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Bad Wimpfen

200 Jahre Solvay: Geschichte eng mit der Stadt verbunden

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Einst als Saline „Ludwigshalle 1817“ gegründet, heute eine chemische Fabrik mit 300 Mitarbeitern. Das Bad Wimpfener Unternehmen Solvay feierte am Wochenende seinen 200. Jahrestag.

Von Angela Groß
Werkleiter Uwe Männel (2. v.l.) beim Firmenrundgang mit: Bernhard Lasotta (v.l.), Thomas Strobl, Josip Juratovic, Detlef Piepenburg und Claus Brechter. Foto: Ralf Seidel
Werkleiter Uwe Männel (2. v.l.) beim Firmenrundgang mit: Bernhard Lasotta (v.l.), Thomas Strobl, Josip Juratovic, Detlef Piepenburg und Claus Brechter. Foto: Ralf Seidel

Es waren Menschen im Werk, die Innovationen vorantrieben, neue Produkte entwickelten und für die Zukunftsfähigkeit sorgten. Daran erinnerte Werkleiter Uwe Männel die Festgäste – darunter Bundes- und Landespolitiker, Vertreter von Behörden und Verbänden, Geschäftspartner und Bad Wimpfener. 

Bewegte Geschichte

Es gibt nicht nur das innere Verhältnis der Menschen zu ihrem Arbeitsplatz. Eine Chemiefabrik provoziert Reaktionen der Umwelt. Greenpeace-Aktivisten forderten einst ein Verbot der FCKW-Produktion. „Die Chemie wurde massiv angefeindet“, sagte Männel. Weniger am Ort. „Die Wimpfener hielten zu ihrer Saline.“ Weil sie Vertrauen zum Management gehabt hätten und zu den Menschen, die dort arbeiteten. Doch dann setzte die Politik ein Stopp-Schild. Mit dem Verbot der FCKW-haltigen Kältemittel in den 90er Jahren musste sich die Firma neu aufstellen.

Heute stellen Fluor-Spezialitäten das Fundament dar. Es gibt sie im Automobilbau, im Pflanzenschutz und in Arzneimitteln. Ein Highlight der Firmengeschichte ist der Beitrag für Solar Impulse. Jenes Flugzeug, das bei Nacht und Tag um die Erde flog – und zwar mit Sonnenstrom. Aus Wimpfen kamen eine Komponente für die Cockpit-Isolierung und ein Zusatzstoff für die Akkus.

Solvay ist eng mit der Stadt verknüpft. Ohne die Saline hätte sie sich völlig anders entwickelt. Es gäbe kein Badhotel Mathildenbad, keinen Kurort, für dessen Einrichtungen Solvay noch heute das Heilmittel Sole liefert und mit der Werkfeuerwehr Unterstützung bietet, betonte Bürgermeister Claus Brechter. Aber, so erklärte der Stadtchef, es habe immer wieder auch Konflikte gegeben. Doch geäußerte Anliegen seien letztlich ernst genommen worden, man habe alles daran gesetzt, dass Vorkehrungen für die Zukunft getroffen werden.

Spende für den Blauen Turm

Als Zeichen der Solidarität wertete Brechter die Spende von Solvay: 15.000 Euro gibt es für den Blauen Turm. Noch mehr Geschichtsstoff lieferte Jürgen M. Brandter den Zuhörern als stimmgewaltiger Salzbaron. 

Beleuchtete Claus Brechter das Verhältnis Stadt zu Solvay, spannte Dr. Andreas H. Meier den Bogen zur Politik. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Solvay Gruppe, die in 58 Ländern vertreten ist, nannte als Beispiel das Erneuerbare Energien Gesetz. Der hiesige Standort müsse für die Umlage 4,5 Millionen Euro bezahlen. Für 2018 habe man einen Antrag auf Härtefall-Regelung gestellt.

Für Thomas Strobl, einst als Student Ferienjobber bei Solvay, heute Innenminister von Baden-Württemberg, ist Solvay ein glänzendes Beispiel. Ein glänzendes Beispiel dafür, ein Lebensgesetz verstanden zu haben. „Wenn man überleben will, muss man sich wandeln.“

 

 

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