Autositz-Hersteller Recaro aus Kirchheim/Teck wird abgewickelt
Beim insolventen Traditionsunternehmen Recaro Automotive aus Kirchheim/Teck gehen zum Jahresende die Lichter aus.
Der insolventen Autositz-Hersteller Recaro wird abgewickelt. "Das war´s jetzt mit Recaro in Kirchheim", zitiert der "Teckbote" den Betriebsratsvorsitzenden Frank Bokowits. Er rechnet demnach nicht mehr damit, dass am Standort Kirchheim unter Teck im nächsten Jahr noch Autositze produziert werden.
Laut Bokowits soll es bis Jahresende 175 Kündigungen geben, 135 Mitarbeiter seien bereits freigestellt, hieß es. Die Belegschaft von Recaro wurde bei einer Betriebsversammlung über die aktuelle Situation informiert.
Ein Sprecher von Insolvenzverwalter Holger Blümle bestätigte, dass die Produktion in Kirchheim geschlossen werde. Es gebe zwar Gespräche mit einem Investor, dieser habe allerdings kein Interesse am erhalt der Produktion schreibt dpa. Die Herstellung von Autositzen werde daher bis zum Jahresende eingestellt.
Wegfallender Großauftrag trieb Recaro in die Insolvenz – "In Kirchheim ist Feierabend"
Recaro Automotive hatte im Juli 2024 Insolvenz wegen Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Hauptgrund war der Wegfall eines Großauftrags, so dass Recaro fortan keinen großen Kunden aus der Autobranche mehr habe. Damals beschäftigte das Unternehmen 215 Mitarbeiter.
Recaro gehört nicht mehr zur Stuttgarter Recaro Group, es besteht aber ein Lizenzverhältnis. Nun endet das vorläufige Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, der bisherige Sachwalter Holger Blümle aus Stuttgart wurde vom Amtsgericht Stuttgart zum Insolvenzverwalter ernannt.
"Dann ist in Kirchheim Feierabend", sagt Betriebsratschef Bokowits mit Blick auf die Schließung der Produktion. Lediglich ein Technik- und Verkaufszentrum mit rund 40 Beschäftigten bleibe dann noch in der Region Stuttgart übrig.
Betriebsrat und IG Metall mit harter Kritik am Recaro-Management
Bereits bei der Insolvenzanmeldung hatten Betriebsrat und IG Metall harte Kritik an der Recaro-Geschäftsführung geübt. Denn über mehrere Jahre hatten die Beschäftigten auf Teile ihres Lohns verzichtet, um das Unternehmen zu retten. "Es hat nicht gereicht", sagte Bokowits damals. Das Management habe nicht genug getan, um dem Unternehmen eine Zukunftsperspektive zu geben, kritisierte er.
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