Winkels schluckt Interdrink
Karlsruhe - Für die einen ist es eine sinnvolle Ergänzung ihres Geschäfts – für die anderen das Ende der Selbstständigkeit: Die Karlsruher Winkels-Gruppe hat die Mannheimer Pro-Getränke-Gruppe übernommen. In ihr ist das letzte Überbleibsel von HM Interdrink angesiedelt – das Unternehmen war einst einer der neun selbstständigen Coca-Cola-Abfüller in Deutschland.
Karlsruhe - Für die einen ist es eine sinnvolle Ergänzung ihres Geschäfts − für die anderen das Ende der Selbstständigkeit: Die Karlsruher Winkels-Gruppe hat die Mannheimer Pro-Getränke-Gruppe übernommen. In ihr ist das letzte Überbleibsel von HM Interdrink angesiedelt − das Unternehmen war einst einer der neun selbstständigen Coca-Cola-Abfüller in Deutschland.
Mehr als 800 Beschäftigte zählte Interdrink zu jenen Zeiten. Auch der Mineralbrunnen Romina ("Eiszeitquell") in Reutlingen gehörte zur Gruppe, außerdem eine Sparte für Getränkelogistik, also für die Belieferung von Supermärkten und Fachhändlern. Doch 2006 musste sich Interdrink dem Druck des Cola-Konzerns beugen und seine Konzession abgeben. 2007 trennten sich die Mannheimer auch von ihrem Mineralbrunnen. Übrig blieb die Logistik mit etwa 140 Beschäftigten, die 2009 noch auf einen Umsatz von mehr als 82 Millionen Euro kam. Ihr Aktionsradius reicht von Kirn im Nahetal bis nach Sinsheim und Mosbach.
Struktur Unter dem Dach der Pro Getränke GmbH & Co. KG ist neben HM Interdrink auch der Logistiker GGS sowie ein 49-Prozent-Anteil am saarländischen Getränkelieferanten Gross & Klein mit Sitz in Neunkirchen zusammengefasst. Alle diese Unternehmen werden von Winkels übernommen, teilten die Karlsruher mit. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht.
Winkels ist schon jetzt eine Größe in seiner Branche: Unter dem Dach der Gruppe sind zum einen Getränkehersteller wie Alwa, Griesbacher, Früwe und Fontanis angesiedelt − sie füllen unter anderem in Sersheim und Sachsenheim im nördlichen Kreis Ludwigsburg ab und gehören zu den fünf größten Brunnenbetrieben in Baden-Württemberg. Den Löwenanteil des Umsatzes von zuletzt 220 Millionen Euro macht jedoch die Logistiksparte aus: Hier sind alleine 360 der bislang etwa 500 Beschäftigten der Gruppe tätig. Der Fuhrpark umfasst 98 Lastwagen, die im vergangenen Jahr 7,3 Millionen Kilometer zurücklegten.
Eine Bündelung der Kräfte, die logistische Optimierung und die Nutzung aller Synergien sei entscheidend für eine erfolgreiche Zukunft, heißt es als Begründung für den Kauf. Außerdem erforderten die zunehmenden Konzentrationen im Lebensmitteleinzelhandel und auf Industrieseite eine stärkere Zusammenarbeit in Getränkefachgroßhandel und Getränkelogistik.
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