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Hofmann Fördertechnik in Obereisesheim: Vier Trends in der Stapler-Branche

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Hofmann Fördertechnik mit Sitz in Neckarsulm-Obereisesheim ist als Linde-Vertragspartner Spezialist in Intralogistik. Die Technik macht viele Fortschritte.


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Während in der Autobranche noch über das Verbrenner-Aus und das Aus vom Aus diskutiert wird, ist es bei Gabelstaplern keine Frage: Die meisten dieser Fahrzeuge sind schon seit Jahrzehnten mit Elektroantrieb unterwegs. Modelle mit Verbrennermotor gibt es allerdings auch – für besonders schwere Lasten oder wenn es um Einsätze in unwegsamem Gelände geht, etwa beim Bühnenaufbau von Festivals oder in Containerhäfen.

Und doch tut sich immer noch einiges, was Ausstattung und Antrieb angeht. Mit den besten Einblick haben drei Geschwister: Britta, Axel und Ulrich Hofmann leiten gemeinsam und gleichberechtigt das Unternehmen Hofmann Fördertechnik mit Sitz in Neckarsulm-Ober-eisesheim. Und dort wurde gerade erst der jüngste Anbau in Betrieb genommen.

Hofmann Fördertechnik wächst mit Gabelstaplern, Regalsystemen und Förderanlagen im Sortiment

Zum einen ist die 1973 gegründete Firma einer der 15 Vertriebspartner in Deutschland des Gabelstapler-Herstellers Linde. Daneben werden aber auch Regalsysteme und Förderanlagen sowie Reinigungsmaschinen angeboten. Hier wird mit Partnern wie Gebhardt Fördertechnik oder Kärcher zusammengearbeitet.

Der Firmensitz von Hofmann Fördertechnik in Obereisesheim
Der Firmensitz von Hofmann Fördertechnik in Obereisesheim  Foto: Fritze, Heiko

In den vergangenen Jahren ist Hofmann Fördertechnik dadurch noch einmal deutlich gewachsen: Waren es 2022 noch etwa 340 Mitarbeiter, sind es inzwischen 422, berichtet Britta Hofmann, zuständig für Marketing und Verwaltung. 44 Azubis und Duale Studenten werden zurzeit ausgebildet. Etwa die Hälfte des Personals ist im Außendienst tätig, zum Teil von zu Hause aus in ihrem jeweiligen Gebiet. Der Bezirk innerhalb des Linde-Netzes reicht von Wörth am Oberrhein über Nagold und Ditzingen bis Aalen, Crailsheim und Buchen.

Warum der Umsatz 2024 leicht zurückging

Der Umsatz hat zuletzt mit dem Personalwachstum nicht ganz mitgehalten: 2024 ging er leicht gegenüber dem Vorjahr zurück auf 103,2 Millionen Euro. Vergangenes Jahr gab es aber wieder Wachstum, betont Ulrich Hofmann, in der Geschäftsführung zuständig für Vertrieb.

2023 sei schließlich ein Jahr mit Sondereffekten gewesen, da Kunden die Bedarfe aus den Corona-Jahren nachholten. Grundsätzlich geht es in der Intralogistik-Branche aufwärts, ist er überzeugt. Dabei macht er vier Trends aus.

Was nach dem Blei-Säure-Akku kommt

Da ist zum ersten der Lithium-Ionen-Akku: Immer häufiger wird er anstelle der herkömmlichen Blei-Säure-Batterien eingebaut. „Er bietet eine Menge Vorteile“, sagt der Geschäftsführer: Müssten Blei-Akkus alle paar Stunden ausgetauscht und stundenlang, oft nachts, geladen werden, können Lithium-Akkus während eines kurzen Stillstands an einer Ladestation andocken und Energie nachfassen.

Außerdem benötigten sie weniger Platz, so dass der Fahrer mehr Beinfreiheit hat. Übrigens gibt es inzwischen selbst große Stapler für Außeneinsätze mit Lithium-Akkus. „Aber Verbrenner werden nach wie vor nachgefragt“, erzählt Ulrich Hofmann.

Autonomes Fahren ist inzwischen ein „Must-have“

Zum zweiten ist autonomes Fahren ein wichtiger werdendes Thema. 130 solcher Fahrzeuge betreut das Obereisesheimer Unternehmen inzwischen. Denn die Anwender werden mehr: Angesichts des Fachkräftemangels sei dies oft die einzige Alternative, wenn qualifizierte Staplerfahrer fehlen. „Es ist nicht mehr ein Nice-to-have, sondern ein Must-have, um in Deutschland wirtschaftlich eine Produktion zu betreiben“, sagt der Geschäftsführer. Die Sensortechnik sei inzwischen weit fortgeschritten, so dass Unfälle immer besser vermieden werden. „Wir gehen daher von einer extremen Skalierung in den nächsten Jahren aus.“

Das gelte auch für den Reinigungsbereich. Obwohl es schon lange Rasenmäher- und Staubsaugerroboter gibt, seien hier die Anforderungen für die Industrie komplexer und erst seit einiger Zeit zu lösen gewesen. „Automatische Flurförderfahrzeuge fahren von A nach B. Ein Reiniger muss in die Ecken – und wissen, ob er dort überhaupt hin darf“, sagt Britta Hofmann. Zweites Problem sei das Reinigungswasser – die Maschine müsse selbstständig leeren und nachfüllen können. „Inzwischen funktionieren die Fahrzeuge aber richtig gut“, berichtet sie.

Welche Rolle KI künftig spielt

Als dritter Trend zeichnet sich bereits Künstliche Intelligenz ab: Linde kooperiert mit dem Chiphersteller Nvidia, um einen digitalen Zwilling von Logistikzentren zu erzeugen. Da geht es um Routen- und Einsatzoptimierung. Zurzeit gibt es Testläufe, erzählt Ulrich Hofmann. Das Interesse der Kunden sei sehr groß.

Schließlich ist Flottenmanagement ein immer wichtiger werdender Trend: Softwarebasierter Service und Verknüpfung der Geräte mit Wartungsintervallen, Verschleißüberwachung und einiges mehr sind inzwischen möglich. Kein Wunder, dass die Obereisesheimer in der IT-Abteilung aufgestockt haben – denn die Systeme müssen ja auf das Fahrzeug und beim Kunden aufgespielt werden.

Insgesamt gehen die Hofmanns von steigendem Bedarf aus. Nicht nur wegen des Fachkräftemangels und der notwendigen Rationalisierungen, sondern auch wegen Erweiterungen der Produktpalette. Neue Fahrzeugtypen wie Pick-Roboter und kleinere Transporter dürften bald eingeführt werden, erwarten sie. Und so könnte es sein, das der soeben bezogene Neubau, in dem die Kundenfahrzeuge geparkt und Schulungsräume eingerichtet sind, nicht der letzte sein wird.

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