Weniger Gewinn bei der EnBW
Der Konzernüberschuss beim Karlsruher Energieversorger ist in den ersten neun Monaten des Jahres auf ein Drittel geschrumpft. Das liegt auch an dem massiven Investitionsprogramm.

Der Energieversorger EnBW hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres nur ein Drittel des Gewinns des Vorjahreszeitraums erzielt. Der Überschuss schrumpfte von 1,56 auf 0,59 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der Umsatz erreichte mit 25,83 Milliarden Euro nahezu das Niveau des Vorjahreswerts, als es 25,87 Milliarden Euro waren. Dafür stieg die Zahl der Beschäftigten um mehr als fünf Prozent auf 30.952.
Viele Großinvestitionen
Eine Ursache für diese Entwicklung sind laufenden Bau- und Energiewende-Projekte. „Von Januar bis September belaufen sich unsere Investitionen auf 4,7 Milliarden Euro. Das entspricht einem historischen Hoch“, sagte Finanzvorstand Thomas Kusterer. Hauptgrund sei aber ein gesunkenes Finanzergebnis, das im Wesentlichen aus einer niedrigeren Marktbewertung von Wertpapieren gegenüber dem Vorjahr resultiert.
Die EnBW hat in den ersten drei Quartalen ihre Investitionen um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert. Ein Schwerpunkt war der Ausbau der Strom- und Gasnetze wie etwa die Stromtrasse Suedlink, die Ende 2028 in Betrieb gehen soll. Große Beträge flossen auch in den fünften EnBW-Offshorewindpark „He Dreiht“, der in Kürze den ersten Strom ins Netz einspeisen soll, sowie in den Bau der drei Gaskraftwerke in Stuttgart, Heilbronn und Altbach-Deizisau. Zurzeit befinden sich Erneuerbare-Energien-Anlagen mit einer Leistung von rund 1,7 Gigawatt im Bau, teilte der Konzern mit.
Weniger Umsatz mit erneuerbaren Energien
In den ersten neun Monaten sanken allerdings Umsatz und Gewinn mit erneuerbaren Energien, was in erster Linie an „unvorteilhaften Wetterbedingungen“ wie schwachen Windverhältnissen auf See im ersten Halbjahr und geringerer Leistung der Wasserkraftwerke an Flüssen gelegen habe, heißt es weiter. Auch die konventionellen Kraftwerke verbuchten Umsatz- und Gewinnrückgänge, da sie weniger im Einsatz waren. Besser liefen die Geschäfte dafür mit den Strom- und Gasnetzen sowie mit Ladesäulen und anderen Angeboten für E-Mobilität.
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