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SAP, Südzucker, Audi & Co.: Viele Vorständinnen blieben nur kurz im Amt

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Große börsennotierte Konzerne müssen auch Frauen im obersten Gremium haben. Doch Beispiele wie SAP, Südzucker und Audi zeigen: Ihre Verweildauer ist dort oft nur kurz.


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Jetzt also auch Tania von der Goltz: Die Finanzvorständin der Heidelberger Druckmaschinen AG gibt auf, sie will keine Verlängerung ihres Vertrags. Das hat der Konzern am Donnerstag mitgeteilt. Zwar wurden keine Angaben über die Gründe der 56-Jährigen gemacht. Doch es fällt auf: In den meisten börsennotierten Unternehmen wird zwar die gesetzliche Pflicht, auch eine Frau im Vorstand zu haben, erfüllt – allerdings immer wieder nicht für lange Zeit.

Am auffälligsten ist diese Tendenz beim Softwareriesen SAP: Seit 2017 wurden vier Frauen in den Vorstand befördert und bald darauf wieder entlassen. Adaire Fox-Martin blieb von 2017 bis 2021, zuletzt als Vertriebschefin, Jennifer Morgan war 2019 für einige Monate Co-Konzernchefin, Sabine Bendick von 2021 bis 2023 Arbeitsdirektorin und Julia White von 2021 bis 2024 für Marketing zuständig. Immerhin ist mit Gina Vargiu-Breuer seit vorigem Jahr erneut eine Arbeitsdirektorin Mitglied des aktuell sechsköpfigen Gremiums.

Jennifer Morgan war nur wenige Monate Co-Konzernchefin des IT-Riesen SAP.
Jennifer Morgan war nur wenige Monate Co-Konzernchefin des IT-Riesen SAP.  Foto: Uwe Anspach

Hildegard Wortmann bei Audi: „Managerin des Jahres“ musste bald darauf gehen

Wieder eine reine Männerrunde ist der Vorstand von Südzucker. Helen Arnold, die 2021 bestellt wurde und für neue Geschäftsfelder sowie IT zuständig war, verließ den Konzern im vorigen Jahr wieder. Bei der Audi AG blieb die Personal-Vorständin Sabine Maaßen nur zwei Jahre, von 2020 bis 2022. Und Hildegard Wortmann, seit 2019 zuständig für Vertrieb und Marketing, musste kurz nach der Ehrung als Managerin des Jahres im August vorigen Jahres wieder gehen. Einzige Frau im Vorstand des Autoherstellers ist derzeit Renate Vachenauer, seit April 2023 zuständig für Beschaffung.

Ist also der Vorstandsposten ein heißer Stuhl für Frauen? Nicht unbedingt. Bei SAP sind abrupte Wechsel im Vorstand in den vergangenen Jahren immer wieder vorgekommen und haben Männer gleichermaßen getroffen. Anderswo haben sich Frauen in den Führungsetagen etabliert. Und das nicht bloß in Bereichen, die rein statistisch besonders häufig an sie vergeben werden, wie etwa Personal, Recht oder Marketing. 

Frauen in Top-Positionen: Nicht alle Vorständinnen leiten typische Bereiche

Bei den Südwestdeutschen Salzwerken ist etwa Natascha Groll seit 2021 Vorständin für alle technischen Belange, vom Bergwerksbetrieb bis zu Bauprojekten. Sie ist vom Fach, hat Bergbau studiert und zuvor das Bergwerk Berchtesgaden geleitet. In der Grube Heilbronn wird eine weitere wichtige Position, das Markscheidewesen und damit die untertägige Planung und Vermessung, ebenfalls seit vielen Jahren von einer Frau besetzt.

Ebenfalls für Technik zuständig ist Katharina Beumelburg: Seit Oktober leitet sie beim Dax-Konzern Heidelberg Materials den Wandel der Produktion hin zu klimafreundlicheren Produkten, mit neuen Herstellungsmethoden und Verfahren. 

Eher in den typischeren Bereichen ist zum Beispiel Colette Rückert tätig: Seit 2019 ist sie Arbeitsdirektorin beim Energiekonzern EnBW. Beim Neckarsulmer IT-Dienstleister Bechtle rückte vor etwa einem Jahr mit Antje Leminsky erstmals eine Frau in den Vorstand auf, sie ist zuständig für Logistik und Beschaffung. Und bei der Landesbank Baden-Württemberg, die allerdings nicht börsennotiert ist, ist seit mehr als vier Jahren Stefanie Münz für Finanzen und Strategie zuständig.

Warum zwei Unternehmen aus der Region das Gesetz nicht beachten müssen

Keine Frau im Vorstand gibt es übrigens beim Explosionsschutz-Hersteller R. Stahl aus Waldenburg. Denn das Gesetz greift erst ab drei Vorstandsmitgliedern – das Unternehmen wird aber nur von zwei Vorständen geleitet. Ebenso sieht es bei Müller Lila Logistik aus Besigheim-Ottmarsheim aus.

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