EnBW erhöht Tarife für Wärmestrom drastisch
Die EnBW erhöht ihre Tarife für Wärmestrom drastisch um durchschnittlich rund 30 Prozent. Zur Begründung nannte die EnBW Vertrieb GmbH am Montag in Stuttgart die Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien (EEG-Umlage) sowie «erheblich gestiegene Beschaffungskosten für Strom».

Allerdings habe der Energieversorger bislang für Wärmestrom im Vergleich zu anderen Energieversorgern deutlich weniger verlangt. Die Erhöhung wird in einer Zwei-Stufen-Regelung wirksam: Rund 15 Prozent mehr müssen die Kunden für Nachtspeicheröfen und Wärmepumpen ab 1. November 2011 bezahlen; rund 30 Prozent mehr ab 1. November 2012.
Angesichts dieser «gewaltigen Preissprünge» müssten die Tarife von den Kartellbehörden unter die Lupe genommen werden, forderte SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel. «Weil die EnBW im Wärmestrommarkt eine monopolartige Stellung einnimmt, ist es nur recht und billig, dass die Kartellbehörden einen kritischen Blick auf die Preissteigerung werfen», erklärte Schmiedel weiter. Immerhin seien rund 300 00 Wohnungen von den neuen Tarifen betroffen.
Eine bundesweite kartellrechtliche Untersuchung 2009/2010 habe ergeben, dass EnBW beim Wärmestrom «weit, weit unter den Angeboten der Mitbewerber liege», betonte hingegen ein EnBW-Sprecher. «Wir werden 2012 erst auf dem Niveau sein, dass der Wettbewerb schon heute hat.»
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