Stuttgarter Traditionsmarke Rilling Sekt hört auf
Das Familienunternehmen mit Sitz im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt gab am Montag bekannt, dass man den Betrieb bis Ende September einstellen werde.
Die Sektkellerei Ludwig Rilling ist nicht nur Stuttgartern ein Begriff. Nach 135 Jahren soll aber laut einer Pressemitteilung vom Montag die Zeit der Sektherstellung am Ufer des Neckars zum September diesen Jahres ein Ende haben. Die Geschäftsführung teilte die Entscheidung auch den rund 30 Mitarbeitern im Werk mit.
Schwieriges Marktumfeld
"Das Marktumfeld für Sekt und Schaumweine ist seit Jahren schwierig", lautet das Statement in der Pressemitteilung des Unternehmens. Rilling Sekt habe in der Vergangenheit mit rund 30 Sektsorten ein zu breites Sortiment gehabt, konnte sich aber zugleich nicht rechtzeitig auf die sich verändernde Nachfrage einstellen, heißt es weiter.
Auch die Corona-Pandemie habe dem Unternehmen zugesetzt, da der Absatz in der Gastronomie und auf Events wegbrach. Die immensen Kostensteigerungen bei Glasflaschen, Aluminium und Energie konnten nicht an den Kunden weitergegeben werden.
Kein Glück bei der Partnersuche
Das Familienunternehmen wurde 2021 von der Trias Verwaltungs GmbH übernommen. Laut Medienberichten war das Ziel der Übernahme, den Traditionsbetrieb zu behalten und mit erfahrenen Partner mit Produktions- und Markt-Know-how fortzuführen. Dies habe aber nicht geklappt und auch ein zweiter Interessent habe Gespräche aufgrund der hohen Investitionen und dem schwierigen Marktumfeld abgebrochen.
Das Unternehmen in der Neckarvorstadt von Cannstatt wurde 1887 von Ludwig Rilling gegründet. 1900 wurde das Stammhaus an der Wilhelmsbrücke erworben, das im Laufe der Firmengeschichte ständig erweitert wurde. 1935 begann die Sektherstellung im eigenen Hause.

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