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Ende erst nach 125 Tagen: Darum dauerte die Kampagne bei Südzucker deutlich länger

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Seit vergangenem Samstag werden keine Rüben mehr bei Südzucker angeliefert. Zeit für eine Bilanz über eine Rübenkampagne, die im Werk Offenau diesmal besonders war.


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Der Schornstein hat endlich aufgehört zu qualmen, der Geruch nach warmen Rübenschnitzeln liegt nicht mehr in der Luft. Anlage für Anlage hat Südzucker seine Zuckerfabrik bei Offenau in den vergangenen Tagen heruntergefahren. Die letzten angelieferten Rüben sind verarbeitet.

Insgesamt dauerte die sogenannte Kampagne damit 125 Tage, berichtet der neue Werkleiter Moritz Wallat. Er hat seine Position mitten im laufenden Betrieb, im November, angetreten. Und er bekam es gleich mit einer besonderen Kampagne zu tun: Sie lief rund 20 Tage länger als ursprünglich geplant.

Warum die Rüben im Südzucker-Werk in Offenau länger verarbeitet wurden

Hauptgrund für die verlängerte Verarbeitungszeit waren zum einen „die erfreulich hohen Rübenerträge pro Hektar in der Region“, berichtet der neue Werkleiter. Offenau erhält so gut wie alle Zuckerrüben aus Baden-Württemberg, wobei manchmal die Grenzregionen etwa im Taubertal, in der Kurpfalz oder um Ulm auch in Werke in den Nachbar-Bundesländern liefern, je nach Auslastung.

Aus dem Schornstein des Südzucker-Werks bei Offenau stieg länger Wasserdampf auf als geplant.
Aus dem Schornstein des Südzucker-Werks bei Offenau stieg länger Wasserdampf auf als geplant.  Foto: Fritze, Heiko

Doch nicht nur die Erträge waren hoch. Außerdem sei es im letzten Drittel der Kampagne zu Verarbeitungsproblemen gekommen, die auf eine rückläufige Qualität der angelieferten Rüben zurückzuführen waren, berichtet Wallat.

Betriebsruhe bei Südzucker: Was jetzt im Offenauer Werk passiert

Momentan werde die Ursache für den Qualitätsverlust untersucht, erklärt er weiter. Als ein möglicher Einflussfaktor gelte der frühe und regional teils starke Frost im November, der die Rübenbestände in einigen Anbaugebieten belastet haben dürfte.

Nun gehe das Werk in eine kurze Betriebsruhe über. Im Anschluss beginnen die knapp 200 Mitarbeiter mit der Weiterverarbeitung sowie mit Instandsetzungsarbeiten an den Anlagen. Ziel sei, im Sommer planmäßig in die Dicksaftkampagne zu starten.

Wärmepumpe soll bei Südzucker in Betrieb gehen

Dann soll auch erstmals eine Großinvestition in Betrieb gehen: Offenau ist neben Rain am Lech einer der beiden Standorte des Konzerns, an denen Wärmepumpen-Technologie erprobt wird. Im Werk Rain am Lech komme diese Anlage im sogenannten Vorderbetrieb zum Einsatz, erläutert eine Sprecherin. Im Werk Offenau erzeuge sie hingegen die Wärme für den Bereich der Kristallisation. „Es ist der jeweiligen verfahrenstechnischen Prozessverschaltung geschuldet, dass die Rainer Anlage ihren vollen energiewirtschaftlichen Effekt in der Rübenkampagne und die Offenauer in der Dicksaftkampagne entfaltet“, wird erläutert. „Wir haben daher entschieden, die Offenauer Wärmepumpe erst zur nächsten Dicksaftkampagne im Frühjahr 2026 fertigzustellen und dann in Betrieb zu nehmen.“

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