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Warum aus Capri-Sonne Capri-Sun wird

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Die Capri-Sonne kennt jedes Kind. Jetzt wird der Markenname ins Englische übertragen. In den sozialen Netzwerken löste das Verärgerung aus. Was sagt der Hersteller dazu?

Von Tobias Wieland

Capri-Sonne - das Getränk im Beutel mit Trinkhalm kennt jeder. Aber Capri-Sonne bleibt nicht Capri-Sonne. Aktuell läuft bereits die Umstellung auf den neuen Namen: Capri-Sun. Viele Konsumenten äußern sich in sozialen Medien darüber kritisch. Was die Nutzer stört: die Umwandlung des Markennamens ins Englische.

Das Logo des Aromenherstellers Wild am Firmensitz in Eppelheim. Davor steht ein Lastwagen mit einer Werbeaufschrift des Fruchtgetränks Capri-Sonne, das von Wild hergestellt wird.   Foto: dpa
Das Logo des Aromenherstellers Wild am Firmensitz in Eppelheim. Davor steht ein Lastwagen mit einer Werbeaufschrift des Fruchtgetränks Capri-Sonne, das von Wild hergestellt wird. Foto: dpa

"Grundsätzlich muss man bei bekannten Marken, die eine Institution sind, mit solchen Äußerungen rechnen", sagt eine Mitarbeiterin, die bei Capri-Sonne, oder nun Capri-Sun, in der Pressearbeit involviert ist. Ein rein schlechtes Zeichen sieht sie darin aber gar nicht. "Die Marke ist in den Köpfen der Leute drin. Würde sie das Produkt nicht interessieren, würden sie sich gar nicht äußern."

Internationale Ausrichtung als Grund für die Umstellung

Der Grund für die Umstellung, auch das Verpackungsdesign hat sich geändert, liegt in der internationalen Ausrichtung des Unternehmens. Capri-Sonne gibt es in mehr als 100 Ländern, größtenteils unter dem Namen Capri-Sun. "Wir wollen international wachsen, von einem einheitlichen Auftritt profitiert das Unternehmen", sagt die Mitarbeiterin. 

Auch wenn sich die kritischen Stimmen noch vermehren sollten, die Entscheidung des Unternehmens steht. Bis Mitte des Jahres 2017 dürfte die Umstellung abgeschlossen - und der Name Capri-Sonne aus den Supermarktregalen verschwunden sein. 

Die Sisi-Werke und Rudolf Wild

Die Marke ist nach Unternehmensangaben in mehr als 100 Ländern erhältlich, zu Hause ist sie in Eppelheim bei Heidelberg. Dort hat die Deutsche SiSi-Werke Betriebs GmbH, die der Unternehmer Rudolf Wild in den 1950er Jahren übernahm, heute ihren Hauptsitz. 1969 wird Capri-Sonne zum ersten Mal verkauft. Inzwischen gibt es den kleinen Beutel mit 200 Millilitern Inhalt in acht Geschmacksrichtungen, darunter die Klassiker Orange und Kirsche. Daneben gibt es einen größeren Beutel mit 330 Millilitern. Zuletzt hatte die Verbraucherzentrale Hamburg kritisiert, dass die Verpackung mehr Orangensaft verspricht als tatsächlich enthalten ist. 

 

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