Warum die Strompreise in der Region Heilbronn vergleichsweise hoch sind
Sowohl Kunden der Syna als auch der Netze-BW im Raum Heilbronn zahlen mit am meisten in Deutschland für den Strombezug. Deutlich günstiger ist es in Norddeutschland – aus einem bestimmten Grund.
Positiv betrachtet lässt sich sagen: Die beiden großen in Heilbronn-Franken tätigen Stromversorger Syna und Netze-BW zählen nicht mehr zu den drei teuersten unter den 50 größten in Deutschland – vergangenes Jahr belegte Netze-BW sogar den letzten Platz im Bundesvergleich. Nun ist die Tochter des Energiekonzerns EnBW um neun Ränge aufgerückt, meldet der Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA). Syna kletterte immerhin um vier Plätze nach oben. Unter den größten Netzbetreibern in Deutschland rangieren die beiden Unternehmen aber immer noch unter den teuersten zehn.
Den günstigsten Strom gibt es in Kiel
Ganz hinten sind diesmal zwei sächsische und ein hessisches Unternehmen eingeordnet – und am günstigsten sind wie im Vorjahr norddeutsche Versorger. An der Spitze stehen die Stadtwerke Kiel Netz mit 14,18 Cent pro Kilowattstunde, gefolgt von Schleswig-Holstein Netz (14,37) und EWE-Netz aus Oldenburg (14,45). Netze-BW kassiert 17,22 Cent je Kilowattstunde, Syna sogar 17,67. In all diesen Preisen seien lediglich die Strom- und Mehrwertsteuer nicht enthalten, schreibt der VEA.

Mehrere kleinere Versorger im Raum Heilbronn wurden nicht berücksichtigt
In der Region versorgt Syna im Landkreis Heilbronn im Norden Bad Rappenau, Bad Wimpfen, Untereisesheim und Obereisesheim sowie im Süden die Kommunen Ilsfeld, Abstatt und Beilstein mit Strom. Die übrigen Kommunen in Heilbronn-Franken werden von Netze-BW beliefert – mit einigen Ausnahmen. So ist für Heilbronn, Leingarten, Lauffen, Flein, Talheim und Untergruppenbach die Netzgesellschaft Heilbronn-Franken (NHF) zuständig. Diese wird in den VEA-Daten aber ebensowenig erfasst wie das Stadtwerk Tauberfranken, die Stadtwerke Schwäbisch Hall oder die beiden ganz kleinen Anbieter Stromversorgung von Berg (Kocherstetten) und Elektrizitätswerk Leitlein (Forchtenberg).
Im Bundesschnitt sanken die Preise innerhalb des vergangenen Jahres um elf Prozent, teilt der Verband mit. Maßgeblich zurückzuführen sei die Entwicklung auf die niedrigeren Großhandelspreise und die staatlichen Zuschüsse für Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB). Da seit vergangenem Jahr die Netzbetreiber mit überproportional vielen Erneuerbaren-Energien-Anlagen bei den Netzentgelten entlastet werden, gebe es deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Netzgebieten.
So stark wurden die Tarife gesenkt
Netze-BW senkte den Tarif demnach im Jahresvergleich von 20,24 auf 17,22 Cent je Kilowattstunde, eine Ermäßigung von 14,9 Prozent. Syna ging von 20,06 auf 17,67 Cent je Kilowattstunde zurück, was einer Vergünstigung um 11,9 Prozent entspricht. Die größten prozentualen Preissenkungen errechnete der VEA für AVU mit Sitz in Gevelsberg/Nordrhein-Westfalen (18,2 Prozent), Bayernwerk mit Sitz Regensburg (16,6 Prozent) und der EAM Netz mit Sitz in Kassel (16,0 Prozent).
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