Energiehändler möchten Beitrag zur Transformation des Wärmemarkts leisten
Der Wärmemarkt ist von Unsicherheiten beim Gebäudeenergiegesetz geprägt. Die Verbände der Energiehändler fordern klare Vorgaben der Politik zum Einsatz erneuerbarer Flüssigbrennstoffe.

Der mittelständische Energiehandel steht vor einer großen Herausforderung. Die zentrale Frage der Branche lautet: Lässt sich das Geschäftsmodell der Heizöllieferanten oder Tankstellenbetreiber mit dem Ziel der CO2-Neutralität vereinbaren? „Ja, das geht“, beschreibt Dirk Arne Kurt, Geschäftsführer Wärmemarkt bei Uniti, dem Bundesverband Energie Mittelstand, bei einem Pressegespräch. Diese klare Aussage zum generellen Konflikt der Energiemittelständler überspannt die Themen, die die Branche kontinuierlich beschäftigen.
Im Wärmemarkt ist die Preisentwicklung des Heizöls stabil geblieben. Es herrscht ein Überangebot. Der jährliche Heizölabsatz bleibt seit fünf Jahren relativ stabil. Daran werde sich auch kurzfristig nichts ändern, ist die Einschätzung von Hans-Jürgen Funke, dem Geschäftsführer des Verbands für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH), der in diesem Jahr mit Uniti fusionierte. Die Preis- und Marktsituation des etablierten Geschäfts ist daher kein Thema, das die Mitgliedsbetriebe des Verbandes groß umtreibt.
Energieverbände: Lage durch Unsicherheiten bei Gebäudeenergiegesetz beherrscht
Viel wichtiger ist die Frage nach der Zukunft des Geschäfts. Obwohl mit der klaren Aussage von Wärmemarkt-Geschäftsführer Kurt die Schlagrichtung der Branche vorgegeben ist, sehen Uniti und VEH noch große Herausforderungen. Die beiden Verbände erklären: „Es braucht technologieoffene und sozialverträgliche Lösungen im Wärmemarkt“.
Verunsicherung herrscht in vielen Feldern vor, zum Beispiel bei Händlern wie Verbrauchern bezüglich des Gebäudeenergiegesetzes. Die Bundesregierung plant Änderungen an der Regelung, insbesondere die Heizungen betreffend. Doch da nicht abzusehen ist, wie das Gesetz dann ausgestaltet sein wird, bleiben die Verbraucher zurückhaltend beim Heizungskauf, genauso wie den Energiehändlern die Planungssicherheit fehlt.
Mittelständische Energiehändler stehen für Transformation bereit – Apelle an Politik
„Was wir uns wünschen ist, dass wir vorwärtskommen und als Branche unseren Beitrag leisten dürfen“, fasst es Henrik Schäfer, zweiter Vorsitzender des VEH, zusammen und richtet den Appell für die richtigen Rahmenbedingungen dazu auch an die Politik.
„So ist es im Fall der Ölheizung auch ohne einen Heizungswechsel schon jetzt möglich, mit erneuerbaren Flüssigbrennstoffen CO2 einzusparen.“ Aktuell fehle hierzu nur noch der politische Wille, heißt es in einer Pressemitteilung der Verbände dazu.
Die Branche sei bereit für den Einsatz Drop-in-fähiger Brenn- und Kraftstoffe, also nachhaltig produzierter flüssiger Energieträger, deren Anteil am Markt nach und nach erhöht und letztlich 100 Prozent erreichen kann. Dafür poche man nun auf die Schaffung verlässlicher politischer Rahmenbedingungen für die Produktion und den Markthochlauf sowie die Sicherstellung des künftigen Importbedarfs von Flüssigenergieträgern, heißt es in einer Pressemitteilung.
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