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In die USA wird weiterhin geliefert

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Nach dem Aus für Pakete nach Amerika bei DHL: Andere Dienstleister wie UPS, Fedex, DPD und GLS versenden nach wie vor in die USA. Nur einer macht schon länger nicht mehr mit. 

Wie hier bei Hermes in Bad Rappenau-Bonfeld nehmen auch private Pasketdienstleister Sendungen ins Ausland an. Viele müssen sich aber nun auf neue Zoll-Regeln für die USA einstellen, jedenfalls für bestimmte Kunden.
Wie hier bei Hermes in Bad Rappenau-Bonfeld nehmen auch private Pasketdienstleister Sendungen ins Ausland an. Viele müssen sich aber nun auf neue Zoll-Regeln für die USA einstellen, jedenfalls für bestimmte Kunden.  Foto: Seidel\, Ralf

Die Nachricht versetzte die Bürger zunächst in Schweden, Norwegen Dänemark und Belgien, dann auch in Österreich und in Deutschland in Erstaunen: Die jeweiligen nationalen Postdienstleister kündigten an, ab diesem Freitag keine Pakete mehr in die USA zu versenden. Der Grund: Da die Trump-Administration die Zollfreiheit-Grenze von 800 Dollar Warenwert zu diesem Datum auslaufen lässt, werden nun pro Artikel voraussichtlich Zölle von 80 bis 200 Dollar fällig.

Die Deutsche Post will mit ihrem Paketdienst DHL daher vorerst nur noch Pakete befördern, die als Geschenk deklariert sind und deren Inhalt nur bis zu 100 US-Dollar (etwa 86 Euro) wert ist. Pakete, die mehr wert sind, können nur noch als teurere Expresssendungen in die USA verschickt werden.

Auch gewerbliche Pakete können unter 800 Dollar Wert bleiben

Welche Folgen die neuen Zollregeln für Kunden anderer Paketdienstleister haben, ist noch ein wenig offen. Klar ist: Gerade jene Logistiker, die Pakete von Geschäftskunden befördern, wollen dies auch weiterhin tun. Von einer Einstellung des Versands in die USA ist nirgends die Rede, obwohl Pakete mit Schrauben, Wäsche, Kunststoff- oder Ersatzteilen durchaus unter dem Wert von 800 Dollar bleiben können.

So heißt es bei DPD, wo unter anderem viele regionale Handwerkszulieferer ihre Pakete abgeben: „Die Änderungen schränken den DPD und seine Kunden nicht ein.“ Die Zoll-Änderungen beträfen nämlich nur den postalischen Versandkanal, den nationale Post-Anbieter wie die Deutsche Post basierend auf den Regularien des Weltpostvereins UPU in die USA mit dem Partner United States Postal Service anbieten. „DPD nutzt den kommerziellen Versandkanal in die USA und ist daher nicht betroffen“, erklärt Unternehmenssprecher Andreas Valentin. Im Gegenteil erhoffe sich der Logistiker mehr Geschäft: „Unsere Kundenberater informieren unsere Kunden, dass sich für sie nichts ändert. Interessenten, die vorher mit der Deutschen Post versendet haben, bieten wir uns als Alternative an.“

Kunden sollen sich auf der Internetseite der Logistiker informieren

Etwas anders ist die Einschätzung bei GLS. „Derzeit setzen wir auf den direkten Dialog mit unseren Kunden, um Informationen gezielt und bedarfsgerecht weiterzugeben, da die Situation sehr volatil ist und wir flexibel auf mögliche Veränderungen reagieren müssen“, berichtet Sprecherin Magdalena Muratore. Fest stehe aber: „GLS wird auch weiterhin den Paketversand in die USA anbieten. Gemeinsam mit unseren Partnern stellen wir sicher, dass entsprechende Lösungen zur Verfügung stehen. Für unsere Versender ändert sich dadurch nichts.“

Der US-Konzern Fedex stellt den Versand in sein Heimatland natürlich nicht infrage. Auf die neuen Zollregeln muss er sich trotzdem einstellen, berichtet Deutschland-Sprecher Markus Gehmeyr: „Fedex nimmt weiterhin Sendungen mit Zielort in den USA an und befördert sie. Als Expressdienstleister sind unsere Dienstleistungen von den Entscheidungen der Postbetreiber nicht betroffen.“ Das Unternehmen empfehle Privatpersonen und Unternehmen mit gewerblichen Sendungen in die USA, auch erfahrenen Versendern, sich auf der Internetseite des Dienstleisters über die aktuellen Richtlinien zu den gesetzlichen Anforderungen zu informieren.

Warum Hermes die Zoll-Frage nicht betrifft

Der Versender UPS war zu einer Stellungnahme zwar nicht zu erreichen. Wie auf der deutschen Homepage des US-Konzerns nachzulesen ist, bietet das Unternehmen aber am 4. September ein Webinar zu dem Thema an.

Einzig der Logistiker Hermes muss sich mit dem Thema überhaupt nicht beschäftigen. Das Unternehmen des Otto-Konzerns versendet seit Januar nur noch Pakete innerhalb Europas. Seinen Übersee-Service Borderguru hat es seitdem eingestellt.

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