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Heilbronn

Neue regionale IG-Metall-Chefin tritt ihr Amt an

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Yvonne Möller folgt in der Geschäftsstelle Heilbronn-Neckarsulm auf Rudolf Luz. Gemeinsam mit Stefan Reiner will sie die Arbeitnehmer in der Krise schützen und kluge Lösungen entwickeln. 330 Gewerkschafter treffen sich zu zweitägiger Bildungskonferenz in der Harmonie.

Yvonne Möller und Stefan Reiner führen die IG Metall Heilbronn-Neckarsulm.
Yvonne Möller und Stefan Reiner führen die IG Metall Heilbronn-Neckarsulm.  Foto: Paul, Jürgen

Zum Start gleich ein volles Haus. Rund 330 aktive Mitglieder der IG Metall kamen am Montagmorgen zum zweitägigen „Bildungsblitz“ der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm in die Heilbronner Harmonie. Und sie begrüßten die neue Erste Bevollmächtigte der Geschäftsstelle, Yvonne Möller, mit viel Applaus zu ihrem ersten Arbeitstag. Die 35-jährige Gewerkschafterin wurde bereits im März an die Spitze der hiesigen IG Metall gewählt, wo sie die Nachfolge von Rudolf Luz antritt, der den Posten nach dem überraschenden Abgang von Jonas Berhe kommissarisch übernommen hatte. Seither war Yvonne Möller in Elternzeit, da Ende Mai ihre Tochter zur Welt kam.

Das Führungsteam der Unterländer IG Metall ist wieder komplett

Damit ist das Führungsteam der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm wieder komplett. Stefan Reiner (33) ist als Zweiter Bevollmächtigter und Kassierer Nachfolger von Oliver Kuhnle, der zur IG Metall Schwäbisch Hall gewechselt ist. Das neue junge Führungsteam übernimmt die Geschäftsstelle Heilbronn-Neckarsulm in einer bewegten Zeit, wie Yvonne Möller in ihrer Ansprache deutlich machte. Die zahlreichen Sparmaßnahmen in den  Unternehmen träfen vor allem die Arbeitnehmer, sagte sie. „Gerade jetzt braucht es eine starke Stimme für Arbeitnehmer“, sagt Möller. Unter dem Slogan „Zukunft braucht Menschen. Menschen brauchen Zukunft“, will die hiesige IG Metall dazu beitragen, Lösungen für die wirtschaftlichen Probleme zu entwickeln. „Wir sind Zukunftspartner“, sagt Möller an die Adresse der Arbeitgeber. Die Wirtschaftskrise dürfe nicht dazu führen, Sozialstandards abzubauen, denn diese seien das „Fundament einer stabilen Gesellschaft“. 

Stefan Reiner: Baden-Württemberg ist von der Krise besonders betroffen

Ihr Stellvertreter Stefan Reiner wies darauf hin, dass Baden-Württemberg von der Krise besonders betroffen sei. „Für uns steht viel auf dem Spiel“, sagte Reiner mit Blick auf die schwierige Lage vor allem in der Automobilbranche. Rund 5000 Arbeitsplätze seien in der Region in dieser Branche bereits abgebaut worden. Statt Kündigungen wirbt Reiner dafür, gemeinsam „kluge Lösungen zu entwickeln“. Von der Politik erwartet Yvonne Möller vor allem drei Dinge: wettbewerbsfähige Energiepreise, Abbau von Bürokratie und eine Offensive für Elektromobilität. 

Beim zweitägigen „Bildungsblitz“ in der Harmonie und im Parkhotel geht es in Workshops um aktuelle Themen, die den Gewerkschaftern unter den Nägeln brennen. Rechtliche und tarifliche Fragen werden dort ebenso behandelt wie Krisenkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit.

Yvonne Möller ist ausgewiesene Tarifexpertin

Yvonne Möller, die in Itzehoe geboren wurde, ist eine ausgewiesene Tarifexpertin. Seit 2021 war sie Tarifsekretärin in der IG Metall-Bezirksleitung, zuletzt als Tarifteamleiterin. „Tarifpolitik ist meine Passion“ sagt die Erste Bevollmächtigte, die mit ihrer Familie in Heilbronn wohnt. Hier gibt es in der Region gerade viel zu tun, weil aufgrund der Krise in vielen Unternehmen über Ergänzungstarifverträge verhandelt wird. Möller sitzt unter anderem in den Aufsichtsräten von Audi und Rheinmetall.

Die Unterländer IG Metall hat 30.000 Mitglieder

Stefan Reiner ist gebürtiger Heilbronner und wohnt mit seiner Frau und den beiden Kindern in Flein. Er hat sich als Gewerkschafter bisher intensiv um die Erschließungsarbeit gekümmert – also um die Anwerbung neuer Unternehmen und Mitglieder für die IG Metall. Derzeit steht die Geschäftsstelle mit rund 30.000 Mitgliedern stabil da. Diese Marke wolle man unbedingt halten, sagt Möller. Allerdings macht der Gewerkschaft die demografische Entwicklung zu schaffen, zudem kommt es krisenbedingt zu mehr Austritten, etwa der Leiharbeiter, die nicht weiterbeschäftigt werden. Aktuell betreut die Geschäftsstelle Heilbronn-Neckarsulm rund 90 Unternehmen der regionalen Metall- und Elektroindustrie.

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