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VR-Bank Heilbronn Schwäbisch Hall mit solidem Geschäftsjahr 2024

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Genossenschaftsbank behauptet sich in schwierigem wirtschaftlichen Umfeld. Stabile Dividende für die Mitglieder geplant. Keine Änderungen im Filialnetz.

Die Hauptstelle der VR-Bank Heilbronn Schwäbisch Hall an der Heilbronner Allee. Auch hier nimmt der Kundenverkehr tendenziell ab.
Die Hauptstelle der VR-Bank Heilbronn Schwäbisch Hall an der Heilbronner Allee. Auch hier nimmt der Kundenverkehr tendenziell ab.  Foto: Berger, Mario

Die VR-Bank Heilbronn Schwäbisch Hall (HSH) hält auch in konjunkturell herausfordernden Zeiten Kurs. Die Genossenschaftsbank blickt auf ein solides Jahr 2024 zurück. Mit Blick auf die kommenden Monate ist der  Vorstandsvorsitzende Eberhard Spies aber zurückhalten. „Wo geht die Reise hin“, fragt Spies mit Blick auf die unklaren politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, nicht nur in Deutschland. Der Banker hofft, dass sich nach dem 23. Februar möglichst schnell eine stabile Bundesregierung zusammenfindet, um für wirtschaftliche Impulse zu sorgen. Denn der Banker weiß: „Es wird Firmen geben, bei denen es in diesem Jahr schwierig wird.“

Vorstandschef Spies ist mit dem Ergebnis zufrieden

Für die VR-Bank kann Spies das nicht sagen, mit dem Jahr 2024 ist der Vorstandschef durchaus zufrieden. Die Kundeneinlagen sanken nach vorläufigen Zahlen leicht um 0,6 Prozent auf 3,697 Milliarden Euro. Spies begründet das moderate Minus mit durch den Zinsanstieg begünstigten Abflüssen an Einlagen. Vor allem Direkt- und Onlinebanken hätten mit besseren Konditionen Kunden angelockt.  

Im Kreditgeschäft verbuchte die Genossenschaftsbank ein Plus von drei Prozent. Die Privat- und Firmenkunden nahmen 2024 Kredite in Höhe von 3,4 Milliarden Euro in Anspruch. Im zweiten Halbjahr sei die Nachfrage nach Krediten von Unternehmerseite deutlich schwächer gewesen als zu Jahresbeginn, berichtet Spies. Für ihn auch ein Indiz für die schwache wirtschaftliche Entwicklung.

Eberhard Spies ist mit der Entwicklung der VR-Bank Heilbronn Schwäbisch Hall zufrieden.
Eberhard Spies ist mit der Entwicklung der VR-Bank Heilbronn Schwäbisch Hall zufrieden.  Foto: VR Bank

Die Bilanzsumme der VR-Bank HSH sank um knapp 4,4 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. „Das war so geplant“, betont Spies. Die Bank hat im zurückliegenden Jahr rund 200 Millionen Euro, die sie von der Europäischen Zentralbank zur Liquiditätsversorgung (sogenannte Tender) aufgenommen hatte, zurückgezahlt.

Das Kundengeschäftsvolumen des Instituts legte 2024 um rund vier Prozent auf 10,74 Milliarden Euro zu. Dazu zählt auch das Geschäft mit den genossenschaftlichen Verbundpartner. Die VR-Bank hat im vergangenen Jahr mehr Bausparverträge der Bausparkasse Schwäbisch Hall, mehr Wertpapieranlagen von Union Investment, mehr Versicherungen der R+V und mehr Ratenkredite von Easy Credit an ihre Kunden vermittelt. „Vertrieblich ist das Jahr sehr gut gelaufen, wir haben unsere Ziel übertroffen“, sagt Spies.

Zins- und Provisionsergebnis der VR-Bank HSH besser als geplant 

Auch beim Ergebnis liege man über der Planung. Sowohl das Zins- als auch das Provisionsergebnis seien besser ausgefallen als erwartet. Genaue Gewinnzahlen liegen derzeit noch nicht vor.

Die Mitgliederentwicklung der VR-Bank ist weiter rückläufig. Das liege neben der Demografie daran, dass die Bank jenen Mitgliedern kündige, „die keine Geschäfte mit uns machen“, so der Vorstandschef. Aktuell zählt die Bank 104.063 Mitglieder nach 106.172 im Jahr 2023. Das Institut wird die Anzahl der Anteil, die jedes Genossenschaftsmitglied zeichnen kann, von derzeit acht auf zehn Anteile erhöhen. Die Dividende soll erneut drei Prozent betragen.

Keine Filialschließungen geplant

Im laufenden Jahr plant die VR-Bank keine Änderungen im Filialnetz, nachdem im vergangenen Jahr drei kleine Standorte geschlossen wurden. Aktuell betreibt das Institut 35 Geschäftsstellen zwischen Crailsheim, Schwäbisch Hall und  Heilbronn. Bei den Geldautomaten will die VR-Bank die Kooperation mit der Kreissparkasse Heilbronn weiter ausbauen.

Für 2025 erwartet Spies für die größte Genossenschaftsbank in der Region eine Seitwärtsbewegung, aber keine negative Entwicklung. Die Mitarbeiterzahl bleibe mit 615 (2023: 605) in diesem Jahr stabil.

Der Vorstandsvorsitzende Eberhard Spies macht deutlich, dass die digitale Entwicklung in der Bank weiter voranschreitet. Sowohl das Online-Banking, die App-Nutzung als auch die Kartenzahlungen haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, während beleghafte Überweisungen und Schalter-Transaktionen klar rückläufig seien. Das liege am veränderten Kundenverhalten. „Die Menschen machen die Entwicklung, nicht die Bank“, betont Spies.

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