Verlage setzen auf digitales Wachstum – Transformation, E-Paper und KI
Eine Trendumfrage des Branchenverbandes BDZV zeigt, dass die Transformation in den Zeitungshäusern in vollem Gange ist. Künstliche Intelligenz ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen.
Die digitale Transformation der Verlagsbranche ist in vollem Gange. Das zeigt die Trendumfrage 2025 des Bundesverbandes Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) und dem Beratungsunternehmen Highberg. Demnach erwarten die Verlage auch in diesem Jahr ein deutliches Wachstum im Digitalbereich.
Insbesondere Paid Content, also Bezahlinhalte, und das E-Paper entwickeln sich zu zentralen Säulen im Geschäftsmodell der Verlage. So erwarten die Unternehmen im laufenden Jahr ein durchschnittliches Wachstum beim Paid Content von 15 Prozent und beim E-Paper von 13 Prozent. Das klassische Printgeschäft ist weiterhin rückläufig, hier wird ein Minus von sieben Prozent erwartet.
Stimme Mediengruppe legt im digitalen Bereich zu
Auch die Stimme Mediengruppe wächst im digitalen Bereich deutlich. So hat das E-Paper der Heilbronner Stimme im Jahr 2024 um 8,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugelegt. Bei Stimme+, also den digitalen Bezahlinhalten, betrug das Wachstum im Jahr 2024 sogar 21,6 Prozent.
Die Trendumfrage hat ergeben, dass diese Entwicklung auch im Werbemarkt stattfindet. Klassische Printwerbung wird weniger, dafür wächst das digitale Geschäft. Zwei Drittel der Verlage blicken demnach trotz der Herausforderungen im klassischen Geschäftsfeld optimistisch in die Zukunft.
Drei große Themen dominieren in den Verlagen: Transformation, E-Paper und KI
In den Verlagen dominieren im laufenden Jahr drei Themen. Zum einen nimmt die Transformation in den Redaktionen an Fahrt auf. Live-Berichterstattungen, Wochenrückblicke und Evergreen-Inhalte, also relevante wiederkehrende Themen, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Zur Leserbindung setzen die Verlage verstärkt auf exklusive Newsletter.
E-Paper ist mehr als nur eine Übergangslösung
Zudem zeigt sich, dass das E-Paper von einer Übergangslösung zu einer mittelfristig wichtigen Säule des Digitalgeschäfts geworden ist. Immer mehr Verlage versuchen daher, interaktive Elemente ins E-Paper zu integrieren, um den Lesern einen Mehrwert zu bieten. Zudem erweitern die Verlage ihre Angebote im E-Paper. Die Stimme Mediengruppe etwa berichtet hier aktuell über abends stattfindende Sportereignisse, die es nicht mehr in die Printausgabe schaffen. Auch das Sonntags-E-Paper der „Heilbronner Stimme“ bietet den Lesern einen Mehrwert.
Bei der Nutzung Künstlicher Intelligenz ist sich die Branche nicht einig
Ein weiterer großer Trend in den Medienhäusern ist Künstliche Intelligenz (KI). Insbesondere im administrativen Bereich sehen die Verlage hier großes Potenzial. Im Schnitt wollen sie 42 Prozent aller administrativen Tätigkeiten im Verlag in den nächsten drei Jahren mit Hilfe von KI automatisieren. Das betrifft etwa die Produktion von Seiten, die Verarbeitung von Polizeimeldungen oder die Service-Hotline. 59 Prozent der Verlage planen, komplette Artikel von KI erstellen zu lassen und diese nach menschlicher Prüfung zu veröffentlichen. 41 Prozent lehnen dies ab. Die Hälfte der Verlage entwickelt bereits eigene KI-Tools, die andere Hälfte setzt auf externe Lösungen. 58 Prozent der Verlage sehen sich gut bis sehr gut aufgestellt für den Einsatz von KI, der Rest nicht.
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