie haben erkannt, dass es in Neckarsulm viel Bewahrenswertes gibt", bedankte sich Schrade-Geschäftsführer Ralf von Briel bei dem Brüderpaar.

Mehr als 400 Gäste waren am Freitagabend auf das Betriebsgelände gekommen: Geschäftspartner, Vertreter von Verbänden und Kammern, Lokalpolitiker. Sie erlebten ein abwechslungsreiches Programm, das als Höhepunkt ein Pointenfeuerwerk des Kabarettisten Christoph Sonntag bot. Manche Träne wurde da aus den Augen gedrückt.

Geschichte

Zuvor hatte Beatrice Schrade, die Enkeltochter des Firmengründers, die Entwicklung des Unternehmens Revue passieren lassen. Sie zitierte aus der Rede ihres Großvaters zum 25-jährigen Bestehen, als Christian Schrade die damals schon insgesamt 100-jährige Tradition des von ihm gekauften Eisenmagazins an der Marktstraße würdigte. Sie erzählte, wie ihr Vater Rolf den Großvater Christian nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg überreden musste, wieder von vorn anzufangen. Und sie ließ nicht unerwähnt, dass der "cholerische Führungsstil" des Christian Schrade nicht immer ganz einfach war.

So habe der Patriarch einmal einem Mitarbeiter gekündigt, weil der am Freitagnachmittag − wegen seiner eigenen Hochzeit − auch auf ausdrücklichen Wunsch des Chefs nicht mehr in der Firma geblieben war. Die Familie schaffte es allerdings, die Entscheidung rückgängig zu machen, und der Mitarbeiter sei der Firma denn auch die nächsten 40 Jahre treu geblieben.

Chef und Maler

Ohnehin pflegte Sohn Rolf, der von 1962 bis 1991 die Geschicke der Firma lenkte, einen anderen Führungsstil. "Mein Vater brauchte die Malerei als Ausgleich zur Unternehmertätigkeit", erzählte Beatrice Schrade. Deshalb habe er die Verantwortung von Beginn an auf mehrere Schultern verteilt. Aus Schrade wurde so ein moderner Arbeitgeber, der nicht nur erfolgreich am Markt agiert, sondern sich auch um die Mitarbeiter kümmert. "Es herrscht der Geist der Verantwortung", formulierte Lotter-Chef Helmut Ernst. Und Oberbürgermeister Joachim Scholz lobte "das soziale Engagement".

Dieses Engagement stellte Ralf von Briel anschließend unter Beweis: Grundschulen in Neckarsulm, Heilbronn und Sinsheim erhielten von Schrade kostenlos einen Technikbaukasten.

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