Mehr Werbung für die Ausbildung
Wenn Unternehmen ihre Lehrstellen nicht mehr besetzen können, sind irgendwann ganze Wirtschaftszweige gefährdet, fürchtet unser Kommentator.

Die duale Ausbildung, um die uns so viele Länder beneiden, hat einen schweren Stand. Egal, ob im Handwerk, im Handel, in der Industrie oder im Gesundheitswesen – viele Unternehmen können ihre Ausbildungsplätze nicht mehr besetzen. Dabei ist der Bedarf an Nachwuchskräften enorm und wird in einigen Bereichen wie der Pflege und dem Handwerk weiter zunehmen. Da können Unternehmer, Verbände und Politiker noch so laut das hohe Lied der dualen Berufsausbildung singen – wenn es nach dem Schulabschluss ernst wird, entscheiden sich viele junge Leute doch für ein Studium oder eine Arbeitsstelle. Nicht selten werden sie von Eltern und Lehrern bei dieser wichtigen Entscheidung tatkräftig unterstützt.
Ohne ausländische Auszubildende gingen in vielen Betrieben die Lichter aus
Für die betroffenen Branchen ist das eine gefährliche Entwicklung. Wenn es nicht mehr genügend Nachwuchskräfte gibt, steht irgendwann der gesamte Beruf zur Disposition. Schon heute würden zahlreiche Bereiche im Handwerk, Handel und Gesundheitswesen ohne ausländische Auszubildende zusammenbrechen. Das gilt angesichts des demografischen Wandels erst recht für die Zukunft. Ohne verstärkte Zuwanderung motivierter Jugendlicher aus dem Ausland wird es nicht gehen.
Ein Studium garantiert nicht mehr automatisch ein höheres Einkommen
Zugleich müssen auch die deutschen Schülerinnen und Schüler besser über die vielfältigen Vorzüge und Chancen einer dualen Ausbildung aufgeklärt werden. Berufsorientierung und Praktika müssen intensiviert werden, um Vorurteile und Klischees bei der Berufsausbildung auszuräumen. Denn die Gleichung, dass ein Studium höheres Einkommen und bessere Karrieremöglichkeiten garantiert, stimmt nicht mehr.
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