„Der Arbeitsmarkt leidet weiter unter der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung. Erste Indikatoren deuten immerhin darauf hin, dass sich der konjunkturelle Trend leicht ins Positive zu drehen beginnt. Angesichts wachsender Handelsbarrieren und geopolitischer Risiken ist diese Entwicklung aber alles andere als gefestigt“, sagte Stefan Küpper, Geschäftsführer der Unternehmer Baden-Württemberg (UBW) , am Freitag in Stuttgart.„Wichtig wird in jedem Fall sein, dass die künftige Bundesregierung eine grundlegende Reform der Arbeitsverwaltung in Angriff nimmt“, erklärte Küpper, der auch Mitglied der UBW-Hauptgeschäftsführung ist. „Die letzten umfassenden Reformen in diesem Bereich gab es vor rund 20 Jahren, als Massenarbeitslosigkeit das vorherrschende Problem war. Heute stehen ganz andere Herausforderungen im Fokus: Der demografisch bedingte Arbeits- und Fachkräftemangel trifft auf tiefgreifende Umwälzungen auf dem Arbeitsmarkt infolge der Digitalisierung und Dekarbonisierung der Wirtschaft.“
Schwache Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt
In der Region und im Land gab es zuletzt wenig Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der offenen Stellen ist deutlich rückläufig.

Wenig Bewegung am Arbeitsmarkt. Die sonst im März übliche Frühjahrsbelebung fällt in diesem Jahr schwach aus. In Stadt und Landkreis Heilbronn waren im März 13.542 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet - das sind 67 weniger als im Februar, aber 1384 mehr als im März 2024. Die Arbeitslosenquote im Unterland liegt unverändert bei 4,8 Prozent. „Die gute Entwicklung auf unserem Arbeitsmarkt setzt sich auch im März fort“ kommentiert Manfred Grab, Leiter der Arbeitsagentur Heilbronn, die aktuellen Zahlen. Gleichwohl hinterlasse die schwache Konjunktur deutliche Spuren auf dem regionalen Arbeitsmarkt.
Arbeitsmarkt bietet nach wie vor gute Chancen für Fachkräfte
Grab weist darauf hin, dass Fachkräfte auch künftig bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben als Ungelernte. „Die berufliche Qualifizierung und Weiterbildung sind daher für die Unternehmen wie auch für Beschäftigte und Arbeitslose nach wie vor von großer Bedeutung“, betont der Behördenchef.
Auch im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim ist die Arbeitslosigkeit zuletzt leicht gesunken. Im März zählte die Agentur dort 13.677 Arbeitslose, das sind 162 weniger als im Februar und 1012 mehr als im März 2024. Die Quote sank leicht auf 3,9 Prozent. „Die Frühjahrsbelebung fällt sehr mild aus. Wir spüren das vor allem an einem Rückgang der Stellenangebote im Jahresvergleich um fast 30 Prozent“, sagt Agenturchefin Elisabeth Giesen. Dennoch seien bei der Agentur mehr als 4000 offene Stellen gemeldet.
Arbeitsmarkt in Hohenlohe zeigt sich sehr stabil
Im Hohenlohekreis liegt die Arbeitslosigkeit im März unverändert bei 3,7 Prozent. Hier waren 2575 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, das sind elf mehr als im Februar und 247 mehr vor einem Jahr. Der Bestand an Stellenangeboten lag bei 1093, das sind 39,3 Prozent weniger als im März 2024.
In Baden-Württemberg ist die Zahl der Arbeitslosen im März mit 291.948 ziemlich stabil geblieben. Saisonbereinigt stiegt die Zahl der Erwerbslosen im Vergleich zum Vormonat um 3000 Personen.Verglichen mit dem März 2024 liegt die Arbeitslosenzahl um 26.652 höher. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Februar leicht auf 4,5 Prozent.
In Baden-Württemberg starten die Praktikumswochen
Martin Musati, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, verweist auf die Praktikumswochen, die am 31. März starten. „Der Ausbildungsmarkt in Baden-Württemberg bietet gute Chancen für alle, die dieses Jahr eine Ausbildung beginnen wollen. Unser gemeinsames Ziel ist es, dass mehr Jugendliche dieses Jahr eine Ausbildung beginnen und weniger Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben“, betont Musati. Sie setze vor allem auf lokale Ausbildungsbündnisse und die Jugendberufsagenturen. „Alle Jugendlichen, die sich noch keinen Ausbildungsplatz sichern konnten, bitte ich, mit der Berufsberatung Kontakt aufzunehmen und die am 31. März beginnenden Praktikumswochen zu nutzen.“
Auch bundesweit ist die Frühjahrsbelebung auf dem deutschen Arbeitsmarkt schwach ausgefallen. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland sank März um 22.000 auf 2,967 Millionen Menschen, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Das ist der schwächste Rückgang der Arbeitslosigkeit in einem März seit 2009. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die Zahl der Arbeitslosen um 198.000 höher. Die Arbeitslosenquote betrug im März den Angaben der Bundesagentur zufolge unverändert wie im Februar 6,4 Prozent.
Weniger offene Stellen bundesweit
„Im März beginnt am Arbeitsmarkt die sogenannte Frühjahrsbelebung. Auch in diesem Jahr wird sie allerdings von der wirtschaftlichen Flaute spürbar ausgebremst“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Andrea Nahles. Auch die Zahl der zu besetzenden Stellen ging zurück. Im März waren bei den Arbeitsagenturen 643.000 offene Arbeitsplätze gemeldet. Das sind 64.000 weniger als vor einem Jahr.
Bei der Kurzarbeit geht es weiter leicht nach oben. Im Januar zahlte die Bundesagentur für 240.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld. Das waren 36.000 mehr als im Dezember 2024 und 51.000 mehr als im Januar des vergangenen Jahres. Aktuellere Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen derzeit nicht zur Verfügung.
Auf dem Ausbildungsmarkt ist weiter Bewegung. 327.000 Bewerbern stehen 416.000 gemeldete Lehrstellen gegenüber. Das sind 10.000 Bewerber mehr und 22.000 Stellen weniger als vor einem Jahr.

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