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Transnet-BW sucht Teilnehmer für Lade-Test mit E-Autos

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Damit das Laden von Elektroautos nicht das Stromnetz überlastet, suchen Stromversorger nach Anreizen, den Vorgang zeitlich zu verteilen. Dazu startet jetzt ein Pilotprojekt in Baden-Württemberg.

Private Elektroauto-Besitzer bestimmter Marken können jetzt an einem Feldversuch zum intelligenten Laden teilnehmen.
Private Elektroauto-Besitzer bestimmter Marken können jetzt an einem Feldversuch zum intelligenten Laden teilnehmen.  Foto: Bernd Diekjobst

Die EnBW plant einen Feldtest zum intelligenten, markt- und netzdienlichen Laden privater Elektrofahrzeuge. Das Projekt mit dem Namen Ladeflex BW soll E-Autos unter realen Alltagsbedingungen als flexible, dezentrale Energiebausteine in das Stromsystem integrieren. Dazu werden Teilnehmer aus Baden-Württemberg gesucht.

„Wir schaffen ein Erlösmodell, das Nutzer für etwas belohnt, das sie ohnehin tun: ihr Elektrofahrzeug laden“, sagt Dominique Gross, Geschäftsführer von Intelligent Energy System Services (IE2S). „Der entscheidende Unterschied ist, dass wir die Flexibilität dahinter nutzbar machen – für den Markt, für das Netz und für den Geldbeutel der Teilnehmenden. Das ist der Ansatz, den wir jetzt im Feld erproben möchten.“

Was sind die Voraussetzungen?

Dabei läuft der Feldtest bewusst ohne die Bedingung, dass die Teilnehmer intelligente Stromzähler, die sogenannten Smart Meter, installiert haben müssen. Stattdessen werde im bestehenden Standardlastprofil abgerechnet, das heute noch bei dem Großteil privater Haushalte in Deutschland vorhanden ist. Dadurch soll gezeigt werden, dass netz- und marktdienliches Laden von Elektrofahrzeugen bereits unter den aktuellen Rahmenbedingungen umsetzbar ist – und damit eine Brücke schlagen kann, bis Smart Meter weiter verbreitet sind. 

Teilnahmevoraussetzungen sind ein eigenes Elektrofahrzeug, eine eigene Wallbox, ein Ladeort in Baden-Württemberg und ein fester Stromtarif. Zunächst werden Elektrofahrzeuge der Fahrzeugmarken Volkswagen, Audi, Skoda und Cupra unterstützt. Der Feldtest soll im zweiten und dritten Quartal dieses Jahres über zwei bis drei Monate laufen.

Wie läuft das Ganze in der Praxis?

Eine Teilnahme an dem Projekt ist außerdem unabhängig vom bestehenden Stromliefervertrag möglich, ein Wechsel des Lieferanten oder eine Anpassung des Stromtarifs ist nicht erforderlich, heißt es weiter. Die Vermarktung der Flexibilität laufe getrennt von der Energielieferung und berühre weder Vertragsbeziehungen noch die Abrechnung des Strombezugs, sondern soll ein eigenständiges, ergänzendes Erlösmodell für Endkunden sein: Die Teilnehmer laden ihr Elektrofahrzeug wie gewohnt, die Optimierung der Ladezeiten passiert automatisiert im Hintergrund. Gleichzeitig erhalten sie eine finanzielle Vergütung für die bereitgestellte Flexibilität: Das Elektrofahrzeug automatisch dann, wenn Strom günstig ist und das Stromnetz Entlastung braucht, gesteuert mit einer App. Bei Bedarf kann eine Abfahrtzeit festgelegt werden, zu der das Fahrzeug aufgeladen sein soll.

Was sollen die Ergebnisse bringen?

Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen Impulse für die Weiterentwicklung von Energie- und Netzentgeltsystemen liefern. Sie sollen Basis sein für digitale Lade- und Mobilitätsservices, Modelle für dezentrale Flexibilitäten sowie die Integration von Elektromobilität in eine zunehmend erneuerbare Energieerzeugung.

Weitere Informationen: LadeFlexBW

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