Stimme+
Branche unter Druck
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Zahl der Brauereien sinkt – "alkoholfreie Biere immer wichtiger"

   | 
Lesezeit  1 Min
Erfolgreich kopiert!

Die deutsche Brauwirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Der Bierabsatz geht seit Jahren zurück – und mit ihm die Zahl der Brauereien.


Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Die Zahl der Brauereien in Deutschland schrumpft. Wie das Statistische Bundesamt zum Tag des Bieres an diesem Mittwoch mitteilt, gab es im vergangenen Jahr noch 1459 Brauereien in Deutschland - das waren 52 Brauereien oder 3,4 Prozent weniger als im Jahr 2023.

Auch der Bierabsatz und der Bierexport sind seit Jahren tendenziell rückläufig. Gründe seien neben hohen Energiekosten der steigende Altersschnitt der Gesellschaft sowie der Trend zu gesünderer, alkoholfreier Ernährung, teilt die Behörde mit.

Weniger Brauereien in Deutschland: In Bayern gibt es die meisten

Die meisten Brauereien gibt es nach wie vor in Bayern. Die Statistik weist dort für 2024 598 Brauereien aus, das sind 4,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Baden-Württemberg folgt mit 203 Brauereien auf Platz zwei, hier beträgt der Rückgang nur ein Prozent. Dritter in der Rangliste ist Nordrhein-Westfalen mit 138 Brauereien (minus 5,5 Prozent).

Auch in der Region Heilbronn-Franken gibt es mit Palmbräu aus Eppingen, Haller Löwenbräu aus Schwäbisch Hall, Distelhäuser aus Tauberbischofsheim oder Herbsthäuser aus Bad Mergentheim seit vielen Jahren etablierte Brauereien.

Bierbranche unter Druck: Baden-Württembergischer Brauerbund plädiert für regionalen Bierkonsum

Der Baden-Württembergische Brauerbund (BWB) plädiert für mehr regionalen Bierkonsum. „Wir haben in Baden-Württemberg die besten Brauereien. Es gibt keinen Grund, Fernsehbier massenweise im Angebot zu kaufen“, sagt BWB-Geschäftsführer Hans-Walter Janitz. Er verweist darauf, dass im vergangenen Jahr 105 von 453 DLG-Goldmedaillen an baden-württembergische Biere vergeben wurden.

Der Baden-Württembergische Brauerbund wirbt für regionalen Bierpatriotismus.
Der Baden-Württembergische Brauerbund wirbt für regionalen Bierpatriotismus.  Foto: BWB

Im Durchschnitt braue jede Brauerei im Südwesten mehr als zehn verschiedene Sorten und böten damit eine große Bierauswahl und höchste Qualität. Neben klassischen Sorten wie Pils, Helles und Weizen fänden Bierfreunde in Baden-Württemberg auch Spezialitäten wie Märzen, Weihnachtsbier oder Pale Ales, betont der Brauerbund.

Immer wichtiger wird auch in Baden-Württemberg alkoholfreies Bier. „Alkoholfreie Biere machen inzwischen über zehn Prozent des Marktes in Baden-Württemberg aus“, sagt Janitz. Die Brauereien kämen kaum hinterher, die große Nachfrage zu bedienen. 

Gemeinsam mit dem Deutschen Brauer-Bund gelang es dem BWB, dass handwerkliches Brauen im Jahr 2020 als immaterielles Kulturerbe bei der Unesco anerkannt wurde. „Darauf sind unsere Brauer zurecht stolz und das ist und bleibt auf der ganzen Welt ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt Janitz.

Brauerbund: Regionale Bierpatrioten sollen nicht auf den Preis schauen

Der BWB-Geschäftsführer ruft die Verbraucher zu einem regionalen Bierpatriotismus auf, um die meist klein- und mittelständisch organisierten Brauereibetriebe im Südwesten zu unterstützen. Diese böten mehr Auswahl und bessere Qualität als viele große Fernsehbiere aus anderen Regionen, sagt Janitz. Dafür sollten Verbraucher bereit sein, ein paar Euro mehr zu bezahlen.

„Qualität hat ihren Preis. Deshalb verramschen wir unser Bier aus Baden-Württemberg auch nicht“, betont der BWB-Chef. Es gehe um Genuss, nicht ums Sparen.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben