Porsche hat zwei dicke Probleme
Das Unternehmen wird seine ehrgeizigen Ziele so schnell nicht erreichen, meint unser Kommentator.

Trotz des massiven Gewinneinbruchs im vergangenen Jahr blieb Porsche-Chef Oliver Blume bei der Bilanzvorlage am Mittwoch entspannt. Denn im Vergleich zur Konkurrenz steht der Sportwagenbauer immer noch glänzend da. Von einer Umsatzrendite von 14,1 Prozent können Mercedes mit zuletzt 8,1 Prozent und Audi mit sechs Prozent nur träumen. Die Zuffenhausener sind nach wie vor hoch profitabel, ihre Luxusautos weltweit begehrt.Dennoch kann Blume nicht zufrieden sein, denn das erfolgsverwöhnte Unternehmen hat ganz andere Ambitionen. Mittelfristig will Porsche die Umsatzrendite auf mindestens 20 Prozent steigern – im laufenden Jahr werden es aber im besten Fall zwölf Prozent sein.
Die Absatzschwäche von Porsche in China wird sich fortsetzen
Porsche hat zwei dicke Probleme, die sich nicht ohne weiteres lösen lassen. Zum einen die anhaltende Absatzschwäche in China. 2021 verkaufte das Unternehmen dort noch mehr als 95 000 Fahrzeuge, 2024 waren es nur noch knapp 57 000. Daran wird sich so schnell nichts ändern, denn die Wirtschafts- und Konsumkrise in China setzen sich fort. Außerdem ist die Konkurrenz auf dem chinesischen Markt größer und besser geworden, insbesondere im Bereich der Elektroautos.
Die Nachfrage nach Elektroautos bleibt schwach
Womit wir beim zweiten Problem wären. Die weltweite Nachfrage nach E-Autos ist weiterhin schleppend, gerade Porsche-Fans bevorzugen Verbrennermodelle. Es ist daher nachvollziehbar, dass die Stuttgarter wieder verstärkt auf Verbrenner setzen.Das wird aber nicht genügen, um die hohen Renditeziele zu erreichen. Daher kündigt das Unternehmen bereits ein weiteres Sparprogramm an. Die Zeiten werden auch in Zuffenhausen härter.
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