Stimme+
Stuttgart
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Sparkassenpräsident Neth fordert Musterländle 2.0

   | 
Lesezeit  2 Min
audio Anhören
Erfolgreich kopiert!

50 Sparkassen wollen helfen, Baden-Württemberg wieder nach vorne zu bringen. Mit dem abgelaufenen Jahr zeigt sich Sparkassenpräsident Neth sehr zufrieden. Alle Häuser seien erfolgreich unterwegs.

Sparkassenpräsident Matthias Neth zeigt sich mit dem Geschäftsjahr 2025 zufrieden. Für 2026 ist der Hohenloher durchaus optimistisch.
Sparkassenpräsident Matthias Neth zeigt sich mit dem Geschäftsjahr 2025 zufrieden. Für 2026 ist der Hohenloher durchaus optimistisch.  Foto: Franziska Kraufmann

Die 50 Sparkassen in Baden-Württemberg stehen bereit, die Wirtschaft im Land wieder auf Erfolgskurs zu bringen. „Mit uns können Sie das Musterländle 2.0 bauen“, sagt Matthias Neth, Präsident des Sparkassenverbands Baden-Württemberg, bei der hybriden Jahrespressekonferenz am Mittwoch in Stuttgart in Richtung einer neuen Landesregierung.

Neth fordert mehr Mut und Veränderungsbereitschaft im Land

Und der Hohenloher stellt angesichts der „tiefgreifenden Veränderungen in vielen Bereichen, die uns treffen werden“, klare Forderungen an die Politik. „Ich erwarte eine klare Ansage, dass wir in vielen Bereichen so nicht weitermachen können“, so Neth. Er fordert ein „neues Mindset“ und einen neuen Bezug zum Thema Leistung. Um das Ruder herumzureißen, „benötigen wir mehr Mut, Bereitschaft zur Veränderung und den Glauben an die eigenen Stärken.“ Wenn außerdem die politischen Rahmenbestimmungen stimmten, sei er optimistisch, dass es vorangeht und Baden-Württemberg nicht zum Detroit 2.0 werde, sondern zum Musterländle 2.0.

Neth: Sparkassen erfüllen ihre ureigenste Aufgabe

Die Sparkassen im Land, daran lässt der Verbandspräsident keinen Zweifel, werden dazu ihren Beitrag leisten. „Alle 50 Sparkassen sind leistungsfähig, kein Haus ist in Schwierigkeiten“, betont Neth, der sich mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr sehr zufrieden zeigt. Die Zahlen zeigen, dass sich die  Institute trotz der schwierigen Rahmenbedingungen gut entwickelt haben. „Wir haben das gemacht, wofür wir gegründet wurden: Unternehmen, Selbstständige, Kommunen und Privatpersonen im Land mit den Finanzdienstleistungen versorgt, die sie brauchen“, so Neth.

Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Bei der Bilanzsumme haben sich die 50 Sparkassen 2025 um 1,7 Prozent auf 254,3 Milliarden Euro gesteigert. Bei den Kundeneinlagen gab es ein Wachstum von 2,1 Prozent auf 180,5 Milliarden Euro, der Kreditbestand legte um 1,7 Prozent auf 170,7 Milliarden Euro zu.  Der Zinsüberschuss als wichtigste Ertragsquelle stieg leicht auf 4,39 Milliarden Euro. Unter dem Strich verbuchten die 50 Institute ein leicht gesunkenes Jahresergebnis von 1,51 Milliarden Euro nach 1,57 Milliarden Euro im Vorjahr. „Das ist ein guter Wert“, ist Neth zufrieden.

Bei der Kreditvergabe zeigt sich die Investitionszurückhaltung der Kunden

Bei der Kreditvergabe weist der Sparkassenpräsident auf die weiterhin gebremste Investitionsneigung sowohl der Firmen- als auch der Privatkunden hin. Die Menschen hielten angesichts der unsicheren Zeiten ihr Geld zusammen, Unternehmen zögerten mit Investitionen. „Wir hätten mehr machen können“, sagt Neth. 

Gut lief das Geschäft mit der privaten Immobilienfinanzierung. Die Kreditzusagen stiegen hier um 21,5 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro. „Die Talsohle ist durchschritten“, sagt der Verbandschef. Allerdings entfielen von den 10,4 Milliarden Euro Kreditsumme 8,7 Milliarden Euro auf den Kauf und Erwerb von Bestandsimmobilien und nur 1,4 Milliarden Euro auf den Neubau. Hier fordert Neth mehr staatliche Anreize zum Bauen, denn es gebe nach wie vor zu wenig bezahlbaren Wohnraum im Land.

Wertpapiere waren bei den Sparkassenkunden 2025 sehr gefragt

Bei den Einlagen waren im vergangenen Jahr Wertpapiere sehr gefragt. Die Kunden der Sparkassen kauften Aktien und Fonds im Wert von 20,6 Milliarden Euro, das ist ein Zuwachs von 29,5 Prozent. Die Wertpapierverkäufe stiegen um 5,4 Prozent auf 16,4 Milliarden Euro. Die Vermögensbildung der Sparkassenkunden ist im vergangenen Jahr von 5,5 auf 7,9 Milliarden Euro gestiegen. 

Sparkassen wollen Land und Kommunen bei der Transformation unterstützen

Der Sparkassenverband will die Finanzierung der Transformation in Baden-Württemberg unterstützen. So entwickele man gemeinsam mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) Finanzierungsinstrumente für Kommunen mit Investitionsbedarf, sagt Neth. Gerade mit Blick auf die Energieinfrastruktur sei der Finanzierungsbedarf der Kommunen im Land enorm.

Die 50 Sparkassen in Baden-Württemberg beschäftigten zum Jahresende 2025 exakt 31.207 Mitarbeiter nach 30.623 im Jahr zuvor. Die Zahl der Filialen war mit 1673 (Vorjahr 1712) rückläufig. In diesem Jahr könnte es zu einer Fusion kommen. Wie Sparkassenpräsident Matthias Neth berichtet, sprechen die Sparkasse Markgräflerland und Lörrach-Rheinfelden gerade über einen Zusammenschluss. Fusionen seien aber grundsätzlich Sache der Träger vor Ort. „Wir begleiten das aber gerne, wenn es das Momentum für eine Fusion gibt“, sagt Neth. Im vergangenen Jahr haben die 50 Sparkassen im Land gesellschaftliche Belange mit 72,3 Millionen Euro gefördert – das ist ein Plus von elf Prozent.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben