Vion-Schlachthof Crailsheim bekommt neuen Eigentümer – wer den Betrieb übernimmt
Nach dem Verbot der Übernahme durch Tönnies geht der Vion-Schlachthof in Crailsheim nun an einen wesentlich kleineren Betreiber. Für den ist Schlachtung ein neues Geschäftsfeld.
Die lange Hängepartie um die Zukunft des Vion-Standorts Crailsheim ist zu Ende: Der deutsch-niederländische Konzern hat bekanntgegeben, dass der Schlachthof einen neuen Eigentümer bekommt. Zum Zuge kommt mit Boeser Frischfleisch allerdings ein eher kleineres Unternehmen der Branche: Bislang betreibt der Familienbetrieb nur zwei Standorte, in Frechen bei Köln sowie in Schöppingen im Münsterland. Das Unternehmen wurde erst 1988 in Köln gegründet, zog 2003 nach Frechen und errichtete 2017 den zweiten Betrieb im Münsterland. Bislang konzentriert Boeser sich auf Fleischzerlegung. 2024 wurden 205 Millionen Euro Umsatz mit 320 Beschäftigten erzielt.
Vion-Schlachthof in Crailsheim ist einer der größten Fleischbetriebe in der Region
In Crailsheim werden jährlich rund eine Million Schweine und 95.000 Rinder geschlachtet. Mehr als die Hälfte des Fleisches wird in der Region verkauft. Ein Viertel der Produktion geht in den Export. 593 Mitarbeiter sind hier beschäftigt – es ist damit einer der größten Fleischbetriebe in Heilbronn-Franken. Einen Verkauf an die Premium Food Group, ehemals Tönnies, hatte das Bundeskartellamt im Juni untersagt.

Vion-Standort in Waldkraiburg geht an US-Konzern
Neben dem Standort Crailsheim geht auch der Vion-Standort Waldkraiburg in Oberbayern an neue Besitzer: Er soll an die OSI Europe Foodworks GmbH übergehen. Sie gehört zu einem US-Konzern mit 65 Standorten in 18 Ländern. In Waldkraiburg werden jährlich rund 163.000 Rinder geschlachtet. Dort arbeiten 338 Beschäftigte.
Für die übrigen deutschen Vion-Standorte Buchloe, Memmingen und Eching-Weixerau steht noch nicht fest, wie es weitergeht. Der Vion-Konzern will sich künftig auf die Benelux-Region konzentrieren.
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