Textilwirtschaft
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Schwieriges Jahr für Hemdenhersteller Olymp

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Das Familienunternehmen aus Bietigheim-Bissingen meldet ein Umsatzminus und „das herausforderndste und schwierigste Geschäftsjahr“. Daher wurde ein bedeutsamer Wandel eingeleitet.

Mark Bezner berichtet von einem schwierigen Jahr für den Bekleidungshersteller Oymp.
Mark Bezner berichtet von einem schwierigen Jahr für den Bekleidungshersteller Oymp.  Foto: Fritze, Heiko

Der Textilhersteller Olymp hat ein Jahr voller Veränderungen hinter sich: Erstmals wurde eine eigene Hosenkollektion auf den Markt gebracht, womit sich das Familienunternehmen endgültig vom Fokus auf Hemden und Pullover verabschiedete. Im Herbst wurde verkündet, dass mit Luis Bezner die nächste Generation Führungsaufgaben übernimmt - der Sohn von Mark Bezner wird Geschäftsführer beim Strickwarenhersteller März München, einem Schwesterunternehmen. Und die schwierige Lage im Einzelhandel drückte sich in beiden Firmen in einem Umsatzrückgang aus: Nach 229 Millionen Euro im Vorjahr wurden bei Olymp 2024 nur noch 212 Millionen Euro erzielt, bei März sank der Umsatz leicht von 27,8 auf 27,4 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Rekordjahr 2019 wurden alleine bei Olymp 268 Millionen Euro erzielt. 

„ Es war noch viel schlimmer als die Corona-Jahre“

Mark Bezner (61), geschäftsführender Gesellschafter der OLYMP Bezner KG, fasst es dementsprechend zusammen: „Das zurückliegende Jahr war das herausforderndste und schwierigste, mit dem ich mich bislang als Unternehmer konfrontiert sah. Es war noch viel schlimmer als die Corona-Jahre, da es keinerlei angeordnete Einschränkungen gab, die den Modekonsum in irgendeiner Weise tangiert hätten.“ Allerdings hätten zahlreiche andere Einflussfaktoren zu einer nie dagewesenen Kaufzurückhaltung bei Bekleidung geführt, ergänzt er. Darauf habe das Unternehmen reagiert: „Wir haben diese schwierige Phase bestmöglich für uns genutzt, unsere internen Prozesse zu optimieren sowie in Marke und Produkte zu investieren, um uns weiter vom Produktspezialisten zur Lifestyle-Brand zu entwickeln.“

Onlineshop startet in der Schweiz

So werde demnächst der Onlinevertrieb in der Schweiz gestartet, einem der wichtigsten Exportmärkte für Olymp, kündigt Bezner an. Im eigenen Webshop wurde das Sortiment erstmals um ein Hosensortiment und somit „unterhalb der Gürtellinie“ erweitert. Ausgebaut werden soll die unternehmensweite Digitalisierung, vor allem von Produktentwicklung und Showrooms, in denen sich Fachhändler über die Kollektionen informieren und Vorbestellungen platzieren können. „Wir sind weiterhin gesund aufgestellt und in der Lage, in diesem Jahr mit erhöhter Markenstärke durchzustarten“, betont Bezner.

Olymp vertreibt seine Hemden, Pullover und Accessoires über Warenhäuser und Textilgeschäfte wie Galeria Kaufhof, Modepark Röther, Breuninger und kleinere Boutiquen, ferner über ein Netz von knapp 60 eigenen Geschäften in Deutschland und Österreich, darunter in der Stadtgalerie Heilbronn. Mehr als ein Viertel des Umsatzes entfällt auf Onlinekanäle inklusive einem eigenen Onlineshop.   

Entwicklung der Beschäftigtenzahlen

Nicht nur der Umsatz ist leicht gesunken, sondern auch die Beschäftigtenzahl. Vor einem Jahr meldete Olymp noch 880 Mitarbeiter in Deutschland, Österreich und der Schweiz, davon knapp 500 am Stammsitz in Bietigheim-Bissingen. Nun wird deren Zahl mit 860 angegeben. Dafür stieg die Belegschaft bei März in München von 105 auf 113, im eigenen Werk in Ungarn arbeiten nach wie vor 230 Beschäftigte.  

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