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Heilbronn ist Schlusslicht bei Elektroauto-Umstiegen in Baden-Württemberg

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Die Zahl der Menschen, die privat auf ein E-Auto umsteigen, ist weiter gestiegen. Allerdings rutscht Baden-Württemberg im Ländervergleich ab, Heilbronn bildet im Südwesten das traurige Schlusslicht. 


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Die Zahl privater Umstiege von Verbrennern auf reine Elektroautos steigt in Deutschland spürbar an. Allerdings liegt Heilbronn bei den kreisfreien Städten in Baden-Württemberg auf dem letzten Platz. Auch das Land verliert im Vergleich an Boden: Baden-Württemberg hatte 2022 noch die höchste Bestandsquote an Elektroautos, inzwischen wurde der Südwesten laut des E-Barometers der Versicherung Huk von Bayern, Niedersachsen sowie Schleswig-Holstein überholt. 

Im dritten Quartal 2025 wechselten der Studie zufolge 6,2 Prozent der privaten Fahrzeughalter in Deutschland von einem Verbrenner auf ein reines E-Auto – der höchste Wert seit zwei Jahren und ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorquartal (5,5 Prozent). Nach dem Tiefpunkt Anfang 2024 habe sich die Umstiegshäufigkeit damit mehr als verdoppelt, so das Ergebnis der Auswertung.

Baden-Württemberg verliert Spitzenposition bei E-Auto-Bestand

Baden-Württemberg hielt Mitte 2022 noch den Spitzenwert beim privaten E-Auto-Bestand. Der Anteil liegt aktuell mit 3,7 Prozent zwar über dem Bundesschnitt, reicht jedoch nicht mehr für die Top Drei unter den Bundesländern: Bayern (3,9 Prozent), Niedersachsen (3,8 Prozent) und Schleswig-Holstein sind vorbeigezogen.

Der Umstieg vom Verbrenner auf ein E-Auto scheint einen Schub zu erleben, nur in Heilbronn nicht. Der Stadtkreis landet in einer Auswertung auf dem letzten Platz.
Der Umstieg vom Verbrenner auf ein E-Auto scheint einen Schub zu erleben, nur in Heilbronn nicht. Der Stadtkreis landet in einer Auswertung auf dem letzten Platz.  Foto: Daniel Bockwoldt

Auch die Häufigkeit des Umstiegs auf reine Elektroantriebe bei Fahrzeugwechseln liegt im Südwesten mit 5,6 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt von 6,2 Prozent. Damit bleibt Baden-Württemberg hinter Niedersachsen (7,3 Prozent), Bayern (7,1 Prozent), Hessen (7,0 Prozent) sowie Schleswig-Holstein, NRW, Rheinland-Pfalz und dem Saarland zurück – und belegt nur noch Rang sieben.

 E-Mobilität: Heilbronn und Tuttlingen bilden das Ende im Städte-Ranking

Innerhalb Baden-Württembergs gibt es dem Barometer zufolge deutliche regionale Unterschiede bei der Verbreitung der E-Mobilität. Während Waldshut bei den Landkreisen sowie Stuttgart und Karlsruhe bei den kreisfreien Städten vorne liegen, fallen Tuttlingen bei den Landkreisen und besonders Heilbronn bei den kreisfreien Städten ans Ende der Rangliste.

Der Stadtkreis wies demnach zum 30. September eine Bestandsquote an privaten Elektroautos von lediglich 1,9 Prozent auf und ziert damit mit Abstand das Tabellenende. Selbst der Vorletzte, die Stadt Mannheim, kommt auf eine Quote von 2,5 Prozent. Bei der Umstiegsquote teilt sich Heilbronn mit Freiburg den letzten Platz: In beiden Städten stiegen in den vergangenen zwölf Monaten nur 2,9 Prozent Privatnutzer von Verbrenner auf E-Auto um.

Bei den Landkreisen liegen Heilbronn und Hohenlohe im unteren Mittelfeld

Der Landkreis Heilbronn landet der Erhebung zufolge gerade noch im Mittelfeld: Die Bestandsquote an E-Autos lag immerhin bei 3,4 Prozent – Spitzenreiter Waldshut kommt auf 4,9 Prozent. Die Umstiegsquote für den Landkreis ist mit 4,0 Prozent überschaubar und zählt mit zu den schlechtesten Werten im Bundesland. Der Hohenlohekreis steht mit einem Bestand von 3,1 Prozent E-Fahrzeugen und einer Wechselquote von 3,8 Prozent noch schlechter da.

Hatte der Wegfall der staatlichen E-Kaufprämie Anfang 2024 einen Tiefpunkt markiert, könnte eine für 2026 neu konzipierter Anreiz zum Umstieg auf E-Fahrzeuge den Herausgebern zufolge Wirkung entfalten: Würden auch gebrauchte und erschwinglichere E-Autos gefördert, sollte dies insbesondere die Altersgruppe unter 40 Jahren aktivieren.

Neu konzipierte Förderung könnte einen Schub bei der Verbreitung auslösen 

Denn hier sind rein elektrisch betriebene Fahrzeuge laut Huk-E-Barometer weit beliebter als unter Älteren. Bisher aber war – vermutlich wegen der hohen Preise – der Umstieg in der jüngeren Altersgruppe seltener. „Ein neuer Schub bei der Verbreitung von Elektroautos in Deutschland scheint jetzt da zu sein. Die Pläne der Bundesregierung für eine neu konzipierte Förderung ab 2026 gehen aus unserer Sicht in die richtige Richtung“, so Jörg Rheinländer, Vorstand der Huk-Coburg.

Mittlerweile werden über 50 Prozent der privat gekauften E-Autos als Gebrauchtwagen zugelassen – 2020 betrug der Anteil noch etwa zehn Prozent. Gefördert werden bisher vor allem Neuwagen, doch eine geplante staatliche Unterstützung, auch für gebrauchte Elektrofahrzeuge, könnte besonders junge Zielgruppen ansprechen. „Wir wissen aus unseren Befragungen, dass die Kosten bei der Wahl von Verkehrsmitteln das entscheidende Kriterium sind“, so Rheinländer. „Deshalb ist es nicht unwahrscheinlich, dass vergünstigte Preise für E-Autos einen besonderen Schub bei deren Verbreitung auslösen können.“

Beim Umstieg auf neue Elektroautos liegt 2025 der Skoda Elroq vorn, gefolgt von Cupra Born und BMW X1. Im Vorjahr war noch das Tesla Model Y am gefragtesten, ist jetzt aber nur noch auf Platz acht, hat das Huk-Barometer ergeben. Bei Gebrauchtwagen führt demnach der VW ID.3 vor dem Opel Corsa und Mercedes EQA. Rückgänge verzeichnen BMW i3, Smart Fortwo und Hyundai Kona.

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