Stimme+
Pforzheim
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Marketing-Experte sieht Werbung für «The Länd» kritisch

  
Erfolgreich kopiert!

Die bundesweite und internationale Wirkungskraft von Baden-Württembergs Imagekampagne «The Länd» ist aus Sicht eines Experten fraglich.

Von dpa
Menschen laufen an einer Werbekampagne für das Land Baden-Württemberg mit dem Titel "The Länd" vorbei.
Menschen laufen an einer Werbekampagne für das Land Baden-Württemberg mit dem Titel "The Länd" vorbei.  Foto: Bernd Weißbrod/dpa/Archivbild

«Auf der Ebene der Verständlichkeit habe ich Fragezeichen. Die Baden-Württemberger verstehen das vielleicht noch», sagte Jörg Tropp, Marketing-Experte der Pforzheimer Hochschule, den «Badischen Neuesten Nachrichten». Für ihn selbst habe sich der Slogan aber nicht gleich erschlossen.

«Ich als Nicht-Baden-Württemberger musste schon ein bisschen überlegen, bis ich verstanden hatte, dass damit das «Ländle» gemeint ist», sagte der Professor für Medien- und Kommunikationswissenschaft dem Blatt.

Die Werbung der Landesregierung um Fachkräfte aus aller Welt sei noch keine Marke, wecke noch keine Assoziationen. Über den Erfolg einer Kampagne entscheide auch ihre Präsenz und die konkrete Umsetzung in den internationalen Zielmärkten.

 


Mehr zum Thema

Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU), Wirtschaftsministerin von Baden-Württemberg (v.l) Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender Daimler AG und die zwei Sterne Köchin Douce Steiner halten bei der Präsentation der Werbekampagne im Hafen von Stuttgart ein Transparent mit der Aufschrift "Wir sind "The Länd".
Stimme+
Stuttgart
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

„Willkommen in The Länd“ - Baden-Württemberg wirbt für sich


Tropp warf auch die Frage auf, ob für eine Neupositionierung Baden-Württembergs als führender Technologie-Standort nicht zunächst in den Aufbau der digitalen Infrastruktur investiert werden müsse. «Denn wenn eine Lücke zwischen den faktischen Gegebenheiten und der Kommunikation klafft, kann man sich leicht den Vorwurf der Unglaubwürdigkeit einhandeln.» Das Land lässt sich die umstrittene Kampagne 21 Millionen Euro kosten - aus Sicht von Tropp nicht sehr viel, um eine Marke international sichtbar werden zu lasen.

Die Regierung solle sich nach einem Jahr eine Zwischenbilanz vorlegen lassen, rät Tropp. Nach spätestens zwei Jahren müsse man dann den Stand der Markenentwicklung umfassend überprüfen.

 


Mehr zum Thema


Nach oben  Nach oben