Neuer Eigentümer für L-TV: Schlereth setzt auf Regionalfernsehen
Der Regionalsender L-TV, der auch in der Region Heilbronn-Franken sendet, gehört künftig zu einem neuen Medienverbund. Hinter der Übernahme steht ein Unternehmer mit ehrgeizigen Plänen.
Der Regionalsender L-TV hat einen neuen Eigentümer. Der Münchner Unternehmer Max Schlereth hat L-TV vom bisherigen Eigentümer Manfred Kusterer übernommen. Schlereth hatte vor einem Jahr bereits die Regionalsender München.TV und TV.Ingolstadt übernommen. Die drei Regionalsender bündelt Schlereth in der neu gegründeten Localism Media GmbH.
Max Schlereth übernimmt Regionalsender L-TV: Neuer Chef kommt aus der Immobilienbranche
Max Schlereth ist geschäftsführender Gesellschafter der Derag Unternehmensgruppe aus München, die sich auf Immobilienentwicklung, Immobilienverwaltung und Hotels spezialisiert hat. Nun baut der Unternehmer sein jüngstes Standbein mit Lokalsendern aus. Wie Schlereth mitteilt, sei die Übernahme von L-TV Landesfernsehen zum 1. April bereits durch die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) bestätigt.
L-TV wurde im Jahr 2000 in Winnenden gegründet und konzentrierte sich zunächst auf den Rems-Murr-Kreis, Göppingen, Ludwigsburg und den Großraum Stuttgart. Im Jahr 2005 wurde der Sitz nach Ludwigsburg verlegt, im selben Jahr wechselte die Lizenz des Senders auf den Landkreis Heilbronn. L-TV ist heute in den Gebieten Heilbronn, Hohenlohe, Schwäbisch Hall, Main-Tauber, Aalen und Bad Mergentheim ganztägig zu empfangen. Im Januar 2020 hatte der Sender seinen Sitz wieder nach Winnenden verlegt.
Neuer Eigentümer für L-TV: Sender hat eine Reichweite von mehr als einer Million Haushalte
Neben Nachrichten aus den jeweiligen Regionen werden Sendungen aus den Bereichen Lokalpolitik, Gesundheit, Lifestyle, Unterhaltung und Sport ausgestrahlt. Die LFK beziffert die Reichweite des Senders im analogen Kabel auf 90.000 Haushalte und im digitalen Kabel auf etwa eine Million Haushalte.
„Lokale Medien erleben derzeit eine Renaissance.“
Max Schlereth
„Lokale Medien erleben derzeit eine Renaissance. Das Vertrauen in kommunale Sender ist bei vielen Menschen größer als das in überregionale Sender und digitale Medien“, begründet Max Schlereth den Kauf der drei TV-Sender. Regionalfernsehen sei nah am Menschen, authentisch und glaubwürdig. „Darin sehe ich, gerade in Zeiten von zunehmender Verunsicherung, eine große Chance und seine größte Stärke“, sagt der Unternehmer aus München. Eigentlich wollte Schlereth noch keinen weiteren Sender kaufen, weil er erst abwarten wollte, ob das Geschäftsmodell auch funktioniert. "Aber als ich von den Verkaufsabsichten gehört habe, habe ich die Gelegenheit eben auch vor der Zeit ergriffen und freue mich sehr", sagt er.
Schereth versichert, dass alle Arbeitsplätze bei L-TV erhalten bleiben - so, wie es auch bei der Übernahme der beiden anderen Sender der Fall gewesen sei. Aktuell arbeiten neun Mitarbeiter für L-TV. Perspektivisch will der neue Eigentümer die Anzahl der Mitarbeiter bei L-TV und den beiden anderen Sendern steigern. Bei München.TV und TV.Ingolstadt sind derzeit mehr als 70 Mitarbeiter beschäftigt.
Unternehmer Schlereth kauft L-TV: Der neue Geschäftsführer verspricht sich Synergieeffekte
Neuer Geschäftsführer von L-TV ist Horst Rettig, der auch die beiden Sender München.TV und TV.Ingolstadt führt. Er verspricht sich in Zukunft Synergieeffekte durch den Zukauf. „Vorrangig freuen wir uns sehr darüber, L-TV in unserer Senderfamilie begrüßen zu dürfen“, sagt Rettig.
Im Verbund werde es gelingen, eine höhere Effizienz zu erzielen, um sich noch besser auf die Inhalte der jeweiligen Region konzentrieren zu können. „Und natürlich erhoffen wir uns darüber hinaus mittelfristig auch über die größere Reichweite und das wachsende Netzwerk eine höhere Relevanz in der Vermarktung“, betont der Geschäftsführer.
Der neue Eigentümer von L-TV will jetzt die Mitarbeiter und die Region kennenlernen
In der ersten Phase nach der Übernahme von L-TV will Max Schlereth mit den Mitarbeitern bisherige Erfahrungen austauschen und den Markt und die Möglichkeiten analysieren. „Mir ist es wichtig, dass wir uns jetzt erst einmal alle in Ruhe kennenlernen und ein Gefühl füreinander, für unsere Arbeit, den Markt und die Region bekommen, um auf einer dann vertrauensvollen Basis eine spür- und sichtbare Weiterentwicklung zu gestalten und neue Wege der Wertschöpfung in der lokalen TV-Branche zu gehen“, kündigt Schlereth an.
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