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Reinforcing Steel Europe B.V.
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Neuer Riese in der Stahl-Industrie: Eberbacher Konzern fusioniert mit Niederländern

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Die Südwest Beteiligungen GmbH geht mit dem niederländischen Hersteller Van Merksteijn zusammen. Dahinter stecken bekannte Unternehmen wie die Badischen Stahlwerke – und eine dreifache Olympiasiegerin.

Solchen Drahtstahl stellen die Badischen Stahlwerke GmbH in Kehl her. Das Unternehmen gehört einem Konzern mit Sitz in Eberbach im Odenwald - und geht jetzt in einer neuen deutsch-niederländischen Gruppe auf.
Solchen Drahtstahl stellen die Badischen Stahlwerke GmbH in Kehl her. Das Unternehmen gehört einem Konzern mit Sitz in Eberbach im Odenwald - und geht jetzt in einer neuen deutsch-niederländischen Gruppe auf.  Foto: Philipp von Ditfurth

In der Bauzulieferer-Branche entsteht ein neuer Riese für Bau- und Bewehrungsstahl – mit Wurzeln in Baden-Württemberg. Die Südwest Beteiligungen GmbH und der niederländische Hersteller Van Merksteijn haben ihren Zusammenschluss angekündigt. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen.

Hinter dem Vorhaben stehen auf deutscher Seite bekannte Unternehmen: Die Südwest Beteiligungen GmbH umfasst einen Konzern mit mehr als 30 Gesellschaften, 1,2 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2023 sowie etwa 1800 Mitarbeitern. Dazu gehören die Badischen Stahlwerke in Kehl, einziger Stahlerzeuger in Baden-Württemberg, sowie das Moselstahlwerk in Trier. Hinzu kommen Unternehmen wie das Drahtwerk Eberbach, Neckardraht und die Spedition Kohrs in Eberbach sowie das Drahtwerk Plochingen.

Veränderung in Stahl-Branche: Neues Unternehmen hat Wurzeln in Baden-Württemberg

Offenbar als Vorbereitung der Fusion wurden 2023 Verflechtungen mit einem zweiten Konzern, der den gleichen Eigentümern gehört, behoben. So wanderten die Spezialfahrzeug-Hersteller Mafi und Trepel mit Sitz in Tauberbischofsheim und Bremerhaven vollständig unter das Dach der „Draht und Stahl GmbH“ (NDW). Sie stellen unter anderem Gangway- und Rangierfahrzeuge für Flughäfen sowie Container-Transporter für Seehäfen her.

Dafür gab die NDW das komplette Drahtgeschäft ab. 2023 erzielte NDW einen Umsatz von 1,35 Milliarden Euro, wovon aber nur 137 Millionen Euro auf den Bereich Fahrzeugbau entfielen. Die Stahl- und Drahtherstellung, Verarbeitung und Handel mit Drahterzeugnissen umfassten somit in den beiden Konzernen 2023 insgesamt gut 2,4 Milliarden Euro.

Da sind die Niederländer ein gutes Stück kleiner: Van Merksteijn kam nach Medienberichten 2023 auf einen Umsatz von 620 Millionen Euro. Das Familienunternehmen mit etwa 725 Beschäftigten unterhält Standorte in den Niederlanden, Belgien und Frankreich. 

Wurzeln in Baden-Württemberg: Neuer Stahl-Konzern soll Reinforcing Steel Europe heißen

An den beiden Eberbacher Konzernen halten die Familien Weitzmann und Seizinger bislang je die Hälfte. Wie die Beteiligungsverhältnisse in dem neuen Drahtkonzern mit den Niederländern sein werden, wurde nicht mitgeteilt. Das neue Unternehmen soll den Namen Reinforcing Steel Europe B.V. tragen und seinen Sitz in Almelo in den Niederlanden haben. Die Gründung ist nach der Genehmigung der Kartellbehörden den Angaben zufolge noch in diesem Frühjahr geplant.

Begründet wird der Zusammenschluss mit den Belastungen durch steigende Umweltregulierungen, Lieferengpässen bei Rohmaterialien und den stark schwankenden Energiepreisen. Die Badischen Stahlwerke erzeugen ihren Stahl in Elektroöfen.

Veränderung in der Stahl-Branche: Olympiasiegerin Katja Weber in neuem Projekt involviert

Zur Familie Seizinger zählt auch eine prominente Sportlerin: Katja Weber, geborene Seizinger, gilt mit drei Gold- und zwei Bronzemedaillen bei Olympischen Winterspielen als eine der erfolgreichsten deutschen Alpin-Skifahrerinnen. Nach ihrer Sportlerkarriere absolvierte die heute 53-Jährige ein Betriebswirtschaftsstudium und stieg nach drei Jahren in einer Steuerkanzlei in die Unternehmensgruppe ein, die von ihrem Vater zusammen mit der Familie Weitzmann gegründet worden war.

Heute hält sie zusammen mit ihrem Bruder je ein Viertel an den beiden Konzernen und gehört mehreren Führungsgremien an, darunter der Geschäftsführung der NDW Beteiligungsgesellschaft. 

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