Netze BW testet Laden von E-Lastern in Speditionen
Wie können Transporteure batteriebetriebene Laster laden, ohne dass das Stromnetz zusammenbricht? Dazu startet der Netzbetreiber Netze BW jetzt einen Versuch mit zwei Speditionen.

Der regionale Vorzeigebetrieb, die Krautheimer Spedition Rüdinger, ist zwar nicht dabei. Aber mit der Walter Schmitt GmbH aus Bietigheim bei Karlsruhe macht ein Unternehmen mit, das sogar noch mehr E-Lastwagen betreibt als der Hohenloher Logistiker. Satte 55 dieser Fahrzeuge sind bei Schmitt im Einsatz, mehr als die Hälfte der 95 Laster umfassenden Flotte ist damit elektrifiziert. Und an drei der neun Standorte will daher der Stromversorger Netze BW testen, wie das Aufladen einer derart großen Flotte funktionieren kann, ohne das Netz zu überlasten.
Zum dritten Mal ein Netzlabor
„Netzlabor“ nennt sich das Projekt, das die EnBW-Tochter schon zum dritten Mal ins Leben gerufen hat. Beim ersten Mal wurde getestet, wie die Stromversorgung in einer Straße funktioniert, in der es nur Elektroautos gibt. Beim zweiten Mal wurde ein kompletter Wohnblock mit E-Autos ausgestattet. Weiteres Versuchsfeld, wenn auch nicht mit dem Namen Netzlabor, waren komplett elektrifizierte Straßenbaustellen, unter anderem in Bönnigheim. Nun sagt Netze-BW-Chef Martin Konermann: „Ich glaube, dass E-Lkw und E-Busse kommen. Da kommt uns entgegen, dass Lastwagen über Nacht quasi zehn Stunden stehen.“ In dieser Zeit könnten sie geladen werden, während in den Gewerbegebieten ohnehin kaum Strom benötigt werde.
Das Laden der Laster solle sich an der Netzsituation orientieren, erläutert Projektleiterin Kathrin Walz. „Die Hauptproblematik ist das konzentrierte Laden an wenigen Standorten wie Depots und Rasthöfe.“ Im Netzlabor sollen Strategien entwickelt werden, jetzt schon damit umgehen zu können.
Kunden fragen nach E-Lkw
In das Projekt ist auch die Spedition Stickel aus Nagold eingebunden ist. Seit vier Monaten sind hier zehn der insgesamt 65 Lastwagen mit Batterieantrieb unterwegs, berichtet Geschäftsführer Christian Stickel. Die meisten Fahrten bleiben innerhalb von Baden-Württemberg. „Deshalb können wie E-Mobilität schnell hochfahren.“ Mittlerweile stehen auch acht Ladesäulen auf dem Firmengelände. Der Bedarf an dieser neuen Technologie bestehe: „Die Kunden fragen definitiv Transporte mit dem E-Lkw an.
Bei Schmitt sei der Vorteil, dass viele Touren quasi nach Fahrplan laufen, berichtet Geschäftsführer Rainer Schmitt. Dadurch lasse sich auch das Laden gut planen. „Wir kommen zu einer Uhrzeit mit den Lastern in die Depots, zu denen die anderen Unternehmen schlafen. Wir müssen dann nur an die Leitungen der Nachbarn kommen.“ Der Einsatz rechne sich, vor allem bei den hohen Spritpreisen. „Momentan haben wir bei den Kosten die Nase vorn.“
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