Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) sieht das gute Abschneiden des Landes bei den Gründungen als „erfreuliches Signal in einer krisengeplagten Zeit“. „Start-ups verfügen über die Fähigkeit, neue Ideen und Technologien schnell in Geschäftsmodelle und in die wirtschaftliche Anwendung zu überführen“, sagt Hoffmeister-Kraut. Dank dieser Fähigkeit schafften Start-ups neue und zukunftssichere Arbeitsplätze in Baden-Württemberg. „Die positive Dynamik bei den Neugründungen beweist auch, dass der Mut zum Unternehmertum wieder zunimmt. Das ist ein wichtiges Signal für uns“ sagt die Ministerin.
Mehr Start-up-Gründungen trotz Wirtschaftskrise – Heilbronn in den Top10
Die wirtschaftliche Lage ist nicht gut, es entstehen aber mehr Start-ups. Auch in Heilbronn-Franken gibt es mehr Gründungen, vor allem in der Stadt Heilbronn.
Die Gründer in Deutschland trotzen der Wirtschaftskrise. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl an Start-ups kräftig. Wie der Start-up-Verband Startupdetector am Mittwoch mitteilte, wurden in Deutschland im vergangenen Jahr 2766 neue Start-ups gegründet.
Als Start-up versteht der Verband Unternehmen, die entweder ein innovatives Produkt vertrieben und/oder starkes Wachstumspotenzial aufweisen. Damit legte die Zahl der Neugründungen im vergangenen Jahr um elf Prozent zu. 2024 war somit das zweitstärkste Gründungsjahr nach 2021, wie der Verband mitteilt. Damals hatte es 3196 Neugründungen gegeben.
Mehr Start-up-Gründungen: Verband spricht von Trendwende – auch in Heilbronn?
„Die Dynamik und Stabilität der Entwicklung 2024 deuten auf eine Trendwende und die Rückkehr auf den Wachstumspfad hin“, heißt es im Jahresbericht von Startupdetector. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Helmut Schönenberger sprach von einem „starken Signal für den Standort Deutschland“.
In Krisenzeiten entstünden besonders widerstandsfähige und wettbewerbsstarke Unternehmen. „Die künftige Bundesregierung sollte diese Dynamik unterstützen und Start-ups zur Priorität machen“, fordert Schönenberger. Deutschland müsse zum Magneten für Spitzentalente werden und Technologie-Start-ups optimale Wachstumsbedingungen bieten, sagte der Verbandsvertreter.
Start-up-Gründungen in Deutschland: Heidelberg löst München als Spitzenreiter ab
In der Neugründungs-Rangliste pro 100.000 Einwohner hat Heidelberg die Spitze erklommen, nachdem die Stadt 2023 noch auf Platz fünf lag. Im vergangenen Jahr wurden in Heidelberg 13,5 Start-ups pro 100.000 Einwohner gegründet. Vorjahressieger München muss sich mit Rang zwei begnügen – hier lag die Gründungsquote bei 13,4. Es folgen Berlin (13,2), Aachen (11,5), Darmstadt (9,1) und Potsdam (8,6).
In den Top Ten der Neugründungen berücksichtigt der Start-up-Verband normalerweise nur Städte mit mindestens 150.000 Einwohnern. Die Heilbronner Stimme erhielt auf Nachfrage auch eine Rangliste der Städte ab 100.000 Einwohnern. Hier liegt die Stadt Heilbronn mit 7,7 Gründungen pro 100.000 Einwohner auf Platz 9.
Im Start-up-Ranking der Bundesländer liegen die Stadtstaaten vorne
Sortiert nach Bundesländern liegt Berlin an der Spitze. Hier wurden im vergangenen Jahr 13,2 Start-ups pro 100.000 Einwohner gegründet. Es folgen Hamburg (8,4), Bayern (4), Bremen (3,6) und Baden-Württemberg mit 3,1 Gründungen. Schlusslichter sind Thüringen (1,3), Sachsen-Anhalt (1) und Mecklenburg-Vorpommern (0,9).
Der Heilbronner Stimme liegt auch die Auswertung für Baden-Württemberg vor. Auch hier liegt bei den Städten Heidelberg (13,5) an der Spitze, Heilbronn liegt mit 7,7 Gründungen pro 100.000 Einwohnern auf dem zweiten Platz vor Karlsruhe (6,8). Auf den weiteren Plätzen liegen Freiburg (6,3), Stuttgart (6,3), Konstanz (5,8) und Mannheim (5,7).
So viele Start-ups wurden 2024 in der Region Heilbronn-Franken gegründet
In der Region Heilbronn-Franken gab es in der Stadt Heilbronn im vergangenen Jahr mit zehn neuen Start-ups die meisten Gründungen. Im Landkreis Heilbronn und im Landkreis Schwäbisch Hall waren es jeweils fünf und im Main-Tauber-Kreis drei. Im Hohenlohekreis wurde 2024 lediglich ein Start-up gegründet.
Nach Angaben des Start-up-Verbands gibt es im deutschen Gründungsgeschehen nach wie vor ein großes Stadt-Land-Gefälle. So wurden 2024 38 Prozent aller Start-ups in sechs Kreisen oder kreisfreien Städten gegründet. In 354 der 400 Kreise wurden dagegen jeweils weniger als zehn Unternehmen gegründet. „Diese Schieflage deutet einerseits wirtschaftliche Veränderungen der kommenden Jahr an, zeigt aber andererseits auch, dass noch großes Potenzial jenseits der Hotspots zu heben sind“, teilt der Verband mit.
Die meisten Start-ups werden im Software-Bereich gegründet
Wie bereits im vergangenen Jahr geht der Gründungsboom in der Softwarebranche weiter. Hier wurden 618 Start-ups gegründet, ein Plus von 33 Prozent im Vergleich zu 2023. Auch im Medizinbereich (293), Food (164) und E-Commerce (162) gab es viele Neugründungen. Kräftig zugelegt haben Gründungen in den Bereichen Bildung (plus 25 Prozent auf 119 Start-ups) und Gaming (plus 26 Prozent auf 129 Gründungen).
„Der Software-Sektor erweist sich erneut als Zugpferd der deutschen Start-up-Landschaft.“
„Der Software-Sektor erweist sich erneut als Zugpferd der deutschen Start-up-Landschaft“, sagt Felix Engelmann, Co-Founder von Startupdetector. „Gerade jetzt entwickeln Start-ups Lösungen, die die gesamte Wirtschaft voranbringen und einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung aktueller Herausforderungen leisten.“


Stimme.de
Kommentare