Corona-Lockdown in China trifft VW-Konzern
Der Volkswagen-Konzern muss die Produktion in zwei Werken in Changchun vorläufig stoppen. Audi ist ebenfalls betroffen. Die ausgefallenen Fertigungskapazitäten sollen eventuell über Sonderschichten nachgeholt werden.

Wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus ist die chinesische Metropole Changchun in einen Lockdown geschickt worden. Wie die Behörden der nordostchinesischen Stadt ankündigten, darf pro Haushalt nur noch alle zwei Tage eine Person für Einkäufe die Wohnung verlassen. Zudem sollen alle rund neun Millionen Bewohner der Stadt auf das Virus getestet werden.
Von dem Lockdown ist auch der Volkswagen-Konzern betroffen. Er hat vorübergehend die Produktion in drei Werken gestoppt, die zusammen mit dem chinesischen Partner FAW betrieben werden. Betroffen ist neben dem Audi- und VW-Werk auch ein Komponentenwerk.
In den drei Werken sind rund 22.000 Menschen beschäftigt
Aufgrund der aktuellen Lage wird die Produktion in drei Werken in Changchun vorerst bis Mittwoch unterbrochen. "Wir beobachten die aktuelle Lage und damit verbundene Maßnahmen sehr genau", teilte ein Audi-Sprecher der Heilbronner Stimme auf Anfrage mit. In den drei Werken sind insgesamt 22.000 Menschen beschäftigt. Im Gesamtjahr 2021 wurden am FAW-Standort Changchun mehr als 400.000 Audi-Modelle produziert. Der aktuelle Produktionsstopp bedeute laut einer VW-Sprecherin nicht automatisch, dass auch weniger Fahrzeuge gebaut werden. So könnten Ausfälle etwa mit Sonderschichten nachgeholt werden.
Vorbereitungen für das neue Elektroauto-Werk laufen weiter
In Changchun startet demnächst auch der Bau eines weiteren Audi-Werks, in dem ausschließlich Elektroautos vom Band rollen sollen. "Die Vorbereitungen auf den in Kürze startenden Bau der neuen Fabrik laufen wie geplant", teilte der Audi-Sprecher mit.
Q6 E-Tron und A6 E-Tron sind die ersten E-Autos aus China
Für den mit Abstand größten Markt China haben Audi und VW mit ihrem langjährigen Partner FAW im vergangenen Jahr ein eigenes Unternehmen zur Produktion von Elektroautos gegründet. Der Sitz der Firma namens FAW NEV Company Ltd. befindet sich in Changchun im Nordosten des Landes. Dort steht der Baustart für eine neue Produktionsstätte unmittelbar bevor. Es wird das erste Audi-Werk im Reich der Mitte sein, in dem ausschließlich E-Autos produziert werden. Ausgelegt ist die Fabrik auf eine Kapazität von mehr als 150.000 Fahrzeuge jährlich.
Die für Changchun vorgesehenen Modelle basieren auf der neuen Plattform PPE (Premium Platform Electric), die Audi gemeinsam mit der Konzernschwester Porsche entwickelt. Audi setzt diese Plattform unter anderem für die Limousine A6 E-Tron und das elektrifizierte SUV Q6 E-Tron ein. Mit diesen beiden Fahrzeugen startet Ende 2024 die Produktion.
Kooperation zwischen Ford und Volkswagen
Unterdessen nimmt die Kooperation von Ford und VW Fahrt auf. An seinem deutschen Standort Köln will Ford 1,8 Milliarden Euro investieren, um zwei E-Autos auf den Markt zu bringen und nach eigenen Angaben binnen sechs Jahren 1,2 Millionen von diesen Fahrzeugen zu produzieren. Die Plattform für die beiden Stromer liefert Volkswagen.
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