Rofu Kinderland meldet Insolvenz an – vier Filialen in Heilbronn-Franken betroffen
Der viertgrößte Spielwarenhändler Deutschlands beantragt Sanierung in Eigenverwaltung. Betroffen sind auch vier Rofu-Standorte in der Region Heilbronn-Franken.
Nur wenige Wochen nach dem Weihnachtsgeschäft hat der Spielwarenhändler Rofu Kinderland Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Wie mehrere Medien berichten, habe das Amtsgericht Idar-Oberstein dem Antrag zugestimmt und ein vorläufiges Verfahren angeordnet. Der Geschäftsführung um Michael Fuchs und Michael Edl wird Marcus Katholing von der Kanzlei Pluta als Sanierungsgeschäftsführer zur Seite gestellt. Die Rechtsanwältin Annemarie Dhonau von der Kanzlei Schiebe und Collegen in Bad Kreuznach wurde zur vorläufigen Sachwalterin bestellt.
Rofu in Schwierigkeiten: Wo es in der Region Heilbronn-Franken Filialen gibt
Rofu Kinderland mit Sitz bei Birkenfeld in Rheinland-Pfalz betreibt 104 Filialen in Deutschland, darunter im Heilbronner Weipertzentrum, in Michelfeld bei Schwäbisch Hall, in Bad Mergentheim und in Crailsheim. Das Unternehmen beschäftigt etwa 2000 Mitarbeiter und setzte im Jahr 2024 noch etwa 175 Millionen Euro um. Michael Fuchs trat 2020 als geschäftsführender Gesellschafter die Nachfolge seines Vaters Eberhard Fuchs an der Spitze an.
Gegründet wurde Rofu 1962 und ist heute hinter Smyth’s Toys und den Handelsverbünden Idee + Spiel sowie Vedes viertgrößter Spielwarenhändler in Deutschland.

Rofu sucht schon länger nach einem Investor
Begründet wird die Sanierung in Eigenverwaltung laut Medienberichten durch „ein schwaches Weihnachtsgeschäft, anhaltende Konsumzurückhaltung, gestiegene Kosten in der gesamten Wertschöpfungskette sowie einen intensiven Wettbewerb“. Bereits Mitte Dezember hatte Rofu angekündigt, dass es nach einem Investor in Form „einer unterstützenden strategischen Partnerschaft“ suche.
Ziel sei, sich auf den stationären Handel als Herzstück der Marke zu konzentrieren mit erlebnisorientierten Flächen, Beratung und emotionaler Produktpräsentation. Parallel sollen Online-Services ausgebaut und die Prozesse optimiert werden, hieß es dazu. An diesem Plan werde festgehalten, kündigte Marcus Katholing Medienberichten zufolge an. Die Filialen sollen demnach geöffnet bleiben.
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