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Baubranche

Schrade bangt um die leichte Belebung am Bau

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Bei der Hausmesse des Badausstatters und Bauzulieferers stehen die Trends der Branche im Fokus. Nicht nur bei der Heiztechnik geht die Entwicklung in eine deutliche Richtung. 

Zur Hausmesse von Schrade kamen mehr als 2500 Besucher aus dem regionalen Handwerk.
Zur Hausmesse von Schrade kamen mehr als 2500 Besucher aus dem regionalen Handwerk.  Foto: Alternativer Fotograf

Die ersten Monate des neuen Jahres waren erfreulich für den Bau-Zulieferer Schrade: Der Bereich Baustahl florierte wieder, allgemein war ein Aufwärtstrend im Wohnbau zu spüren, berichtet Geschäftsführer Ralf von Briel. Nun ziehen aber wieder Sorgen herauf – denn es ist unklar, wie sich die Krise am Persischen Golf auf die Rohstoffpreise und am Ende auf die Baukonjunktur auswirken wird. 

„Das erste Quartal war nicht schlecht“, umschreibt es von Briel, der auch der Geschäftsführung des Mutterkonzerns Lotter mit Sitz in Ludwisgburg angehört. „Wir sind in Heilbronn eine Zuzugsregion – das spürt man.“ In der Bädersparte gingen die meisten Aufträge derzeit allerdings an Renovierungsprojekte, weniger in Neubauten. „Und jetzt müssen wir abwarten, ob das Ganze nicht wieder durch steigende Zinsen abgewürgt wird.“

Kaum ein Werkzeug hat noch einen Stecker

Bei der traditionellen Hausmesse am Wochenende – übrigens die 75. der Unternehmensgeschichte – präsentierte der Sanitär- und Baugroßhändler mit seinen Lieferanten unverdrossen die Neuheiten in den einzelnen Produktgruppen. Etwa 2500 Besucher kamen auf das Firmengelände. Bei Werkzeugen standen die Akkugeräte im Mittelpunkt, zumal es mittlerweile eine gemeinsame Plattform mehrerer Hersteller wie Bosch und Fein gibt. Das Kabel habe auf der Baustelle ausgedient, berichtet ein Branchenvertreter. „Jeder arbeitet nur noch mit Akku.“ 

Klima-Splitgeräte sind im Kommen

Konventionelle Heizungen sind bei deren Herstellern kaum noch ausgestellt. Die Wärmepumpe steht im Mittelpunkt, auch Pelletsheizungen werden präsentiert. Da wittert auch ein Konzern wie Bosch, der keine konventionellen Heizungen herstellt, Morgenluft. Denn Wärmepumpen hat er längst im Portfolio. „Bauherren denken inzwischen darüber nach, ob sie nicht Splitgeräte statt normaler Heizungen einbauen“, erzählt Firmenvertreter Bernd Kranich. In Südeuropa sei es bereits Standard, diese Kombination aus Kühlung und Heizung zu verwenden – mit den zunehmend milderen Wintern werde es auch in Deutschland eine Option, zumal sich damit in Mehrfamilienhäusern die Auseinandersetzung um eine Wärmpeumpe erübrige. Seit etwa drei Jahren werden diese Geräte verstärkt bestellt. „Die Hochlaufkurve ist steil“, sagt Kranich. 

Neues Lager mit Kommissionieranlage in Betrieb

In der Stahlhalle führen von Briel und Co-Geschäftsführer Arnd Seufer voller Stolz das Hochregallager mit Komissionieranlage vor. Vor einem Jahr wurde die Großinvestition vollständig in Betrieb genommen. 12.000 Kassetten für bis zu sechs Meter lange Stangen und Rohre sind eingebaut, jede kann 2,5 Tonnen tragen. Und inzwischen bestellen die Kunden quasi im Onlineshop – von zu Hause aus können sie ordern und den Transporter zum Abholen schicken. 

So entwickelten sich Umsatz und Mitarbeiterzahl

Das vergangene Jahr hat Schrade mit einem Umsatzrückgang abgeschlossen, berichtet von Briel. „Der Rückgang in der Baubranche geht nicht spurlos an uns vorüber.“ Das Neckarsulmer Unternehmen mit weiteren Standorten in Sontheim, Leingarten, Öhringen und Sinsheim sowie der Stahlhandels-Tochter Haug in Bad Friedrichshall erzielte 80 Millionen Euro Umsatz, die Belegschaft sank von 200 auf 190. Die Lotter-Gruppe kam auf einen Umsatz von 750 Millionen Euro mit etwa 2000 Mitarbeitern, was in etwa Vorjahresniveau entspricht. Anfang 2024 war ein Stahlhändler in Landau in der Pfalz übernommen worden. „Das trägt Früchte“, erzählt von Briel. Insgesamt finde aber derzeit eine Marktbereinigung im Baustahlhandel statt.

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